Martin Kreuels hat in 17 Jahre wir: Heike ist gegangen seine sehr persönlichen Erinnerungen an siebzehn gemeinsam verbrachte Jahre mit seiner Ehefrau niedergeschrieben und gleichzeitig mit der Niederschrift versucht ihren Tod zu verarbeiten. Sein Rückblick setzt an, wie er Heike kennen und lieben lernt. Nach einer zweiten Fehlgeburt hat sie bereits erste Anzeichen einer Depression gezeigt, was er jedoch erst später bei der Durchsicht ihrer Aufzeichnungen erfährt. Das vierte Kind ist gerade fünf Wochen alt, da wird bei Heike ein Tumor diagnostiziert. Nach der OP schließt sich eine Chemotherapie an, es gibt weitere Rückschläge und die Tage schleppen sich dahin zwischen Hoffen und Bangen. Martin Kreuels hat immer wieder Angst vor der Zukunft und dem Alleinsein. Sein Hass auf die Ärzte wächst, weil sie in den Patienten nur noch eine Nummer sehen und mit ihnen nach Belieben umspringen. Er muss hilflos dem Verfall seiner Frau zusehen, ohne etwas ändern zu können.

Nach dem Tod von Heike nimmt er liebevoll Abschied von ihr. Der Schulmedizin, die seiner Frau nicht helfen konnte, kehrt er den Rücken und vertraut nun mehr der Homöopathie. Er fragt sich, wie er ihre Lücke füllen soll, ganz besonders im Hinblick auf die gemeinsamen vier Kinder. Weiterlesen »

Unsere Erdkugel ist eingehüllt vom Gestank nach faulem Eiter und verbranntem Fleisch. Leichenberge, stöhnende Verwundete, schreiende Operierte tummeln sich. Man lebt in der Schanz, wo es unerträglich heiß ist und dunkle Löcher in die Tiefe führen. Dieses düstere Bild zeichnet Oliver Gasperlin in Blech – Blech auch, wohin man sieht!

Der Ich-Erzähler ist mit seinem Führer unterwegs und hat schwer an Raketenwerfern und Navigationsinstrumenten zu tragen. Nach dem Tod seines Führers heuert er in einer neuen Truppe an und erreicht mit seinen Kameraden einen Brunnen, der jedoch nur verseuchtes Wasser führt und alle an Diarrhoe erkranken lässt. Bei einem Pharmakologieprofessor entdeckt der Protagonist eingesperrte Kreaturen. Die Menschenversuche geraten dem Professor außer Kontrolle und er wird samt seinem erschaffenen Übermenschen Opfer einer gewaltigen Explosion. Der Erzähler wird nun verpflichtet, die Versuche fortzuführen. Er soll Menschen in Massenproduktion für ein Heer erschaffen, die keine Furcht und keine Schmerzen kennen. Auf die Erschaffung des Gehirns könne verzichtet werden, da es nur hinderlich wäre. Weiterlesen »

Ein Buch – siebenundachtzig Geschichten. Die meisten erreichen den Leser in einer Gedichtform, einige wenige auch als Prosa. Da erkennt ein Mann erst zu spät, was er an einer Frau hatte. Ein anderer beobachtet erst eine Frau im Theater, wie sie mit Gegenständen schmeißt. Später wird er selbst Opfer ihrer Wut.

Johannes Witek spricht in seinen Erzählungen häufig Menschen an, die sich völlig einem System untergeordnet haben. Sie merken nichts mehr, sehen nichts mehr. Die Regeln der Gesellschaftsordnung, denen sich alle zumindest dem Schein nach unterwerfen, kritisiert er scharf und wirft immer wieder die Frage nach der Sinnlosigkeit überhaupt auf. Er fragt nach den Träumen der Menschen. Stellt den Wunsch nach Frau, Kind und Skiurlaub in Kitzbühel infrage und hält diese Leute für Spießer. Johannes Witek zeigt auf, wie Schicksalsschläge den Menschen formen und wie er sich dadurch verändert. An einer Stelle behauptet er, dass der gesunde Menschenverstand ein Fehler in einer Welt ist, die nicht aus Vernünftigen besteht. Er merkt an, dass einige Menschen die Hoffnung auf ein baldiges Ableben eines Angehörigen haben. Und er spricht die Lüsternheit an, die selbst oder gerade noch am Schafott anzutreffen ist. Zu bedenken gibt er, ob wirklich nichts von nichts kommt und ob unsinnige Tierexperimente sein müssen. Weiterlesen »

Thomas Maiwald hat in dem Büchlein Liebe ist Gewühle seine Erfahrungen aus dem Schulalltag in Form kleiner Anekdoten zum Besten gegeben. So war es für manche/n Schüler/in schon schwierig, sich seinen Namen zu merken und er wurde kurzerhand Herr Urwald oder Herr Bergwald gerufen. Jedem scheint auch nicht klar zu sein, dass Lehrer sein auch ein Beruf ist und so wurde er gefragt, ob er auch eine Arbeit hat. Aus Versehen oder teilweise aus Unwissenheit konnte da schon mal aus einem Rektor ein Bestimmer werden, ein Herz konnte pupen, aus Aschenputtel wurde Aschenpudel, Leibeskräfte wurden zu Leideskräften, es gab Altersheimer anstatt Alzheimer oder die Monatsblutung wurde zu einer Durchblutung. Missverständnisse gab es auch bei der Aussage, dass man vor einer OP eingeschläfert wird oder dass unter einem Brunch die Massage einer Schülerin verstanden werden kann. Ein/e Schüler/in hat die Zugspitze in Hannover vermutet und ein/e andere/r hat Bayern nicht mehr zu Deutschland gezählt. Für Thomas Maiwald war es auch eine neue Erfahrung, dass nicht nur Mädchen und Frauen gemeinsam auf die Toilette gehen, sondern auch die Jungen der ersten Klasse, um sich gemeinsam anzufeuern. Weiterlesen »

Seine nachhaltigsten Erinnerungen an eine facettenreiche Fernsehzeit beim Südfunk hat Manfred Naegele in seinem Buch Bildschirmverstörung festgehalten und erzählt von einer Zeit, als Einschaltquoten noch kein Maßstab waren.

Eigentlich wollte Naegele Jurist werden und landete, ohne jegliche Ausbildung oder journalistische Erfahrung, durch einen Zufall als freier Mitarbeiter beim Fernsehen. Ein Studienfreund, der sich als Kabelträger beim Südfunk ein paar Mark dazu verdiente, hatte das Team der Abendschau zu einer Grillparty eingeladen. Nach einem feuchtfröhlichen Abend wurde Naegele von Ulrich Kienzle, dem Leiter der Abendschau, zu einem Besuch in der Redaktion eingeladen, wenn er mal nach Stuttgart käme. Daran erinnerte er sich, als er einen Termin in der Landeshauptstadt hatte und fuhr zum Fernsehstudio des Südfunks, wo er eine der täglichen Programmsitzungen verfolgen konnte. Als ihn der Redaktionsleiter fragte, ob er nicht Lust hätte, auch mal einen Film für die Abendschau zu machen, drehte er als blutiger Anfänger mit einem Kamerateam seinen ersten kleinen Fernsehbeitrag.

In einer wöchentlichen Anti-Hitparade führte Naegele kitschige und besonders verlogene Schlager ad absurdum, wodurch es wüste Proteste, aber auch begeisterte Zustimmung gab. Weiterlesen »

In seinen autobiografischen Erzählungen Heimwege schreibt Gerd Fuchs über seine Kindheit in einem Dorf im Hunsrück, das nach und nach durch Bombengeschwader zerstört wird. Von seinen Erlebnissen der Kinderlandverschickung und wie er schließlich als 16jähriger beschließt zu schreiben. Bücher will er schreiben, ein Schöpfer sein. Obwohl er damals glaubt, dass Schreiben und Glücklichsein einander ausschließen.

Ein unvorbereiteter Wechsel in die Großstadt ist für Fuchs seine Zeit an der Universität in Köln und einem Leben als Untermieter in möblierten Zimmern. Die Arbeit in einem Bergwerk in Herne, eine Burschenschaft, in der er Mitglied wird und wieder austritt, die schlecht bezahlten Tätigkeiten, die das Studentenwerk vermittelt, sind weitere Stationen bis zum Beginn seiner Karriere als Journalist.

Bei einer Tagung der Gruppe 47 wird Fuchs zunächst als Springer-Knecht an den Pranger gestellt. Um dann als junger Autor aus einer seiner Erzählungen zu lesen. Siegfried Lenz und Günter Grass loben ihn, woraufhin er Angebote von zwei Verlagen erhält. 1967 will er sich die Gruppe 47 nicht mehr antun, aber er kann nicht widerstehen und wird Zeuge ihres Untergangs. Weiterlesen »

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