Eythra – Am Rande der Großstadt von Werner Klötzer

Eythra - Am Rande der GroßstadtEythra, im südlichen Raum von Leipzig gelegen, war bereits mehr als tausend Jahre alt, als die beiden Orte Eythra und Bösdorf der Zerstörung durch die Braunkohlebagger zum Opfer vielen. Der aufwändig gestaltete Textbildband Eythra – Am Rande der Großstadt von Werner Klötzer und seinem Autorenteam möchte den Leser auf eine Zeitreise in vergangene Jahrzehnte mitnehmen und Erinnerungen bei all denen wecken, die Eythra und Bösdorf noch aus eigenem Erleben kennen. Aber auch der jüngeren Generation soll ein Stück Heimatgeschichte vermittelt werden.

Nach einem Vorwort von Holger Schulz, dem Bürgermeister der Stadt Zwenkau, lädt Werner Klötzer den Leser zu einem Spaziergang durch die „Weiße Mark“ ein. Danach erinnert er an die Geschichte der Kirchen und ihre Glocken sowie die „Rittergüter und ihre Herrensitze“ in Eythra und Bösdorf. Rudolf Binsack berichtet über das Schicksal seiner Familie während des Zweiten Weltkriegs und von dem Unrecht, das ihnen nach der Bodenreform widerfahren ist und das sein Vater bis zu seinem Tode nicht verwunden hat. Auch die Familie von Wolfgang Ulrich, dessen Vater mit Leib und Seele Landwirt auf dem Rittergut Neuhof war, wurde 1945 enteignet, verhaftet und in ein Lager bei Dresden gebracht. Ein Schicksal, das damals etwa 12.000 Familien ereilte, die von Haus und Hof vertrieben wurden.

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Radio Heimat von Frank Goosen

Radio Heimat
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Frank Goosen macht in seinem Buch Radio Heimat, einer Hommage an das Ruhrgebiet, zunächst einmal klar, dass wir es von nun an nur noch mit Omma und Oppa zu tun haben. Wofür steht nun eine solche Omma? Sie ist beispielsweise in der Lage, komplizierte historische Zusammenhänge allgemeinverständlich zu erklären. Fragt man sie nach dem Krieg, ist mit ihrer Antwort, dass sie nix hatten, alles gesagt. Was das richtige Essen anbelangt, so lernt man das erst bei Omma und Oppa. Die Frikadellen schmecken nirgendwo sonst wie bei Omma. Das Rezept, wie sie die macht? Wie imma! Und wenn dann auch noch die Uromma vom Steckrübenwinter 1916/17 spricht, bleiben einem diese schon allein wegen des verhängnisvollen Namens im Halse stecken.

Goosen ruft uns die Frauen im geblümten Hauskittel in Erinnerung, wie sie sich „Im-Fenster-Liegen“ quer über die Fassade unterhalten. Er hebt die für das Ruhrgebiet typischen Unterschiede hervor, dass nämlich die Frauen und Kinder nur einmal die Woche baden konnten, während die Männer täglich auf dem Pütt duschen gingen. Der Leser wird über den alten Brauch des Maiabendfestes aufgeklärt, dessen Ursprung auf das 14. Jahrhundert zurückgeht. Der Autor erinnert sich an die alten Zeiten, als es noch eine Telefonvermittlung gab, wie früher Ostern gefeiert wurde und wie es zu Hause rund ging, wenn Ali boxte.

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