Maximilian ist elf Jahre und interessiert sich im Gegensatz zu seinem Freund Yasin weniger für Fußball, als für Bücher. Vornehmlich Bücher oder auch Filme, die von vergangenen Zeiten handeln, interessieren ihn, weshalb er gelegentlich selbst so gewählt wie früher spricht. In seiner Klasse redet er seinen Lehrer, der sich meistens von Maximilian provoziert fühlt, schon mal in der 3. Person an, und im Deutschunterricht sorgt sein Beitrag zu einem Gedicht für Gesprächsstoff. Als die Klasse in einem Steinbruch nach Versteinerungen sucht, fällt Maximilian plötzlich ein, wie zwei Bergsteiger Ötzi entdeckt haben und dass er die Mumie im Museum in Bozen gesehen hat.

Yasin und Maximilian sind mit dem Fahrrad unterwegs. Dabei können sie zufällig David, einen geistig behinderten Jungen, den alle wegen seiner Größe nur Liliput nennen, aus der Gewalt von Josip und Ketchup, der eigentlich Jakob heißt, befreien. Die vier Jungen besuchen dieselbe Klasse und es kommt immer wieder zu Reibereien, weil Ketchup und Josip auf Krawall gebürstet sind. Gerne besucht Maximilian mit Yasin seinen Onkel Andreas, mit dem er sich bestens versteht. Im Gegensatz zu seinen Eltern, die ihn bei allem für zu klein halten, behandelt der ihn nicht wie einen kleinen Jungen. Weiterlesen »

Die in Zürich lebende Ann erhält eines Tages einen Anruf von Nick, dem Mann ihrer Freundin Jessica, die nach einem Suizid auf der Intensivstation im Koma liegt. Nicht zuletzt, um sich auch um deren 5-jährige Tochter Amy zu kümmern, reist Ann nach Wales, wo sie auf die vergangenen Jahre zurückblickt und darauf, wie mit Jessicas Traum alles begann:

Während der gemeinsamen Studienzeit in London lernen die beiden Frauen in einem Pub Nick kennen, in den sich Jessica sofort verliebt. Ann, die in einer WG wohnt, bietet Jessica und Nick ein frei werdendes Zimmer an, das die beiden auch annehmen. Für Jessica folgt eine glückliche Zeit, denn nach der Scheidung ihrer Eltern ist sie bei ihrer Oma und ihrem Vater aufgewachsen, wo sie sich nicht willkommen fühlte. Nach Beendigung seines Studiums will sich Nick nur noch der Malerei widmen und mit Jessica aufs Land ziehen. In Nordwales finden die jungen Leute schließlich in Graig Ddu ein Cottage, das allerdings oben auf einem Berg liegt. Dort wollen sie fernab jeglicher Zivilisation ohne Strom und Handyempfang und ohne fließendes Wasser leben. Bei widrigen Wetterverhältnissen sind sie sogar von der Außenwelt abgeschnitten. Weiterlesen »

Inmitten der Unruhen des spanischen Bürgerkriegs setzen bei einer Frau in Villareal im Sommer 1936 die Wehen ein. Geschwächt bittet sie eine anwesende Nonne, ihren Sohn zu retten. Doch die überlässt ihn seinem Schicksal und wirft ihn in den Fluss, aus dem ihn der Hund von Baffa Rubio rettet. Der Sardinenfabrikant nimmt den Jungen, den er Frankie nennt, bei sich auf, und gibt sich als sein Vater aus. Seine Mutter, so erzählt ihm Baffa, wäre bei einem Autounfall in Detroit ums Leben gekommen. Da der erst fünfjährige Frankie die Musik liebt, beauftragt Baffa einen Blinden, ihm das Gitarrespielen beizubringen. Frankie lernt von seinem Lehrer, den er El Maestro nennt, schnell Jazz- und Flamencostücke zu spielen. Doch im Sommer 1945 wird Baffa verhaftet und gibt dem Lehrer sein erspartes Geld. Er soll damit für das Kind, das sich in Zukunft nur noch Frankie Presto nennen darf, die beste Gitarre kaufen und die entsprechenden Leute bestechen, um für ihn eine Überfahrt nach Amerika zu ermöglichen. In Detroit würde sich seine Schwester um das Kind kümmern. Doch von diesen Plänen ahnt der betäubte und abgeschobene Frankie nichts.

Mit zehn Jahren landet Frankie Presto schließlich alleine in Amerika und hat nur den Wunsch, wieder nach Hause zu kommen. Zunächst kommt der talentierte Junge bei einem Automechaniker unter, bevor es mit seiner Karriere steil nach oben geht. Weiterlesen »

Die Journalistin Yola Wolkenstein benötigt dringend eine Auszeit sowohl von ihrer Ehe, wegen einer Affäre ihres Mannes, als auch von ihrem Job in der Redaktion einer Frauenzeitschrift, in dem ihr zunehmende Konflikte mit ihrer Chefin die Arbeit erschweren. Da ihre vierjährige Tochter Janelle nach Meinung der Kinderärztin dringend Nordseeluft braucht, entschließt sie sich zu einer Mutter-Kind-Kur, obwohl sie von der Vorstellung, drei Wochen in einer Kurklinik mit anderen Frauen und ihren Kindern zu verbringen, nicht begeistert ist. Mit einem zwanzig Jahre alten VW-Bulli macht sie sich gemeinsam mit ihrer Tochter, die sie liebevoll Wölkchen nennt, auf den Weg von Hamburg in den Kurort Cuxhaven.

Bei der Ankunft in der Klinik Seeburg herrschen chaotische Zustände, und Yolas Bedenken gegen eine Mutter-Kind-Kur werden zunächst bestätigt, doch lernt sie nach kurzer Zeit einige der Frauen näher kennen, die alle mit den unterschiedlichsten Problemen zu kämpfen haben. Sie treffen sich regelmäßig am Piratenbus, ein Verkaufswagen am Strand, und unterstützen sich gegenseitig, um ihre Probleme im Alltag zu bewältigen. Yola findet die bunte Truppe zunehmend sympathisch. Sie fühlt sich immer wohler unter den Frauen und fängt an, das Leben wieder zu genießen. Nach einiger Zeit entwickeln sich schließlich Freundschaften und aus der gefürchteten Mutter-Kind-Kur wird ein wunderbarer Urlaub Weiterlesen »

Ada Santorini kommt auch noch nach zwei Jahren nicht über den Schmerz hinweg, ihren geliebten Mann James und ihre achtjährige Tochter Ella durch ein tragisches Unglück verloren zu haben. Als ihr Therapeut ihr von einem zu vermietenden Hausboot in Seattle erzählt, gibt die Dreiunddreißigjährige ihre Stelle als Chefredakteurin in New York auf. Sie will nur weit weg, um zu vergessen und mietet das Hausboot. Von ihrem Bootsnachbarn Alex, der als Kriegsfotograf im Sudan Schreckliches erlebt hat, hört sie zum ersten Mal von einer verschwundenen Lady, die auf ihrem Hausboot gelebt haben soll. Ada ist neugierig und möchte gerne wissen, was damals geschehen ist. Sie entdeckt auf dem Boot eine Truhe mit persönlichen Gegenständen und vermutet, dass sie der verschwundenen Frau gehörten. Mit Alex und einer Freundin von der Polizei will sie dem Geheimnis auf die Spur kommen, denn angeblich haben alle, die damit zu tun hatten, einen Pakt geschlossen und geschworen, ihr Geheimnis mit ins Grab zu nehmen. Auch Gene und Naomi, die Eltern ihres Nachbarn Jim, schweigen, obwohl sie als langjährige Bootsbesitzer etwas wissen müssten.

In zwei Handlungssträngen erzählt Sarah Jio in ihrem Roman Zimtsommer die Geschichte zweier Frauen: Einmal geht es um Ada, die aus ihrer Perspektive von der Ankunft in Seattle im Jahr 2008 berichtet, wobei sie immer wieder in Rückblicken an die glückliche Zeit mit ihrem Mann erinnert wird. Weiterlesen »

Eines Nachts erwartet Juliette Tolédano mit dem Pfleger Guillaume die Ankunft eines Schwerverletzten auf der Intensivstation. Der diensthabende Chirurg hat alles gegeben, um den Arm des erst 25-jährigen Feuerwehrmannes Roméo Fourcade zu retten, nachdem dieser durch den Druck einer explodierenden Gasflasche bei dem Versuch, ein Kind aus einer brennenden Wohnung zu retten, aus dem achten Stock von der Leiter geschleudert wurde. Als er wieder das Bewusstsein erlangt, hat er zunächst keine Ahnung, wie es um ihn steht. Doch dann verfällt er in Selbstmitleid und sieht in seinem Leben keinen Sinn mehr. Juliette kann ihn mit ihrer einfühlsamen Art aufbauen, und trotz knapper Zeit hält sie ihm immer wieder liebevoll die Hand. Roméo sehnt die Tage herbei, an denen sie Dienst hat.

Wie schwer es Juliette momentan hat, ahnt Roméo nicht, denn sie unterzieht sich einer Hormonbehandlung, um endlich ein Kind zu bekommen. Dauernd fühlt sie sich müde und ist den Strapazen der Wechselschicht kaum gewachsen, wofür ihr Lebenspartner Laurent, der als Bankleiter einen gut bezahlten Posten bekleidet, allerdings wenig Verständnis zeigt. Weiterlesen »

Erst vor zwei Wochen hat Björn eine neue Stelle bei einer Behörde in Stockholm angetreten. Mit dreiundzwanzig Kollegen ist er in einem Großraumbüro untergebracht. Sein Schreibtischnachbar Håkan verhält sich ihm gegenüber eher abweisend, und auch das Verhältnis zur Empfangsdame Margareta kühlt nach kurzer Zeit ab. Björns Kollegen wundern sich wie auch sein Chef Karl darüber, dass er gelegentlich einfach so, völlig still und in sich gekehrt, an der Wand zwischen dem Aufzug und der Toilettentür steht. Doch Björn behauptet, dort ein kleines Zimmer mit einem Computer und Aktenordnern im Regal entdeckt zu haben.

Da er niemand von der Existenz des Zimmers überzeugen kann, sucht er selbst nach Beweisen und vermisst das Büro, indem er die Tapetenbahnen zählt und mit einem Lineal die Abmessungen bestimmt. Demnach ist eigentlich gar kein Platz für ein Zimmer, und er kann sich selbst die offensichtlich raffinierte Architektur nicht erklären. Doch Das Zimmer muss es geben, denn schließlich schöpft er dort neue Kraft. Weiterlesen »

Karola bangt um ihren Arbeitsplatz als Dekorateurin, hat ihr Konto überzogen und zahlt noch einen Kredit ab. Um an Geld zu kommen, gibt sie ein Inserat auf, und tatsächlich meldet sich daraufhin ausgerechnet an einem Sonntagmorgen ein Anrufer: Für tausend Euro soll sie ein Auto von der Schweiz nach Mannheim überführen, das allerdings noch am selben Abend in der Garage seiner Eltern stehen muss. Karola überlegt nicht lange und sagt zu. Auf dem Weg zu ihrem Auftraggeber wird sie von ihrer Freundin Regine begleitet, und als die beiden Frauen den Zug nach Zürich besteigen, schließt sich ihnen Giulia an, eine Italienerin, die Regine von ihrer Tätigkeit als Arzthelferin kennt.

In der Schweiz nehmen die Frauen das Fahrzeug entgegen und treten die Heimreise an. Doch als sie im Kofferraum eineinhalb Millionen Euro in 500er Scheinen entdecken, glauben sie ihren Augen nicht zu trauen. Geradeaus ist keine Himmelsrichtung, das wissen sie auch, aber für sie heißt es erst einmal Gas geben und nichts wie weg. Einer Rundfunkmeldung entnehmen sie, dass am Aufenthaltsort ihres Auftraggebers eine Explosion stattgefunden hat und die Indizien, so der Sprecher, deuten auf eine Beteiligung der Mafia hin. Karola, Regine und Giulia ziehen sofort Parallelen zu dem Geldfund, und wenn die Mafia jetzt auch hinter ihnen her ist, müssen sie sich schnellstens von dem Auto trennen. Weiterlesen »

Nach dem Tod ihres Mannes vor vier Jahren lebt die Anwältin Nikola Petersen alleine mit ihren beiden Kindern Tessa und Max in Hamburg. Auf ihre Schwiegermutter Gisela, die sich spontan zu einer Kreuzfahrt entschlossen hat, kann sie ausgerechnet während der zähen Scheidungsverhandlung ihrer Freundin Florentine nicht zählen. Die wurde nämlich von ihrem Mann Ulf mit drei kleinen Kindern im Stich gelassen, und obwohl die Eheleute erst vier Monate getrennt leben, behauptet er vor Gericht, dass das Trennungsjahr bereits verstrichen ist. Sein Anwalt Dr. Schleitheimer ruft dazu eine Zeugin auf, die das bestätigt, was wiederum für Florentine den Wegfall des Trennungsunterhaltes bedeuten und sie vor große finanzielle Probleme stellen würde.

An der ganzen Geschichte, die Ulf dem Gericht aufgetischt hat, scheint nach ersten Recherchen der beiden Frauen etwas faul zu sein. Deshalb will sich Nikola mit dem Strafverteidiger Simon beraten, der in Zusammenarbeit mit ihrem Sozietätpartner Alexander einen Plan ausarbeitet. Doch sie sorgt sich nicht nur um ihre Freundin Florentine. Auch in ihr Privatleben stürzt so einiges „ziemlich unverhofft“ ein. So zeigt sich Simon enttäuscht darüber, dass seine wiederholten Annäherungsversuche stets vereitelt werden, Alexander rückt mit einem Geständnis heraus und Nikolas Nachbar Tiziano stellt sie seiner Mutter als seine Verlobte vor. Weiterlesen »

Sigmund Seiler hält in der Siegerlandklinik jeden Freitag eine Lesereihe für die Patienten ab, in der er ihnen aus einem Buch über seine eigene Leidensgeschichte vorliest: Ihn, den achtundfünfzigjährigen Sigmund Seiler plagen Schmerzen, die von seiner Bandscheibe ausgehen und ihn quält der Ischiasnerv, weswegen er zur Physiotherapie in die Rehaklinik kam. In seiner Freizeit rezitiert er literarische Texte, teilt er seinen Zuhörern mit und lebt seit der Scheidung von seiner Frau Margot mit seiner sechzehnjährigen Tochter Susi zusammen. Eines Tages vernimmt er an der Theke im Casino des Media Centers der Klinik eine Stimme einer gutaussehenden Dame, die eine Bestellung aufgibt. Von nun an ist er von dem Gedanken besessen, ihren Namen ausfindig zu machen und mit ihr ins Gespräch zu kommen.

Mit diesem kurzen Abriss erschöpft sich das Handlungsgeschehen des Romans Der Liebesidiot von Hajo Steinert bereits. Doch das literarische Talent des Autors zeigt sich erst in seinen Ausführungen zu den Gedanken und Erinnerungen von Sigmund Seiler, der wiederum die Zuhörer in der Siegerlandklinik daran teilnehmen lässt. Er referiert ausführlich über seine Leidenschaft als Vorleser, die er mit der besonderen Betonung bis zum Perfektionismus betreibt, nachdem er von seinem Vater gelernt hat, schon auf kleinste Nuancen unterschiedlicher Geräusche zu achten. Weiterlesen »

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