Asperger-Autisten – Kinder einer fremden Welt von Petra Habermehl

Asperger-Autisten – Kinder einer fremden WeltAus eigener Erfahrung schildert Petra Habermehl das Leben mit einem Asperger-Autisten. Sie ist selbst Mutter eines an diesem Syndrom erkrankten Kindes und beginnt mit dem Verlauf der Schwangerschaft und Geburt von Nikolas im Februar 1998. Schon frühzeitig stellen die Eltern eine hohe Schmerztoleranz ihres Sohnes fest. Es gibt Auffälligkeiten in seiner Motorik und im Kindergarten hält er sich nicht an Regeln. Die Mutter stellt das Kind unter anderem einem Orthopäden, einem Psychologen und einem HNO-Arzt vor. Nach der Diagnose ADHS wird Nikolas mit Ritalin behandelt und bekommt ein Hörgerät. Später wird deutlich, dass es sich bei seiner Entwicklungsstörung um das Asperger-Syndrom innerhalb des Autismusspektrums handelt und er wird ab Mai 2005 therapiert.

Immer wieder kämpft die Mutter um einen Platz ihres Sohnes an einer geeigneten Schule, weil er abgeschoben werden soll. Sie übt Kritik an den Lehrern und Schulleitern, die wegen fehlender Kenntnisse Nikolas falsch behandeln. Für die Kostenübernahme eines Integrationshelfers fühlt sich niemand zuständig und sie schaltet die verschiedensten Gremien ohne nennenswerte Erfolge ein. Obwohl immer wieder auf andere Medikamente umgestellt wird, sind die Ergebnisse nur vorübergehend zufriedenstellend und immer noch nässt der Junge nachts ein.

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Ost – Nord – West von Barbara Endres

Ost - Nord - West
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Mit dem dritten Teil, dem autobiografischen Roman Ost – Nord – West, schließt Barbara Endres ihren Lebensbericht ab. In der Verkörperung von Eva zieht sie mit ihrem Mann Michael von Hellingen nach Köln zurück, wo sie auf Freunde stößt, die sie seit Jahrzehnte aus den Augen verloren hat. Die erwachsenen Töchter Sandra und Anni sind in Norddeutschland geblieben und besuchen mit ihren Familien gelegentlich die Eltern in Köln. So auch zum Karnevalsumzug, zu dem sie die vier Enkelkindern mitnehmen. Nach dem Tod ihres Bruders Rolf ist ihr Elternhaus in Klappendorf verkauft worden. Eva hängt häufig alten Erinnerungen nach, an die frühen Kindheitstage in Pollin, an die Flucht, oder wenn sie nur einen Blick aus der neuen Wohnung auf den Rhein wirft, wo ihr Vater ihr das Schwimmen beibrachte.

Der Leser erfährt, wie das erste Weihnachtsfest und der Jahreswechsel in der neuen „alten“ Heimat gefeiert wurden. Eva verbringt mit Michael den Hochzeitstag in Venedig, sie gehen zu Konzerten und den Kölner Lichtern (dem größten musiksynchronen Feuerwerk Deutschlands), sie beschreibt ihren Tagesablauf im Alltag und stellt ihre Bilder aus, wobei sie auch einzelne Werke verkaufen kann.

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Stolz und Demut von Sophie Weiss

Stolz und Demut
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Im Piper Verlag ist Ende Februar 2013 das Buch Stolz und Demut erschienen. Um es vorwegzunehmen: Die Schriftstellerin Sophie Weiss existiert nicht, sondern ist vielmehr das Pseudonym einer bekannten deutschen Romanautorin. Doch die Wahl des Pseudonyms hat einen guten Grund: Die Geschichte, die in Stolz und Demut erzählt wird, ist nicht nur äußerst pikant und teilweise sogar schockierend, sondern sie ist vielmehr auch autobiografisch.

Zum Inhalt: Sophie, so heißt die Heldin des Buches konsequenter auch gleich selbst, hat ihr Faible für die geheimnisvolle und bizarre Welt des Sadomasochismus entdeckt und taucht in Berlin in eine Welt ein, in der es um Macht, Beherrschung und natürlich ganz große sexuelle Gefühle geht. Auf einer sogenannten Sklavenversteigerung lernt sie Richard kennen, einen mächtigen Wirtschaftsboss, der auch im Bett seine Macht immer wieder ausleben will. Sophie ist noch jung und unerfahren, er dagegen Ende 40 und ein Kenner der SM-Praktiken. Er nimmt Sophie unter seine Fittiche und führt sie in seiner Privatunterkunft in Berlin und an anderen Schauplätzen in die bizarre Sexwelt des Sadomasochismus ein. Zunächst genießen beide ihre aufregend-geheimen Treffen und den unkonventionellen Sex, doch alles ändert sich schlagartig, als Sophie sich in Richard verliebt.

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Abgemixt von Hasan Taş

Abgemixt
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In New-York hat sich zu Beginn der 70-er Jahre die Hip-Hop-Kultur entwickelt, die überwiegend von Schwarzen auf der Straße gelebt wird. Zu den wichtigsten Elementen zählt der Breakdance, der akrobatische Fähigkeiten erfordert, die Graffiti-Schreiberei und der Rap, der eine Art Sprechgesang ist.

Hasan Taş, ein begeisterter Rapper, erzählt in seinem autobiografischen Jugendroman Abgemixt von seiner traurigen Kindheit. Als Kind türkischstämmiger Eltern wird er 1989 in Düsseldorf geboren. Von seinem Vater bezieht nicht nur er, sondern auch seine Mutter Prügel. Nach der Trennung der Eltern und dem Auszug eines älteren Bruders, ist Hasan als einziger Mann im Haus, getreu seiner Tradition, bereits mit 13 Jahren das Familienoberhaupt. Er selbst kann tun und lassen, was er will und interessiert sich weniger für die Schule, dafür umso mehr für das Rappen. Seine einst guten Noten werden schlechter und wegen einer Schlägerei fliegt er schließlich von der Realschule.

Da die Familie Geldsorgen hat, wird er mit 13 Jahren zum Dealer. Kiffen und Rappen sind sein Lebensinhalt. Mit Freunden knackt er Autos, um sich ein Tonstudio einrichten zu können. Ein erstes Verfahren gegen ihn muss wegen Mangel an Beweisen eingestellt werden.

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Kölner Mosaik von Barbara Endres

Kölner Mosaik
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Barbara Endres hat ihr Versprechen gehalten und den Familienstammbaum, den ihre Großmutter über die Wirren des Krieges retten konnte, in Ehren gehalten. In alten Kirchenbüchern fand sie die Daten bestätigt und hat basierend auf Erzählungen von Verwandten und ihren eigenen Erinnerungen die autobiografische Erzählung Pollin – Fragmente einer Kindheit in Pommern und als Fortsetzung den Roman Kölner Mosaik geschrieben.

Die entbehrungsreichen Nachkriegsjahre gehören für Eva Hartmann mittlerweile der Vergangenheit an. Bei ihrem Vater kann sie sich durchsetzen und lernt an der Kölner Werkschule akademisches Zeichnen. Der älteste Bruder musste gegen seinen Willen in die Fußstapfen des Vaters treten und eine Ausbildung zum Schornsteinfeger machen, was nicht ohne Folgen geblieben ist. Ihre Mutter ist weiterhin in ihrer Ehe unglücklich und besonders an ihrem 40. Geburtstag erlebt sie eine große Enttäuschung. Für Eva beginnt an der Kunstschule ihre bisher glücklichste Zeit und in Sigrid findet sie ihre beste Freundin. Beim Karneval lernt Eva ihren zukünftigen Mann Michael kennen. Doch eine Aussteuer versagt ihr der Vater, weil er das dreijährige Studium als Ausgleich sieht.

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Pollin – Fragmente einer Kindheit in Pommern von Barbara Endres

Pollin – Fragmente einer Kindheit in Pommern
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Aus Furcht vor den sowjetischen Soldaten flüchteten ab Oktober 1944 Millionen aus ihrer Heimat, zunächst aus Ostpreußen, dann aus Schlesien und schließlich aus Pommern. Die Flüchtlinge gingen einer ungewissen Zukunft entgegen und viele von ihnen sind auf der Flucht durch Auszehrung oder Krankheit gestorben. Barbara Endres erinnert in ihrer autobiographischen Erzählung Pollin – Fragmente einer Kindheit in Pommern an diese Zeit und lässt die Protagonistin Eva Hartmann von ihren Erinnerungen berichten.

Eva blickt gerne zurück auf ihr Zuhause Pollin in Pommern, dem heutigen Damnica in Polen. Aus Erzählungen weiß sie, wie Max und Ida Hartmann zueinander gefunden haben und heirateten. Eines ihrer Kinder hieß Felix, Eva’s Vater. Ihre Mutter hieß Erika und war die Tochter von Christine und Johannes Schüler. Nach vielen unentschlossenen Jahren haben die Eheleute Anfang 1940 geheiratet und Eva erlebte in Pollin eine glückliche Kindheit, die allerdings durch den Krieg ein abruptes Ende fand.

Im Alter von vier Jahren musste sie mit der Mutter und den Geschwistern ihr Heimatdorf verlassen. Erst kamen die Polen, danach die Russen, die ihnen alles abgenommen haben.

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Kann denn Fado fade sein? von Christina Zacker

Kann denn Fado fade sein?
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Das Statistische Bundesamt verzeichnet für das Jahr 2000 gut 100.000 deutsche Auswanderer. Die Spitze wurde 2008 mit knapp 180.000 Auswanderern erreicht und im Jahr 2010 hat sich die Anzahl wieder auf 140.000 verringert. Die Autorin Christina Zacker ist eine von ihnen und hat in dem Buch Kann denn Fado fade sein? ihre Abenteuer als Auswanderin nach Portugal niedergeschrieben.

In einem lockeren und leichten Stil schreibt sie über ihre gesammelten Erfahrungen in den letzten acht Jahren, nachdem sie beschlossen hat, ihrer Liebe António nach Portugal zu folgen. Da gab es Abenteuer bei der Wohnungssuche, beim Friseur und in der Autowerkstatt. Sie schreibt über den Analphabetismus, der leider immer noch traurige Wahrheit ist und auch von der weit verbreiteten Schwarzen Magie. Der Leser erfährt, warum die Portugiesen ab dem Martinstag am 11. November ihre Pelzmäntel tragen, obwohl die Außentemperaturen kaum unter zehn Grad sinken. Und er wird erstaunt darüber sein, dass ein Hähnchen auch ganz anders als bei uns zubereitet werden kann. Christina Zacker berichtet von Ihren Erlebnissen beim Finanzamt und macht deutlich, dass ohne Stierkampf und Fußball in diesem Land gar nichts geht. Die überaus gastfreundlichen Menschen weiß sie mittlerweile zu schätzen, aber auch, wie Beziehungen das Leben einfacher machen.

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Mein Weg aus der Depression von Patrick N. Kraft

Mein Weg aus der Depression
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Patrick N. Kraft hatte eigentlich alles, was man sich wünschen kann: Erfolg in seinem Beruf als Banker und eine Familie, die hinter ihm steht. Als begeisterter Sportler nimmt er 2006 an seinem ersten Halbmarathon teil und setzt sich gleich als nächstes Ziel die Teilnahme am Ruhr-Marathon im Mai 2008. Er ist selbst überrascht, dass er für die Strecke von 42,195 km nur gute dreieinhalb Stunden benötigt hat und will sofort noch höher hinaus. Jetzt lernt er extra fürs Triathlon das Kraulen und kauft sich ein neues Rennrad. 13 bis 14 Stunden trainiert er pro Woche und vernachlässigt dabei seine Kinder und seine Frau. Für Sex bleibt da keine Zeit mehr und die Urlaube werden zu Trainingszwecken missbraucht.

In seinem Buch Mein Weg aus der Depression schildert Patrick N. Kraft, wie ab Herbst 2009 seine depressiven Phasen parallel zum immer schlechter werdenden Verhältnis zu seiner Frau verlaufen. Es kommt Eifersucht hinzu und er leidet extrem unter Verlustängsten. Nachdem er bereits für den Ironman trainiert hat, kommt es zu einem schweren Unfall mit mehreren Brüchen. Wie der Autor den anschließenden Krankenhausaufenthalt schildert, soll hier nicht vorweggenommen werden. Denn so traurig das Erlebte auch ist, schildert es Patrick N. Kraft doch sehr amüsant. Damit hat er auch ein weiteres Talent neben seinen sportlichen Fähigkeiten bewiesen, nämlich das als Komiker!

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17 Jahre wir: Heike ist gegangen von Martin Kreuels

17 Jahre wir: Heike ist gegangen
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Martin Kreuels hat in 17 Jahre wir: Heike ist gegangen seine sehr persönlichen Erinnerungen an siebzehn gemeinsam verbrachte Jahre mit seiner Ehefrau niedergeschrieben und gleichzeitig mit der Niederschrift versucht ihren Tod zu verarbeiten. Sein Rückblick setzt an, wie er Heike kennen und lieben lernt. Nach einer zweiten Fehlgeburt hat sie bereits erste Anzeichen einer Depression gezeigt, was er jedoch erst später bei der Durchsicht ihrer Aufzeichnungen erfährt. Das vierte Kind ist gerade fünf Wochen alt, da wird bei Heike ein Tumor diagnostiziert. Nach der OP schließt sich eine Chemotherapie an, es gibt weitere Rückschläge und die Tage schleppen sich dahin zwischen Hoffen und Bangen. Martin Kreuels hat immer wieder Angst vor der Zukunft und dem Alleinsein. Sein Hass auf die Ärzte wächst, weil sie in den Patienten nur noch eine Nummer sehen und mit ihnen nach Belieben umspringen. Er muss hilflos dem Verfall seiner Frau zusehen, ohne etwas ändern zu können.

Nach dem Tod von Heike nimmt er liebevoll Abschied von ihr. Der Schulmedizin, die seiner Frau nicht helfen konnte, kehrt er den Rücken und vertraut nun mehr der Homöopathie. Er fragt sich, wie er ihre Lücke füllen soll, ganz besonders im Hinblick auf die gemeinsamen vier Kinder.

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Wenn Nachbarschaft zum Albtraum wird von Rita Ristau

Wenn Nachbarschaft zum Albtraum wird
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Rita Ristau will sich Ende der 70er Jahre im Osten Deutschlands mit ihrem Mann den Traum von einem eigenen Heim erfüllen. Doch das Glück währt nicht lange, denn mit dem neuen Nachbarn Luz gibt es schon den ersten Ärger, bevor er überhaupt eingezogen ist. Er verbrennt im Garten Abfälle und der giftige Rauch zieht in die Wohnräume der Familie Ristau. Nach Belieben macht er dröhnenden Musiklärm und beschädigt willkürlich die Pflanzen und Bäume seiner Nachbarn. Sogar vor unerlaubtem Betreten des Grundstücks der Ristaus schreckt er nicht zurück.

Rita Ristau und ihr Mann hatten immer nur den einen Wunsch, mit den Nachbarn ein gutes Verhältnis zu haben. Im Fall des tyrannisierenden Nachbarn Luz hoffen sie immer noch auf eine gütliche Einigung und konfrontieren ihn zunächst lediglich mit der Gemeindeordnung. Dann bemühen sie die Schiedsstelle und erhoffen sich von der Schlichterverhandlung, dass die Schikanen ein Ende nehmen. Rita Ristau leidet zunehmend an Depressionen und der Dauerstress führt dazu, dass sie sich mit ihrem Mann immer häufiger streitet. Das Ehepaar Ristau zeigt Luz wiederholt bei der Polizei an. Doch weil sie es versäumt haben, Beweise zu sammeln, können die Beamten ihnen lediglich den Rat geben, doch besser einen Umzug in Erwägung zu ziehen.

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