Manuel, Schüler am Riesener-Gymnasium in Gladbeck, ist im strömenden Regen auf dem Weg zum Sportunterricht. Er muss sich beeilen, denn er hasst es zu spät zu kommen. Doch auf dem Weg zur Sporthalle versucht jemand, ihn mit seinem Auto auf dem Bürgersteig zu überfahren. Manuel weiß auch schon, wer dahinter steckt, denn sein Deutschlehrer Herr Urian ist sichtlich darüber verärgert, dass er unversehrt davongekommen ist. Der Lehrer befiehlt drei Muskelprotzen, Manuel anzugreifen, die der allerdings im Handumdrehen zu Boden bringt. Er nutzt einen günstigen Augenblick, um auf Urian loszustürmen, der den aussichtslosen Versuch wagen muss, sich im Nahkampf gegen Manuel zu behaupten. Der sticht seinem Lehrer nach einem kurzen Kampf mit einem Messer mitten ins Herz, und Urian ist binnen weniger Sekunden tot.

Die ersten Seiten des Fantasy-Romans Die letzte Stunde der Menschheit sorgt beim Leser zunächst einmal für Verwirrung. Denn wenn ein Schüler in Superhelden-Manier einem Anschlag mit einem Auto entgeht, in kurzer Zeit drei große, starke Männer zu Boden bringt, seinen Deutschlehrer überwältigt und ihn tötet, ist das wohl nicht alltäglich. Weiterlesen »

Vincent Bentz wäre gerne Radiomechaniker geworden, doch notgedrungen musste er eine Lehre im väterlichen Betrieb machen. So arbeitet er auch mit neunzehn Jahren noch im Blumenhandel, obwohl im Jahr 1953 damit kaum Geld zu verdienen ist, da die Menschen eher etwas zum Essen benötigen. Als Vincent, der von einem Leben in Italien träumt und die Hoffnung hat, mit Nelken zu Reichtum zu gelangen, tatsächlich eines Tages gewinnträchtige Rotblaue Nelken züchtet, kämpft er um die Anerkennung seines Vaters Hans-Otto. Nachdem dieser aus der Gefangenschaft heimkehrte, interessiert er sich nur noch für das Skatspielen oder das Amsterdamer Rotlichtmilieu.

Der nach Lob und Liebe dürstende junge Vincent erlebt erste starke Gefühle in der Tanzschule, in die sein Vater ihn gedrängt hat. Erste sexuelle Erfahrungen sammelt er in einer Bar, auf dem Jahrmarkt besucht er eine Wahrsagerin. Nach seinem Vorbild Monte Christo sinnt er auf Rache für das seiner Meinung nach an ihm begangene Unrecht. Weiterlesen »

Die in Hamburg mit ihrer Freundin Johanna lebende Journalistin Marie erhält eines Tages einen Brief von ihrer früheren Schulfreundin Christine aus Berlin, die sie seit fünfzehn Jahren nicht mehr gesehen hat. Obwohl Der Brief an eine Anschrift in Paris adressiert ist, landet er in ihrem Postkasten. Doch nicht nur dieser Umstand irritiert Marie: Es ist von einem Victor die Rede, der ihr Freund sein soll, den sie aber gar nicht kennt, und von einer schon vor drei Jahren ums Leben gekommenen Yvonne werden ihr Grüße ausgerichtet. Marie kann sich auf all das keinen Reim machen und beschließt, Christine einen klärenden Besuch abzustatten.

Als Marie aus Berlin zurück ist, hat sie noch immer keine Antwort auf ihre Fragen, die sogar durch weitere irritierende Briefe zugenommen haben. Mittlerweile weiß sie, dass mit dem im ersten Brief erwähnten Vorfall ein lebensgefährliches Aneurysma gemeint ist, an dem sie leiden soll. Mit ihrer Lebensgefährtin Johanna überlegt Marie, von wem die Briefe stammen könnten. Sie tippt auf einen alten Schulkollegen, der aus Rache ein perfides Spiel treiben könnte. So sucht sie zunächst Martin in Frankfurt auf und landet schließlich in Paris, wo sie bei einem Freund von Johanna unterkommt. Weiterlesen »

Fünfundfünfzig Jahre und siebzehn Tage war Marguerite mit dem Notar Henri Delorme verheiratet. Er war der einzige Mann in ihrem Leben. Am ersten Tag ihrer Ehe legte er die Regeln fest, und sie passte sich ihm an. Eine ehrenamtliche Tätigkeit, zweimal die Woche in der Stadtbibliothek, war ein Zugeständnis, denn sie sollte nicht arbeiten. Ihr einziger Sohn Frédéric wurde, als er sechs Jahre alt war, ins Internat geschickt. Sie waren ein kultiviertes Paar und ihre tadellose Ehe verlief ohne Streit und ohne Überraschungen. Doch sie war überzeugt, dass dieser aufrechte, prüde Mann sie auf seine Weise liebte. Eines Morgens ist er nicht mehr aufgewacht, ist einfach sanft entschlafen. Der Mann, der ihr Leben bestimmte, ist ihr entrissen worden und sie fragt sich, was sie jetzt mit achtundsiebzig Jahren ohne ihn anfangen soll.

Als Zwölfjähriger hat Marcel Guedj im November 1954 seine Heimat verlassen. Die Unabhängigkeitskämpfer hatten den landwirtschaftlichen Betrieb seines Vaters verwüstet und die Familie musste aus Algerien fliehen. Ihre Nachbarn brachen mit Tochter Nora ebenfalls auf. Die Überfahrt von Algier nach Marseille dauerte zwölf Stunden und in Vincennes, in der Nähe von Paris, bezogen sie eine provisorische Wohnung. Beide Familien trafen sich oft, und Marcel und Nora erkundeten die Seitengassen ihres Viertels. Nach dem Abitur an der Fachoberschule bewarb sich Marcel im Zoo von Vincennes um eine Stelle als Tierpfleger und heiratete Nora. Als das Paar mit zweiundsiebzig Jahren an einer Reise zu einem Scrabbel-Tunier nach Nizza teilnehmen, erleidet Nora beim Schwimmen im Meer einen Herzinfarkt und verstirbt. Weiterlesen »

Der Mathematikstudent Lenny hat sich einen besonderen Moment ausgesucht, um Zoe einen Ring zu schenken. Der Urlaub in Südfrankreich scheint ihm der ideale Zeitpunkt dafür zu sein. Doch bevor er am Pool die Chance wahrnehmen kann, fällt der Ring ins Wasser und bleibt trotz seiner Tauchversuche unauffindbar. Zurück auf dem Zimmer, steht ein für Lenny fremder, junger Mann vor der Tür. Nachdem der sich kurz mit Zoe zurückgezogen hat, stellt sie ihn, einen angehenden Chirurg, als ihren Liebhaber vor. Lenny weiß nicht, wie ihm geschieht, aber letztlich bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich enttäuscht in sein Schicksal zu fügen und das Hotel zu verlassen. Er trampt zum Bahnhof, wo seine Pechsträhne anhält, denn sowohl sein Portemonnaie, als auch seine Reisetasche wird gestohlen. Ohne Ausweis kann ihm leider auch die Polizei nicht weiterhelfen und so nimmt er dankbar einen Tipp an, es mit Couchsurfing zu versuchen.

Nachdem er es bei den ersten beiden Gastgebern nicht ausgehalten hat, landet der penibel auf alles achtende, ordnungsliebende Lenny ausgerechnet bei der chaotischen Hanna und ihrem fünfjährigen Sohn Ben. Weiterlesen »

Im Kriegsjahr 1942 wird es für die Juden in Amsterdam, das die Deutschen besetzt haben, immer gefährlicher. So auch für eine jüdische Mutter mit ihrer sechsjährigen Tochter Beatrix in dem Roman Die letzte Haltestelle. Als sie auf dem Weg zu einer Fluchthelferin sind, werden sie in einer Straßenbahn von deutschen Soldaten kontrolliert. Die Mutter wird abgeführt, während der Kontrolleur Lars das Kind kurzerhand als seine Nichte ausgibt. Doch wie sein Bruder Hans, der Fahrer der Straßenbahn, war er nie verheiratet und hat keine Ahnung, wie man mit einem Kind umgeht.

Nach Feierabend nehmen die beiden Brüder Beatrix mit zu sich nach Hause und vertrauen sich ihrer Nachbarin Frau Vos an. Sie sorgt dafür, dass die anderen Bewohner der Straße das Kind nicht, und Beatrix wird vorsichtshalber in katholischer Religion unterrichtet. Gemeinsam überstehen sie eine vom Hunger geprägte Zeit, da die Deutschen die Ernte beschlagnahmt haben. Im Mai 1945 werden sie von den heranrückenden Kanadiern befreit, auch die Mutter von Beatrix hat den Krieg überlebt und kann ihre Tochter glücklich in die Arme schließen. Weiterlesen »

Karlmann Renn, genannt Charly, lebt nach einer Scheidung mit seiner zweiten Frau Heike, einer Internistin, und den beiden Kindern Luisa und Max in Beimoorsee, nahe Hamburg. Seit sechs Jahren arbeitet der nunmehr Zweiundvierzigjährige als Geschäftsführer bei Sieveking & Jessen, kann sich eine teure Uhr leisten und genießt erlesene Weine.

So viel zum Protagonisten des Romans Vaterjahre von Michael Kleeberg. Eine Handlung in dem Sinne gibt es nicht. Zu Beginn unterhält sich Charly mit seiner sechsjährigen Tochter Luisa, die um den sterbenskranken Hund Bella trauert. In weiteren Geschichten, in denen auch nicht wirklich etwas geschieht und die alle fast schon wie ein abgeschlossener Roman in sich wirken, schreibt der Autor von Charlys Kindheitserinnerungen. Er thematisiert das Leben von Verwandten während des Krieges und auf der Flucht sowie der Freunde seines Protagonisten, lässt ihn mit seiner Tochter einen Ausflug unternehmen und mit seinem Freund Kai ein langes Gespräch auf dem Golfplatz führen. Sämtliche wörtliche Reden werden ausnahmslos ohne Anführungszeichen wiedergegeben. Ein imaginärer Erzähler spricht den Leser direkt mit DU an oder bezieht ihn in der WIR-Form mit ein, wenn nicht Charly selbst in der ICH-Form berichtet. Das alles geschieht ohne Absätze innerhalb des Romans, der lediglich in sechs Kapitel unterteilt ist. Weiterlesen »

Ab Oktober 1940 bis zum Kriegsende wurden etwa zwei bis drei Millionen Kinder aus Deutschland von ihren Eltern evakuiert, wobei die Zahl je nach Quelle variiert. Die jüngeren von ihnen kamen im Zuge der Kinderlandverschickung bei Familien unter, während die älteren in KLV-Lager kamen. Zunächst erfolgte die Verschickung nur in die näher gelegenen ländlichen Gebiete, doch mit Ausweitung des Luftkrieges dehnten sie sich fast auf ganz Europa aus. Kamen die Kinder anfangs nur aus Hamburg und Berlin, so waren es bald auch jene aus dem Ruhrgebiet und letztlich aus dem ganzen Land. Ihre Rückführung bei Kriegsende in die Heimat geschah oftmals überstürzt und nicht selten waren die Kinder während dieser, sich über Wochen hinziehenden Reise auf sich gestellt, ohne zu wissen, ob sie ihre Eltern jemals wiedersehen.

Frank Baer erinnert in seinem packenden Roman Die Magermilchbande mit Max, Peter, Adolf sowie auch Tilli und Bille, die im weiteren Verlauf des Plots zu den Jungen stoßen, an das Schicksal vieler dieser Kinder. Nach Kusice in Westpommern wurden sie evakuiert. Die Kinder ahnen schon, dass sie bald die Heimreise nach Berlin antreten sollen, als plötzlich alle Schulklassen zum Aufbruch angetrieben werden. Weiterlesen »

Nach seinem Studium kehrt Christian Hochstett als Lehramtsanwärter nach Kirchfelden zurück, wo er als Junge einmal eine unbeschwerte Zeit bei Luise, einer Tante seines Vaters, verbracht hat. Luise bietet ihm sofort an, bei ihr zu wohnen, und so bezieht er nach fast siebzehn Jahren das selbe Zimmer in dem kleinen Haus. Bei seinem Antrittsbesuch ist Schulleiter Dalling nicht begeistert über den neuen jungen Lehrer, denn er hat bereits trübe Erfahrungen mit einem Junglehrer machen müssen. Christian übernimmt ein drittes Schuljahr. Alles liebe Kinder, wie ihm Dalling versichert. Doch bereits am zweiten Schultag hat er zwei Feinde in der Klasse, die imstande sind, achtzehn weitere Kinder gegen ihn aufzubringen. Die Zwillinge Peter und Paul Birkenfeld regieren die Klasse. Von seinem Kollegen Sebastian Burbach erfährt Christian, dass es die Kinder vom Birkenhof Clan, die in jeder Klasse mit mindestens einem Kind vertreten sind, schon einmal geschafft haben, einen jungen Lehrer zu vertreiben, was damals mit kleinen Schikanen im Unterricht begann.

Zwischen Christian und der zurückhaltenden, bildhübschen Kollegin Silvia Henschel, die als Halbtagskraft Kunst und Musik unterrichtet, entwickelt sich eine Beziehung. Doch muss er nach einiger Zeit feststellen, dass sie seine Erwartungen nicht erfüllen kann, was er darauf zurückführt, dass er zu hohe Ansprüche stellt. Weiterlesen »

Was geht im Kopf einer Bundeskanzlerin vor, wenn sie der Oper Tristan und Isolde von Richard Wagner im Bayreuther Festspielhaus beiwohnt? Gedanken, die sich Angela Merkel machen könnte, hat Konstantin Richter in seinem Roman Die Kanzlerin – Eine Fiktion verarbeitet. Neben ihrem Mann Joachim Sauer sitzt sie in einer Loge und verfolgt nur mit mäßigem Interesse die Handlung auf der Bühne. Stattdessen setzt sie sich mit der Finanzkrise in Griechenland und dem aktuellen Flüchtlingsproblem auseinander. Sie erinnert sich an den Besuch eines Flüchtlingsheims in Heidenau, wo man sie auf Übelste beschimpft hat. In einem Gespräch mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer um die Frage, wie viel Flüchtlinge Deutschland aufnehmen kann, hatte er sie davor gewarnt, dass die Situation außer Kontrolle geraten könnte. Und auch der Innenminister Thomas de Maizière warnte sie später, die Grenzen weiterhin geöffnet zu halten, weil wegen fehlender Pässe der Flüchtlinge nicht mehr kontrolliert werden kann, wer ins Land einreist.

Angela Merkel erinnert sich ebenfalls an eine Indienreise, bei der ihr deutlich gesagt wurde, dass sie einen großen Fehler gemacht hat, was ihre Flüchtlingspolitik betrifft. Sie weiß, dass es aus allen Lagern wegen ihrer Entscheidungen Kritik hagelt und die Rechtspopulisten deutliche Gewinne für sich verbuchen. Weiterlesen »

Seite 2 von 2712345678910...Letzte »