Im Alter von zwölf Jahren verlässt Jahan im 16. Jahrhundert seine indische Heimatstadt Hindustan und flieht vor seinem gewalttätigen Stiefvater. Er schmuggelt sich an Bord eines Schiffes, auf dem sich ein weißer Elefant befindet, ein Geschenk von Schah Humayuns an den Sultan in Istanbul. Durch eine List kann Jahan Kapitän Gareth davon überzeugen, dass er der Elefantenführer von Chota ist. Doch für seine Gunst, ihm das Leben geschenkt zu haben, erpresst er Jahan damit, dass dieser später im Palast für ihn stehlen soll.

In Istanbul wird Jahan von Sangram in die Palastregeln eingewiesen. Wie Nikola, Davud und der taubstumme Yusuf ist er ein Schüler von Sinan, dem Hofarchitekten von Sultan Süleyman. Jahan erhält Unterricht und wird ein geschätzter Bauzeichner. Weil aber auch Kapitän Gareth immer wieder Diebesgut einfordert, lässt Jahan bei jeder sich bietenden Gelegenheit etwas mitgehen. Als er gemeinsam mit seinem Elefanten Chota einem Kriegsfeldzug zum Sieg verhilft, dürfen sie von nun an im Serail wohnen. Dort begegnet Jahan der schönen Prinzessin Mihrimah und es betrübt ihn zutiefst, als er von ihrer Vermählung mit Rüstem Pascha erfährt.

Mit ihrem Meister Sinan bauen die vier Schüler Moscheen, Aquädukte, Brücken, Karawansereien und für den Astronom Takiyüddin sogar ein Observatorium. Doch sie haben mit Dürren, Erdbeben, Überschwemmungen, der Pest und immer häufiger mit nicht erklärbaren Unglücksfällen zu kämpfen, die nicht nur die Bauwerke zerstören, sondern auch viele Menschenleben fordern. Weiterlesen »

So, wie Palästina aktuell immer noch ein Krisenherd ist und Fundamentalisten Friedensbemühungen scheitern lassen, so kämpft auch Der junge Kreuzfahrer in dem historischen Roman von Lawrence T. Juarez für den Frieden. Im Alter von achtzehn Jahren bricht Konrad im Jahr 1226 von Koblenz nach Sizilien auf und schließt während der Reise Freundschaft mit Tonio. Der darf sich in Palermo der kaiserlichen Garde anschließen, während Konrad von Kaiser Friedrich dazu ausersehen ist, den vom Papst aufgezwungenen fünften Kreuzzug vorzubereiten. Der Kaiser bittet Carim, Konrad die arabische Sprache zu lehren und gemeinsam mit Tonio machen sich die beiden auf den Weg nach Kairo.

Unterdessen muss die Familie des ebenfalls achtzehnjährigen Muslim Raschid aus Cordoba nach Kairo auswandern, da Spanien nach langer islamistischer Herrschaft dem Christentum zufallen soll. Raschid, der in Kairo eine Anstellung als Privatsekretär bei Fahr ed-Din findet, freundet sich schnell mit Konrad, Carim und Tonio an und mit seinen Brüdern Hussein und Ali machen sich sechs junge Männer auf nach Isfahan. Wieder in Kairo, werden Konrad, Tonio und Carim zurück nach Palermo gerufen, doch führt sie eine weitere Reise nach Bagdad wieder zusammen, wo zähe Verhandlungen mit dem Wesir auf sie warten. In der Mongolei treffen sie auf einen jungen Mann, der sich nur Thai nennt und der ihnen immer mehr Rätsel aufgibt. Weiterlesen »

Nach dem Anschluss an das Deutsche Reich wird aus dem ehemaligen Österreich ab März 1938 die Ostmark. Georg Manhart ist als einer der wenigen davon überzeugt, dass damit auch in Wien die Pest Einzug hält. Als Jude muss sein Vater, dessen Mutter und Geschwister bereits deportiert wurden, aus der Wohnung ausziehen und Georg wird als Halbjude für wehrunwürdig erklärt. Nach der Matura nimmt er eine Stelle als technischer Zeichner in einem Flugzeugwerk an, weil er hofft, so seine Ruhe zu haben, da die Produktion von Jagdflugzeugen absoluten Vorrang in der Rüstungsplanung genießt. Sein Freund Rainer wird allerdings an die Front abkommandiert. Während seines Heimaturlaubs im April 1943 verlobt er sich mit Dagmar, auf die Georg bereits in der Schule ein Auge geworfen hatte. Obwohl ihm als Halbjude eine Verbindung mit einer Arierin untersagt ist, tanzt er auf der Verlobungsfeier mit Dagmar zu dem Schlager „Wenn die Sonne hinter den Dächern versinkt“. Seitdem fühlt er sich von ihr magisch angezogen und ist von den neuen Gefühlen überwältigt. Die beiden gehen trotz der damit verbundenen Gefahren ein Verhältnis ein, das jedoch ein jähes Ende findet, als ihr Verlobter Rainer im August 1943 in Russland fällt.

Georg tröstet sich mit Marisa, einer Spanierin, die nicht unter die Nürnberger Rassengesetze fällt. Es ist eine Beziehung ohne Versprechungen, denn seine Liebe gilt weiterhin Dagmar, obwohl er Marisa sehr schätzt. Sein Vater erzählt ihm bei einem Treffen von Massenerschießungen und es werden, was niemand für möglich hielt, auf das bisher als sicher geltende Wien erste Luftangriffe geflogen. Weiterlesen »

Aktuell dreht sich die politische Diskussion um die Frage einer Mautgebühr auf bundesdeutschen Autobahnen. Im Mittelalter war es üblich, dass für die Benutzung von Straßen und Wasserwegen ein Wegezoll entrichtet werden musste und wer Einlass in eine Stadt begehrte, wurde am Stadttor zur Kasse gebeten. So belasten diese Gebühren auch den jungen Jakob in dem Buch Wie der Weihnachtsbaum in die Welt kam von Astrid Fritz, der sich schon seit frühester Kindheit mit Diebstählen durchs Leben schlagen muss.

Nach einer geglückten Flucht aus Freiburg erreicht er im Jahr 1538 kurz vor Weihnachten Straßburg. Dort beobachtet er einen Trauerzug für den verstorbenen 17-jährigen Sohn des Schneiders Gervasius und nutzt, vom Hunger getrieben, die Gelegenheit für einen Einbruch in dessen Haus. Als er sich satt gegessen und von dem duftenden Wein getrunken hat, schläft er jedoch erschöpft ein und wird so von der heimkehrenden Familie entdeckt, die ihn den Scharwächtern übergibt. Einzig die 14-jährige Tochter Johanna hat Mitleid mit ihm. Weiterlesen »

Im Oktober 1147 wird die Klosterschülerin Laetitia aus dem Kloster Paraklet in der Champagne von ihrer Äbtissin Heloïse nach Trier geschickt, um dort von dem Kaufmann Burkhard einige Briefe, die sie einst dem wegen Häresie verurteilten Geistlichen Petrus Abaelardus geschrieben hat, zu erwerben. Für ihre Mission hat ihr die Äbtissin drei Smaragde gegeben, für die sie im Gegenzug die Briefe erhalten soll. Laetitia, die durch eine Intrige der Base ihrer Mutter um ihre legitimen Ansprüche gebracht wurde, erhofft sich als Lohn ein Noviziat im Kloster. Sie will Nonne werden und vielleicht einmal Bibliothekarin, denn Bücher liebt sie mehr als alles andere. Doch als sie sich am Abend zum Haus des vermögenden Kaufmanns begibt, beobachtet sie einen Mann, der im Schutz der Dunkelheit ebenfalls den Kaufmann Burkhard in seinem Haus aufsucht und nach einiger Zeit wieder herausgestürmt kommt. Als Laetitia das Haus betritt, findet sie den sterbenden Burkhard in einer Blutlache und kann im letzten Augenblick vor den Wachleuten des Erzbischofs Albero fliehen.

Da die Feindschaft zwischen dem ermordeten Kaufmann Burkhard und dem Erzbischof Albero über die Stadtmauern von Trier hinaus bekannt ist, muss der Erzbischof unbedingt für eine lückenlose Aufklärung des Mordes sorgen. Bereits am nächsten Tag wird Margund, die älteste Tochter einer Katharer Familie, verhaftet. Weiterlesen »

In dem Abenteuerroman Der Piratenlehrling von Lawrence T. Juarez betreiben die Eltern des 16-jährigen Carlos auf Kuba eine angesehene Metzgerei, die der Sohn übernehmen soll. Doch der Jesuitenpater Don Pedro und der englische Arzt Christian überzeugen die Eltern davon, dass Carlos für ein Medizinstudium wie geschaffen ist. Obwohl Carlos in die schöne Gouverneurstochter Concetta verliebt ist, bricht er 1756 mit seinem Freund Christian und einem Stipendium für ein Studium in Europa auf. Während der gefährlichen Schiffspassage hat die Besatzung mit Malaria zu kämpfen, Carlos gerät in Seegefechte und Gefangenschaft und unter Kapitän Monsieur Pierre wird er wider Willen zum Piratenlehrling. Carlos muss Erpressung und Verrat erdulden, lernt aber auch Freunde kennen, auf die er sich verlassen kann. Immer wieder heißt es, von ihnen Abschied zu nehmen.

Ähnlich ergeht es dem gleichaltrigen Jihad aus Alexandria, der ebenfalls Medizin studieren möchte, aber die väterliche Reederei übernehmen soll. Man einigt sich darauf, dass Jihad erst noch eine Karawane zum Tauschhandel ans Rote Meer begleiten soll und nach dem Abschied von seiner Liebe Yasmin bricht er mit seinem Cousin Karim auf. Weiterlesen »

Mit dem Begriff Mythos werden Sagen, Märchen und Legenden verbunden. Tatsächlich ähneln sie sich oftmals und stützen sich auf eine lange Tradition. Diese sehr alten Erzählungen enthalten meist religiöse oder magische Vorstellungen. Menschen und Kulturen wollen damit ihre Weltanschauung zum Ausdruck bringen. Auch wenn heute noch viele Menschen davon überzeugt sind, dass die zu einem Mythos gewordene Überlieferung der Wahrheit entspricht, kann sie keiner rationalen Prüfung standhalten. Der historische Roman Der Sohn der Amazone von Stefanie Philipp befasst sich mit der griechischen Mythologie kämpferischer Frauen, den Amazonen. In einer Ausstellung zu den Amazonen im Historischen Museum Speyer, die dort bis Februar 2011 zu sehen war, hieß es, dass der Mythos der Amazonen der Fantasie von Männern entsprungen ist, weil sie die Vorstellung von Frauen in Kämpfergestalt reizte.

Für das Volk der „Freien Frauen“ in dem Roman Der Sohn der Amazone ist jeder Mann eine Bedrohung, den es notfalls zu töten gilt. Erlangt ein Mädchen die Geschlechtsreife, wird sie zur „Segnung“ mit einem eigens zum Zweck der körperlichen Vereinigung bestellten „Menschenwolf“ zusammengebracht. Die Tradition erwartet von ihr, in ihrem Leben zwei Mädchen zu gebären, womit sie der „Großen Mutter“ eine Freude macht. Weiterlesen »

Charles Hunter gehört zu den Freibeutern, die im 17. Jahrhundert die karibischen Gewässer unsicher machen. Ihm ist zu Ohren gekommen, dass vor Leres, einer kleinen Insel in der östlichen Karibik, ein spanisches Handelsschiff mit Tonnen von Gold an Bord ankert. Und genau um dieses Gold dreht es sich in dem Abenteuerroman Gold von Michael Crichton. Charles Hunter hat in Sir James Almont, dem Gouverneur von Jamaika, einen Vertrauten und Verbündeten und gemeinsam beschließen sie, die spanische Schatzflotte zu kapern. Natürlich ist auch genau festgelegt, wer welchen Anteil am Gold erhalten soll.

Captain Charles Hunter will schnell aufbrechen und mit der Cassandra in See stechen. Er plant nur zwei Tage für die Aufstellung seiner Mannschaft, um keine Zeit zu verlieren. Von Whisper lässt er sich das Gelände um die Festung Matanceros genau erklären, die als uneinnehmbar gilt. Don Diego de Ramano kann er zu dem gefährlichen Unternehmen überreden, da dieser mit Cazalla, dem Kapitän des Handelsschiffes, noch eine persönliche Rechnung zu begleichen hat. Don Diegos Aufgabe in dieser Mission ist es, ein spezielles Schießpulver zu entwickeln. Mr. Enders wird angeheuert, weil er wie kein anderer Segelschiffe lenken kann. Bassa ist zwar stumm, aber wird zur Überwindung einer steilen Felswand benötigt und Lazues Augen sehen mehr als andere. Darüber hinaus verfügt Lazue als Frau, die sich als Mann ausgibt, über Möglichkeiten von unschätzbarem Wert. Und schließlich will Hunter auch nicht auf den skrupellosen Killer Sanson verzichten. Weiterlesen »

Mit Hexengold setzt Heidi Rehn die Geschichte um Magdalena, deren Schicksal mit „Die Wundärztin“ begann, fort. Der Dreißigjährige Krieg ist mittlerweile seit zehn Jahren vorbei. Die Protagonistin Magdalena hat sich mit ihrem Eric und der gemeinsamen Tochter Carlotta in Frankfurt niedergelassen, wo Eric als Kaufmann arbeitet. Plötzlich kehrt Eric jedoch von einer Reise nicht zurück. Magdalena muss erfahren, dass er ihr etwas über ihre verschollene Familie in Königsberg verschwieg und ihr ein falsches Reiseziel angegeben hat. Magdalenas Welt bricht zusammen. Plötzlich steht sie mittellos da und fürchtet, dass ihr gemeinsames Leben nur auf Lügen basiert. Daraufhin bricht sie nach Königsberg auf und kommt dort nicht nur ihrem Familiengeheimnis, sondern auch Erics Vergangenheit auf die Spur.

Wie schon in Die Wundärztin gelingt es Heidi Rehn, den Leser mit dem Schicksal der schönen und tapferen Ärztin Magdalena in den Bann zu ziehen. Es ist eine bewegte Epoche, in der die Handlung spielt – die Leiden des Krieges sind noch allgegenwärtig, Frauen haben wenig zu sagen. Natürlich ist Magdalena für ihre Zeit eine Art Vorreiterin, aber erfreulicherweise wird sie nie zu modern dargestellt. Sie ist bemüht, eine gute Ehefrau zu sein und möchte gar nicht mit allen Mitteln aus ihrem Leben ausbrechen, wie man es sonst so oft bei Frauenfiguren in historischen Romanen erlebt. Weiterlesen »

Das Buch Jenseits von Feuerland von Carla Federico ist der zweite Teil einer Chile Saga, nach dem erfolgreichen Erstling Im Land der Feuerblume. Die Geschichte des historischen Romans spielt bei genauerer Betrachtung aber nicht in Feuerland, sondern in der Region, welche gegenüber des Archipels liegt – und zwar in Patagonien. Patagonien ist eine windige, einsame, archaische und raue Gegend. Und genau dorthin flüchten zwei Frauen, Rita und Emilia vor ihrer Vergangenheit.

Der Roman wirft den Leser mit einer Verfolgungsszene direkt in das Geschehen. Eine Frau flüchtet vor bewaffneten Reitern. Es ist eine Hetzjagd auf Leben und Tod. Was man zu dem Zeitpunkt noch nicht weiß: Rita – so heißt die Flüchtende – ist Tochter einer Weißen und eines Mapuche-Indianers. Im Chile jener Zeit herrscht eine strikte ethnische Trennung und ein brutaler Rassismus macht Indigene und auch Mischlinge wie Rita zu Verfolgten. Rita ist aus ihrem Dorf geflohen, wo sie als einzige ein Massaker überlebte – verübt von den chilenischen Soldaten, die erbarmungslos die Nicht-Weißen Völker ausrotten möchten. Das passiert teilweise auch aus einer Art Abstoßungsprozess des Neuen, also gegen die Bildung einer gesamtchilenischen Gesellschaft aller dort lebenden Volksgruppen. Weiterlesen »

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