Die beiden Journalisten Brent Schlender und Rick Tetzeli arbeiten seit ihrer gemeinsamen Zeit bei dem Magazin Fortune schon seit vielen Jahren zusammen. Für ihre Biografie Becoming Steve Jobs haben sie drei Jahre lang recherchiert und zahlreiche Freunde und Weggefährten des Mitbegründers von Apple interviewt, um ein tieferes Verständnis für die Persönlichkeit hinter der Legende Steve Jobs zu vermitteln. Nach ihrer Ansicht wird in den zahlreichen, bisher veröffentlichten Biografien ein falsches Bild gezeichnet, das bereits in den achtziger Jahren immer wieder in der selben Weise verbreitet wurde.

Fast fünfundzwanzig Jahre lang hat Brent Schlender für seine Berichte im Wall Street Journal und im Magazin Fortune zahlreiche Gespräche mit Steve Jobs geführt. Im Prolog des Buches berichtet er über die erste Begegnung, die 1986 in der Zentrale von NeXT Computer in Palo Alto stattfand. Zu diesem Zeitpunkt war Jobs einunddreißig Jahre alt und bereits weltberühmt, er galt als Superstar der Hightech. Dem Mitbegründer von Apple Computer war es gelungen, mit den ersten Schaltkreisen, die er und Steve Wozniak in einer Garage in Palo Alto entwickelten, die Voraussetzungen für ein milliardenschweres Unternehmen zu schaffen, denn das Potential des Personal Computers schien praktisch unbegrenzt zu sein. Wie Brent Schlender weiter erzählt, hatte sich Jobs ein Jahr zuvor von Apple getrennt, um in seinem neuen Unternehmen NeXT Workstations zu bauen. Weiterlesen »

Allein der Titel Unbeugsame Lehrerinnen macht schon deutlich, dass es sich in dem Buch von Luise Berg-Ehlers um Frauen handelt, die den Kampf für eine ihnen wichtige Sache aufgenommen haben: Die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Bis in unsere Tage ist die soziale und politische Gleichstellung der Frau nur zum Teil verwirklicht worden, denn sonst hätte es kaum eine gesetzlich geforderte Frauenquote geben müssen, wie sie der Bundestag erst im März dieses Jahres beschlossen hat.

Die Autorin macht zunächst deutlich, dass Frauen, die bis ins 20. Jahrhundert hinein den Lehrerberuf anstrebten, die Emanzipationsbewegung entscheidend beeinflusst haben und stellt in diesem Zusammenhang das Leben der drei Brontë-Schwestern vor. Um die gesellschaftliche Stellung einer Gouvernante zu beleuchten sowie die Anforderungen, die an sie gestellt wurden, führt sie Louise Lehzen, die für die spätere Königin Victoria zuständig war und Marion Crawford, Gouvernante für Elizabeth, von den Engländern nur Queen Mum genannt, an. Wie weitere Beispiele zeigen, haben Frauen diesen Weg oftmals aus finanzieller Not heraus eingeschlagen, wobei sie auch dann kaum in Wohlstand leben konnten, da ein Festkleid bereits einem Monatslohn entsprach. Weiterlesen »

Albert Einstein dürfte jeder kennen, doch wer hat schon von seiner ersten Ehefrau Mileva Einstein gehört? Anne-Kathrin Kilg-Meyer hat in ihrem Buch ein Porträt dieser außergewöhnlichen Frau gezeichnet, die 1875 im heutigen Serbien zur Welt kommt. Nach einer unbeschwerten Kindheit geht die erst Neunzehnjährige alleine in die Schweiz, die ihr ein Studium in den Fächern Medizin, Mathematik und Physik ermöglicht. Dort trifft sie auf ihren späteren Ehemann Albert, und in der Folgezeit tauschen sie in Briefen sowohl wissenschaftliche Erkenntnisse, als auch Liebesschwüre aus. Die beiden heiraten und trotz dreimaliger Mutterschaft unterstützt Mileva ihren Mann bei seinen Studien- und Forschungsarbeiten in Bern, da er sie als ebenbürtige Partnerin anerkennt. Doch mit achtunddreißig Jahren muss Mileva erkennen, dass ihr Mann sie mit seiner Cousine Elsa betrügt. Fast zeitgleich mit Beginn des Ersten Weltkrieges kommt es zur Trennung, und um ihren Kindern weiterhin eine beste Ausbildung zukommen zu lassen, muss Mileva Hunger leiden.

Albert verlangt von seiner Frau die Scheidung, denn er konnte als Ehebrecher zur damaligen Zeit diesen Antrag nicht stellen. Er drängt sie mehrmals dazu, um bei der erwarteten Verleihung des Nobelpreises ganz offiziell mit Elsa an seiner Seite erscheinen zu können. Weiterlesen »

In dem Ferienhaus ihrer Eltern in Cunardo, nahe des Lago Maggiore gelegen, lernt die 1899 geborene Olga den Begründer und Inhaber der Mailänder Schokoladenfabrik, Luigi Zaini, kennen. Als seine Frau Luisa 1923 stirbt und dem Fünfundvierzigjährigen zwei kleine Kinder hinterlässt, heiratet er im Jahr darauf Olga, die ein Diplom als Buchhalterin hat, was für die damalige Zeit sehr ungewöhnlich war. Um die mit in die Ehe gebrachten Kinder Piero und Rosetta, wie auch für die gemeinsamen Kinder Luisa und Vittorio, kümmert sich ein Dienstmädchen. Der Familie geht es finanziell gut, sie beschäftigen weitere Bedienstete und verbringen die Sommer in einem Haus am Comer See. Doch im Jahr 1938 wird bei Luigi ein Hirntumor entdeckt. Das Unternehmen beschäftigt zu der Zeit einhundert Mitarbeiter, und Luigi äußert den Wunsch, dass Olga die Unternehmensführung übernimmt, bis die Söhne dazu in der Lage sind.

Mit erst neununddreißig Jahren wird Olga Witwe. Einem weiteren Wunsch ihres Mannes folgend, bleibt sie nicht alleine und lebt mit dem Verkaufsleiter Pio Mannocchi ohne Trauschein zusammen, womit sie ihrer Zeit weit voraus ist. Sie betreibt die von Luigi eingeführten sozialen Leistungen weiter, hilft den Angestellten bei der Wohnungssuche, übernimmt deren medizinische Kosten wie auch die Unterbringung in einem Krankenhaus, und das sogar über das Rentenalter hinaus. Weiterlesen »

James A. Mitchell hat sich mit seinem Buch Das Walross und die Elefanten an die schwierige Aufgabe gewagt, ein Porträt von John Lennon während der Jahre nach der Trennung von den Beatles und seinem Umzug von London nach New York zu zeichnen. Dieser zur Legende gewordene Musiker hat innerhalb weniger Stunden die Freilassung des Bürgerrechtlers John Sinclair bewirken können. Politiker wollten seinen Einfluss für die Präsidentschaftswahlen nutzen, um Nixon zu stürzen. Doch nach seiner Wiederwahl reagierte man prompt und verweigerte Lennon die Verlängerung seiner Aufenthaltsgenehmigung. Wie den Ausführungen von James A. Mitchell weiter zu entnehmen ist, drohte man dem verheirateten Lennon sogar mit der Ausweisung, die eine Trennung von seiner Frau Yoko Ono bedeutet hätte, die auf der Suche nach ihrer Tochter in Amerika bleiben wollte. Es war dem Musiker nicht einmal möglich, das Land zu verlassen, weil ihm dann unter Umständen die Wiedereinreise versagt worden wäre, wie es Jahrzehnte zuvor Charly Chaplin passierte.

In einer Show von Mike Douglas soll John Lennon als für ihn wichtige Themen Liebe, Frieden, Kommunikation, Rassismus, den Krieg und die Befreiung der Frau erachtet haben, wobei er bezüglich seiner Achtung vor Frauen Jahre später, als sein Sohn Sean geboren wurde, mit einem guten Beispiel voranging. Weiterlesen »

Wenn es darum geht Familienbande zu lösen, tun sich die meisten Menschen doch schwer. Ursula von Arx hat sich auf die Suche nach Personen gemacht, die bereitwillig Auskunft über ihre Eltern-Kind-Beziehung geben wollten. Sie hat jeweils mit einem Elternteil und deren Kind getrennt gesprochen, wobei sie gelegentlich Namensänderungen vornehmen musste. In einem Fall hat sie sogar eine Sonderbewilligung des Freistaates Bayern bekommen, um mit einem Inhaftierten ein fast vierstündige Gespräch führen zu können. Die gesammelten Ergebnisse stellt sie in ihrem Buch Liebe, lebenslänglich vor.

Der 21-jährige Daniel Niepoort will in die Fußstapfen seines Vaters treten, der als Winzer in Portugal das seit 1842 im Familienbesitz befindliche Unternehmen in der Douro-Region, die seit 2001 zum Unesco-Weltkulturerbe zählt, leitet. Sein Vater Dirk leitet ihn auf recht ungewöhnliche Weise, die den Sohn sogar anfangs enttäuscht zurück lässt.
Una Szeemann hat berühmte Eltern, denn ihr Vater ist der Farbpsychologe Max Lüscher und die Mutter Ingeborg Lüscher eine Künstlerin. Die Tochter hat noch Erinnerungen an die Hippie-Gewänder der Mutter und schämte sich als Kind für ihre Familie. Weiterlesen »

In den Jahren sozialer Not und großer Arbeitslosigkeit, die letztlich in der Diktatur des Dritten Reiches endete, trieb der Serienmörder Peter Kürten von Februar 1929 bis Mai 1930 sein Unwesen. Hanno Parmentier geht es in seinem Buch Der Würger von Düsseldorf weniger darum, die Absichten des Mörders oder seine Motive zu schildern, sondern er will das Augenmerk des Lesers auf die zahllosen Opfer des Serienmörders richten. Nicht jeder seiner Mordversuche endete für sie mit dem Tod, wobei aber mindestens acht Personen dieses Schicksal ereilt hat.

Bereits in jungen Jahren landete der aus Mülheim stammende Peter Kürten wegen verschiedener Einbrüche und Diebstähle mehrmals im Gefängnis. Mit neun Jahren will er, wie er später im Verhör aussagte, bereits drei gleichaltrige Jungen getötet haben. Feuersbrünste und austretendes Blut hatten schon frühzeitig eine luststeigernde Wirkung auf ihn. Seine Opfer wählte er willkürlich und er gab sich gerne als Postbeamter oder Straßenbahnfahrer aus. Völlig unvermittelt würgte er seine Opfer oder schlug auf sie ein. Mit 45 Jahren beging Peter Kürten den ersten Mord einer Serie, die er fast alle im Gebiet um Flingern, Grafenberg und Gerresheim verübte. Die Morde verschafften ihm eine sexuelle Befriedigung und gelegentlich ließ er von seinem Opfer ab, sobald er ejakuliert hat. Weiterlesen »

Nicht allen vorgestellten Frauen in dem Buch Heldinnen – 45 Vorbilder fürs Leben vom Elisabeth Sandmann Verlag ist ihr Lebensweg an der Wiege gesungen worden. Einige von ihnen stammten beziehungsweise stammen aus ärmlichen Verhältnissen und konnten sich durch heldenhaften Mut und Tapferkeit auszeichnen. In Bild und Text werden beispielhafte Karrieren, aber auch traurige Schicksale vorgestellt. Ein Teil der Frauen hat durch Gesang, Tanz oder als Schauspielerin Berühmtheit erlangt und wegen ihrer Schönheit sind viele von ihnen auch beneidet worden. Ein anderer Teil hat sich für Hilfsprojekte engagiert oder für bedrohte Tierarten und Menschen in Not stark gemacht. Von den fünfundvierzig ausgewählten Frauen leben noch dreiundzwanzig, andere sind schon vor Jahrzehnten gestorben und manch eine in viel zu jungen Jahren.

Einige der Frauen haben durch ihre Forschungen oder ihren Ideenreichtum unbestritten die Welt verändert, wohingegen andere sich lediglich durch ihre Liebe zum Tanz oder Bergsteigen selbst verwirklicht haben, was sie nicht zwangsweise zu Heldinnen macht. Auch wenn zum Beispiel eine Malerin ohne Frage eine bedeutende Künstlerin sein mag, so macht das aus ihr noch keine Heldin. Im Fall des jüdischen Mädchens Anne Frank waren wohl eher die Nachbarn, die sie versteckt hielten, die wahren Helden. Weiterlesen »

Von einer Torwart-Karriere hat Max Frisch als Junge geträumt, gefeiert wurde er später jedoch nicht als Fußballstar, sondern als Schriftsteller. Seine von Ingeborg Gleichauf aufwändig recherchierte Biografie Jetzt nicht die Wut verlieren zeichnet anhand seiner Tagebucheintragungen und Briefe den Weg eines ungewöhnlichen Menschen nach, der trotz eines bürgerlichen Lebens unangepasst war und sich stets als Außenseiter fühlte.

Max Frisch, der die Großschreibung konsequent missachtet hat, verarbeitete in seinen Werken viele Kindheitserfahrungen. Gesammelte Erkenntnisse und Eindrücke sowie sämtliche Wahrnehmungen waren für ihn Material zu neuem Stoff – zu einem Theaterstück oder Roman. Seine Protagonisten waren sein Sprachrohr. Von seinen Lesern erwartete Max Frisch nach eigener Aussage, wie Ingeborg Gleichauf schreibt, viel und hielt daher erläuternde Kommentare für überflüssig. In der Biografie führt die Autorin die Beweggründe, die Max Frisch zu seinem ersten Roman veranlasst haben, auf und gibt dem Leser selbstverständlich auch Einblick in sein Familienleben. Der Schriftsteller musste zunächst als Architekt seinen Lebensunterhalt bestreiten und ihn plagten über Jahre Gewissensbisse wegen der Trennung von seiner Familie. Stets war er auf der Suche nach einem Neuanfang. So haben auch seine neuen Beziehungen und die damit einhergehenden Probleme zwischen Mann und Frau in seinen Werken Niederschlag gefunden. Weiterlesen »

Frauen müssen auch heute noch einen Spagat machen, wenn sie ihr Familienleben mit einer Berufstätigkeit vereinbaren wollen und darüber hinaus werden sie oftmals noch geringer bezahlt wie ihre männlichen Kollegen. In Deutschland wurden sie erst ab 1908 zum Studium zugelassen und die Frage, was angeboren oder anerzogen ist, sorgt immer noch für Diskussionsstoff. Das Buch Frauen, die denken, sind gefährlich und stark ist eine Geschichte der Emanzipation, denn durch den kriegsbedingten Frauenüberschuss nach dem 1. Weltkrieg mussten die Frauen „ihren Mann stehen“, woraus ein gestärktes Selbstbewusstsein resultierte. Die Emanzipation hat erst durch diesen Krieg einen ungeahnten Vorschub erfahren, wie Stefan Bollmann schreibt.

Der Autor stellt in seinem Buch fünfundzwanzig Frauen vor, denen eines gemeinsam ist: Sie haben Mut, Stärke und Kampfgeist bewiesen. Ansonsten haben sie auf völlig unterschiedlichen Gebieten agiert, denn unter ihnen befindet sich eine Friedensnobelpreisträgerin wie auch eine Ärztin oder Verhaltensforscherin. Eine andere war Anthropologin oder Physikerin. Sie konnten aber auch eine militante Schriftstellerin, eine Regierungschefin oder Verlegerin sein. Weiterlesen »

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