Nach dem Tod ihres Mannes hat sich die kinderlos gebliebene Oma Else vor eineinhalb Jahren noch einmal verliebt. Die Zweiundachtzigjährige wohnt mit Rudolf in seinem Haus und hütet mit ihm den Hund seiner Enkelin. Während eines Strandspaziergangs stoßen die beiden auf eine Flaschenpost, der sie aber, nachdem sie durch den Hund abgelenkt wurden, keine Aufmerksamkeit mehr schenken. Nach einem Besuch von Otti, einem Freund, verhält sich Rudolf merkwürdig. Ihren Fragen, was denn mit ihm los ist, weicht er aus. Deshalb beschattet Oma Else ihn und wundert sich, als er in einem Ärztehaus verschwindet. Um eventuell von Otti etwas zu erfahren, begibt sie sich zu seinem Arbeitsplatz, wo sie ihn jedoch nicht antrifft.

Eines Tages steht der Bruder von Rudolf vor ihrem Haus, der Oma Else mit Komplimenten überschüttet. Am Strand verbringen die beiden romantische Stunden und tanzen anschließend am Hafen zur Musik einer Gruppe älterer Musiker. Doch der schöne Abend lässt Oma Else nicht vergessen, dass Otti und Rudolf ein Geheimnis verbindet. Bei ihren Nachforschungen sieht sie zu allem Überfluss auch noch, dass Rudolf sie offensichtlich mit einer anderen Frau betrügt. Weiterlesen »

Zu Beginn der 1960er Jahre löste die Einführung der Antibaby-Pille eine sexuelle Revolution aus. Insbesondere Studenten schlossen sich zu Wohngemeinschaften zusammen, die nicht selten politisch motiviert waren. Als Idol einer ganzen Generation ist das Model Uschi Obermaier zum Inbegriff der 68er-Bewegung geworden und propagierte Die freie Liebe. Entdeckt wurde sie von Mitarbeitern der bis 1971 existierenden Jugendzeitschrift Twen, die sich offen über für die damalige Zeit tabuisierte Themen wie vorehelichen Geschlechtsverkehr oder Homosexualität äußerte, sich aber auch kritisch mit der NS-Vergangenheit auseinandersetzte.

Im Jahr 1971 zieht der einundzwanzigjährige Germanistik-Student Wolfgang Wegener in dem Roman von Volker Hage nach München. Neben anspruchsvoller Literatur liest er den Spiegel und die FAZ, aber auch mit Vorliebe Texte, in denen es wie in den regelmäßig erscheinenden „twen“-Heften um die Beziehung der Geschlechter geht. Er zieht in eine WG zu Larissa, ihrem Verlobten Andreas und Claudia. Obwohl in seiner Heimatstadt Lübeck Anna auf ihn wartet, entwickelt sich zwischen ihm und der in sexueller Hinsicht völlig offenen und Die freie Liebe propagierenden Larissa eine Beziehung, nachdem sie sich über ihre sexuellen Erfahrungen ausgetauscht haben. Ihrem Verlobten gegenüber verschweigt sie nichts, doch auf Dauer führt die komplizierte Dreiecks-Beziehung zu Problemen, die Wolfgang in eine Krise stürzen. Weiterlesen »

Wenn sich jemand nicht mehr an das Geschehen vor einem ganz speziellen, zumeist traumatischen Ereignis erinnern kann, sprechen Mediziner von einer retrograden Amnesie. Darunter leidet in dem Roman Fremdes Leben eine Frau, die unter anderem mit schweren Schädelverletzungen nach einem Autounfall in die Universitätsklinik Köln eingeliefert wird. Auf Wunsch ihres Ehemanns wird sie in eine private Klinik verlegt und dort für die nächsten eineinhalb Jahre in ein künstliches Koma versetzt. Nach einem Problem mit ihrer Beatmung wird die Frau in ein Krankenhaus überführt, wo sie zur Überraschung aller nach neun Tagen das Bewusstsein wiedererlangt. Von der behandelnden Ärztin Dr. Scheuer erfährt sie, dass sie Claudia Beermann heißt, was sie jedoch bestreitet, denn sie glaubt, Cilly Castrup zu sein. Außerdem, so erklärt ihr die Ärztin, soll sie sich in der privaten Pflegestelle eine die Atmung erleichternde Trachealkanüle selbst herausgerissen haben. Dr. Scheuer zeigt sich verwundert, dass ihre Patientin mit den medizinischen Fachbegriffen offensichtlich vertraut ist und lässt sich davon überzeugen, dass sie zu dieser Handlung kaum in der Lage gewesen sein kann.

Die sich für Cilly haltende Frau erinnert sich immer wieder an eine Fahrt zu einem Steinbruch und die Worte „Mach sie tot!“. Als sie der Ärztin gegenüber ihren Verdacht äußert, dass es sich bei dem Unfall um einen Mordversuch gehandelt haben muss, verweist die zunächst auf Erinnerungstrübungen. Weiterlesen »

In dem Roman Allein kann ja jeder wurde die einundsiebzigjährige Rosa Liedke sowie der gleichaltrige Konrad Schmitt und Lehrer Hans Seefeld vom ehemaligen Geschäftsführer der MultiLiving GmbH hereingelegt, der das Projekt Kaiserstern in Kaiserswerth errichten lassen wollte. Nachdem er alle drei um ihr Vermögen gebracht hat, haben die obdachlos Gewordenen kurzerhand die Villa Zucker besetzt, auf dessen Grund die Eigentumswohnungen errichtet werden sollten. Rosas Tochter Ellen stand ebenfalls auf der Straße und schloss sich mit ihrer Tochter Kim den Hausbesetzern an. Zufällig ist sie im Keller auf den Schwarzen, sich versteckt haltenden Mardi gestoßen und beschloss, sich um ihn zu kümmern.

Bereits seit zehn Tage versorgt sie ihn und Kim muss aufpassen, dass sie sich nicht verrät, denn lediglich Seefeld hat bisher von Madis Existenz Kenntnis. Ausgerechnet ihn, ihren Physiklehrer, den sie wegen seiner militärischen Vergangenheit für einen „Oberpsycho“ hält, muss sie zunehmend ins Vertrauen ziehen, da Mardi, der in Wirklichkeit Dembélé Jacques Madou heißt und aus Mali stammt, von der Polizei gesucht wird. Kim findet Gefallen an Mardi, aber auch an ihrem neuen Mitschüler Samu. Zu allem Überfluss muss sie sich noch um ihre beste Freundin Jenny sorgen, die wegen Drogenmissbrauchs im Krankenhaus liegt und die mit Tarik befreundet ist, der wiederum den von Kim versteckt gehaltenen Mardi zu kennen scheint. Zu seiner Rettung schlägt ihr Seefeld einen Deal vor und wendet sich an Kommissar Patrick Mittmann, den Freund ihrer Mutter Ellen. Weiterlesen »

Herr Gödel wollte, dass sein Sohn Heinz ein Medizinstudium absolviert, um eines Tages seine Praxis zu übernehmen. Das ist jedoch seiner erfolgreichen Tochter gelungen und der gemeinsame Bruder, der es bis zum Staranwalt gebracht hat, wird Heinz ebenfalls bei jeder sich bietenden Gelegenheit als Vorbild vorgeführt. Stattdessen hat er lediglich ein Lehramtsstudium absolviert, womit er der Außenseiter der Familie ist und irgendwie Nicht von dieser Welt zu sein scheint. Im Gegensatz zu allen Angehörigen besucht er regelmäßig die Schwester seiner Mutter, die in ein Heim abgeschoben werden soll. Er besitzt weder ein Smartphone, noch einen Fernseher und liest stattdessen viele Bücher, vornehmlich von Karl May. Alle zwei Wochen lässt er sich die Haare schneiden und sein einziger Freund ist sein Hund Franz, der HIPP Babynahrung bevorzugt und mit dem er auch unter der Bettdecke kuschelt. Der mittlerweile Sechsunddreißigjährige zeigt auch kein Interesse an Sex, obwohl ihn die Abiturientin Jenny einmal dazu verführt hat.

Überraschend wird Heinz ein Jahresvertrag als Deutschlehrer an einem Gymnasium angeboten. Gleich zu Beginn wird er von seiner Kollegin Frau Huber darin unterwiesen, dass er sich Respekt bei den Schülern verschaffen muss, um eine Klasse „im Griff“ zu haben. Weiterlesen »

Die auf ihre Besucher so harmlos wirkende „Villa Baviera“, die heute ein Hotel im bayrischen Stil beherbergt, birgt ein zutiefst trauriges und erschütterndes Geheimnis der chilenischen, wie auch der deutschen Vergangenheit. Seit der Gründung der totalitären Siedlung Colonia Dignidad im Jahr 1961 durch den ehemaligen Jugendpfleger Paul Schäfer wurden in der südlich von Santiago de Chile gelegenen Region Parral über Jahrzehnte um die dreihundert Menschen ihrer persönlichen Habe beraubt, bespitzelt und unter strengsten Sicherheitsverwahrungen regelrecht gefangen gehalten sowie mit Elektroschocks und Psychopharmaka gefügig gemacht. Zur Auswanderung nach Chile hat er sie bewegt, indem er ihnen mit dem angeblichen Einmarsch der Russen Angst eingejagt hat. Kinder, die er für seine sexuellen Perversionen missbrauchte, hat er unter Vortäuschung falscher Tatsachen nach Chile entführt. Wer die Flucht wagte, wurde vom Militär aufgegriffen, das im Gegenzug eine Unterstützung durch die einer Sekte ähnelnden Siedlung erfuhr, was Diktator Pinochet an die Macht verhalf, der wiederum seine Gegner auf dem weitläufigen Areal foltern ließ. Selbst Angehörige der deutschen Botschaft waren korrupt, boten den Flüchtenden keine Hilfe und lieferten sie ihren Peinigern aus. Aber auch die UNO und Amnesty International, die seit 1976 von den Vorwürfen wussten, unternahmen nichts. Außenminister Steinmeier, der erst kürzlich die Akten unter Umgehung der regulären Schutzfrist freigab, räumte in einer Erklärung immerhin ein, dass „bestenfalls weggeschaut“ wurde. Anja Jonuleit wagt in ihrem Roman Rabenfrauen eine Aufarbeitung der damaligen Ereignisse. Weiterlesen »

Arden lebt in Chicago und arbeitet in einer Webnachrichtenredaktion. Ihren Traum von einem eigenen Buch hat sie schon lange aufgegeben, und da sie von ihrem geschiedenen Mann keinerlei Hilfe zu erwarten hat, fällt es ihr schwer, die Studiengebühren für ihre Tochter Lauren aufzubringen. Noch ahnt sie nicht, dass die sich nur ihrer Mutter zuliebe durch ein BWL-Studium quält, denn ihre Leidenschaft gilt der Malerei. Als beide von Ardens Mutter Lolly einen Brief mit einer Einladung samt einem Armbandanhänger erhalten, haben sie ein schlechtes Gewissen und wollen Lolly zum Memorial-Day-Wochenende in ihrer Blockhütte am Lost Land Lake in Michigan mit einem Besuch überraschen.

Die extrovertierte Lolly hilft trotz einer beeinträchtigten Denkleistung immer noch in einem Süßwarenladen aus. Nach Auskunft einer Ärztin wird sie in Zukunft nicht ohne familiäre Unterstützung zurecht kommen, auch wenn sich Pfleger Jake um sie kümmert. Während ihres Aufenthalts in Michigan stellen Arden und Lauren fest, dass sie nur wenig voneinander wissen. Aber noch weniger kennen sie die Bedeutungen der vielen Anhänger an Lollys Bettelarmband. So erfahren sie von ihr nach und nach die Familiengeschichte, die mit der erst siebzehnjährigen Mary und einer Fahrkarte von Irland nach Amerika im Jahr 1901 beginnt. Weiterlesen »

Erst vor fünf Jahren hat die mittlerweile vierunddreißigjährige Martina Bäck von ihrer Tante Uschi und deren Mann Karl erfahren, dass ihr Vater noch lebt. Von Uschi und Karl, bei denen sie aufgewachsen ist, hat sie immer nur gehört, dass er vor ihrer Geburt verschwunden wäre und ihre Mutter, an die sie keine Erinnerung hat, bei einem Autounfall ums Leben kam. Martina erfährt weiter, dass ihr an Schizophrenie erkrankter Vater inzwischen durch Lungenentzündungen und einen Schlaganfall geschwächt ist, womit ihr nicht mehr viel Zeit zum Kennenlernen verbliebe.

In einem ihr von der Tante ausgehändigten Tagebuch ihrer Mutter liest sie von den Veränderungen ihres Vaters und seiner Entmündigung. Aus Verzweiflung darüber und mit allen Sorgen allein gelassen, hat sie einen geplanten Suizid dem Tagebuch anvertraut. Ihren Zieheltern wirft Martina vor, Schuld am Tod der Mutter zu tragen, und sie wird von quälenden Gedanken heimgesucht, nicht früher von der Existenz ihres Vaters gewusst zu haben. Sie besucht ihren Vater zum ersten Mal mit gemischten Gefühlen in der Klinik und erfährt von seiner Ärztin, dass sich sein Zustand im Alter gebessert hätte. Die an einer Universität Unterrichtende begibt sich auf Spurensuche – Diagnose Schizophrenie und liest alles, was sie darüber finden kann. Den Großteil ihres Freundeskreises verliert Martina in der Folge und besucht fast täglich ihren Vater, der sich jedes Mal sehr darüber freut, und sie nimmt sogar Kontakt zu ihrer Verwandtschaft väterlicherseits auf. Weiterlesen »

Während eines Familienurlaubs auf Sardinien kommt es zwischen Ilka und ihrem Mann Dennis zu einem Streit, nachdem er sie wieder einmal mit einer anderen Frau betrogen hat. Hals über Kopf verlässt sie ihn daraufhin mit den beiden Kindern Thea und Felix. Doch wegen eines Motorschadens an ihrem Auto kommt sie nicht weit. Es bleibt ihr nichts anderes übrig, als ausgerechnet in einem Gay-Resort für eine Nacht unterzukommen. Obwohl Helmer, der Betreiber des Schwulen-Hotels, Ilka und die Kinder nur ungern aufnimmt, macht er ihr am Morgen das Angebot, auch für die nächsten drei Tage bis zum Heimflug zu bleiben. Auf die pubertierende Thea und ihren sechsjährigen Bruder Felix, der bevorzugt eine rosa Badehose trägt, warten aufregende Tage, und sie machen die Bekanntschaft mit Olga, einem Transvestiten sowie einem Schwulenchor.

Volker Surmann erzählt seinen Roman Mami, warum sind hier nur Männer? aus verschiedenen Perspektiven, indem er seine jeweiligen Handlungspersonen in der Ich-Form berichten lässt, was naive Fragen, besonders des kleinen Felix, einschließt. Wie nicht anders zu erwarten, bedient sich der Autor bei diesem Thema so ziemlich aller Klischees, doch vernachlässigt er dabei weder interessante Informationen über Sardinien, noch über das Leben der Männer, die Ilka in dem Resort kennenlernt. So hat nicht nur der Transvestit Olga eine Vergangenheit, die überrascht, sondern auch Helmer tut es gut, Ilka sein Herz auszuschütten. Weiterlesen »

Die Eltern der fünfzehnjährigen Bee sind Elgin Branch, der als Teamleiter bei Microsoft arbeitet, und Bernadette Fox, eine berühmte Architektin. Bee, die korrekt Balakrishna heißt, wünscht sich für ihre überdurchschnittlich guten Schulnoten eine Familienreise in die Antarktis. Ihre Mutter, die das Haus nur ungern verlässt, beauftragt Manjula Kapoor, eine virtuelle Freundin aus Indien, per Mail mit den Reisevorbereitungen für die Expedition. Ihrer Tochter zuliebe will sie mitfahren, doch fürchtet sie sich vor der Überquerung der gefahrvollen Drakestraße, die den Atlantik mit dem Pazifik verbindet.

Audrey Griffin, die Nachbarin der in einem baufälligen Backsteingebäude in Seattle wohnenden Familie, verlangt von Bernadette die Beseitigung von Brombeersträuchern, die in ihren Garten wuchern. Als Audrey, die in ihrem Garten einen Schul-Brunch ausrichten will, ihre Nachbarin in der Galer Street School darauf ansprechen will, fährt die einfach davon. Später behauptet Audrey, Bernadette sei ihr mit dem Auto über den Fuß gefahren.

Die Mutter eines Mitschülers von Bee wird die neue Admin eines Teams, dessen Leiter Elgin ist. Von ihr erfährt er auch, dass seine Frau bereits das Gesprächsthema in der Schule ist, weil sie unter anderem den Garten von Audrey in eine Schlammlawine verwüstet haben soll. Als er zu Hause eine größere Menge Tabletten findet, will er Bernadette noch vor der Familienreise vor Weihnachten in die Psychiatrie einweisen lassen. Doch plötzlich ist sie verschwunden. Weiterlesen »

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