Aufgewachsen in Nürnberg in den 40er und 50er Jahren von Philip J. Dingeldey

Aufgewachsen in Nürnberg in den 40er und 50er JahrenPhilip J. Dingeldey hat in seinem Buch „Aufgewachsen in Nürnberg in den 40er & 50er Jahren“ natürlich in erster Linie von den Gegebenheiten in Nürnberg erzählt, doch dürfte sich die Situation in jeder anderen vom Krieg gebeutelten Stadt in Deutschland nicht anders dargestellt haben. Er erinnert an die Zeit rationierter Lebensmittel, die es nur mit Lebensmittelmarken gab und an den Bau von Luftschutzbunkern. Überall hat Juden das gleiche, grausige Schicksal ereilt. Die Bevölkerung war Großangriffen mit Brand- und Phosphorbomben ausgesetzt. Das Alltagsbild der Kinder war geprägt durch Tote auf den Straßen und sie hörten von Vätern, die auf Heimaturlaub von der Front kamen und neben einem zerstörten Haus nur noch die Gräber ihrer Familie vorfanden.

Um sich über das wahre Ausmaß des Krieges zu informieren, hörte man heimlich den Feindsender. Der Autor berichtet vom Elend der Kriegsgefangenen, die nicht selten beim Entfernen von Luftminen oder Blindgängern umkamen und von der Kinderlandverschickung.

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Eythra – Am Rande der Großstadt von Werner Klötzer

Eythra - Am Rande der GroßstadtEythra, im südlichen Raum von Leipzig gelegen, war bereits mehr als tausend Jahre alt, als die beiden Orte Eythra und Bösdorf der Zerstörung durch die Braunkohlebagger zum Opfer vielen. Der aufwändig gestaltete Textbildband „Eythra – Am Rande der Großstadt“ von Werner Klötzer und seinem Autorenteam möchte den Leser auf eine Zeitreise in vergangene Jahrzehnte mitnehmen und Erinnerungen bei all denen wecken, die Eythra und Bösdorf noch aus eigenem Erleben kennen. Aber auch der jüngeren Generation soll ein Stück Heimatgeschichte vermittelt werden.

Nach einem Vorwort von Holger Schulz, dem Bürgermeister der Stadt Zwenkau, lädt Werner Klötzer den Leser zu einem Spaziergang durch die „Weiße Mark“ ein. Danach erinnert er an die Geschichte der Kirchen und ihre Glocken sowie die „Rittergüter und ihre Herrensitze“ in Eythra und Bösdorf. Rudolf Binsack berichtet über das Schicksal seiner Familie während des Zweiten Weltkriegs und von dem Unrecht, das ihnen nach der Bodenreform widerfahren ist und das sein Vater bis zu seinem Tode nicht verwunden hat.

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Pollin – Fragmente einer Kindheit in Pommern von Barbara Endres

Pollin – Fragmente einer Kindheit in PommernAus Furcht vor den sowjetischen Soldaten flüchteten ab Oktober 1944 Millionen aus ihrer Heimat, zunächst aus Ostpreußen, dann aus Schlesien und schließlich aus Pommern. Die Flüchtlinge gingen einer ungewissen Zukunft entgegen und viele von ihnen sind auf der Flucht durch Auszehrung oder Krankheit gestorben. Barbara Endres erinnert in ihrer autobiographischen Erzählung „Pollin – Fragmente einer Kindheit in Pommern“ an diese Zeit und lässt die Protagonistin Eva Hartmann von ihren Erinnerungen berichten.

Eva blickt gerne zurück auf ihr Zuhause Pollin in Pommern, dem heutigen Damnica in Polen. Aus Erzählungen weiß sie, wie Max und Ida Hartmann zueinander gefunden haben und heirateten. Eines ihrer Kinder hieß Felix, Eva’s Vater. Ihre Mutter hieß Erika und war die Tochter von Christine und Johannes Schüler. Nach vielen unentschlossenen Jahren haben die Eheleute Anfang 1940 geheiratet und Eva erlebte in Pollin eine glückliche Kindheit, die allerdings durch den Krieg ein abruptes Ende fand.

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17 Jahre wir: Heike ist gegangen von Martin Kreuels

17 Jahre wir: Heike ist gegangenMartin Kreuels hat in „17 Jahre wir: Heike ist gegangen“ seine sehr persönlichen Erinnerungen an siebzehn gemeinsam verbrachte Jahre mit seiner Ehefrau niedergeschrieben und gleichzeitig mit der Niederschrift versucht ihren Tod zu verarbeiten. Sein Rückblick setzt an, wie er Heike kennen und lieben lernt. Nach einer zweiten Fehlgeburt hat sie bereits erste Anzeichen einer Depression gezeigt, was er jedoch erst später bei der Durchsicht ihrer Aufzeichnungen erfährt. Das vierte Kind ist gerade fünf Wochen alt, da wird bei Heike ein Tumor diagnostiziert. Nach der OP schließt sich eine Chemotherapie an, es gibt weitere Rückschläge und die Tage schleppen sich dahin zwischen Hoffen und Bangen. Martin Kreuels hat immer wieder Angst vor der Zukunft und dem Alleinsein. Sein Hass auf die Ärzte wächst, weil sie in den Patienten nur noch eine Nummer sehen und mit ihnen nach Belieben umspringen. Er muss hilflos dem Verfall seiner Frau zusehen, ohne etwas ändern zu können.

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Bildschirmverstörung von Manfred Naegele

BildschirmverstörungSeine nachhaltigsten Erinnerungen an eine facettenreiche Fernsehzeit beim Südfunk hat Manfred Naegele in seinem Buch „Bildschirmverstörung“ festgehalten und erzählt von einer Zeit, als Einschaltquoten noch kein Maßstab waren.

Eigentlich wollte Naegele Jurist werden und landete, ohne jegliche Ausbildung oder journalistische Erfahrung, durch einen Zufall als freier Mitarbeiter beim Fernsehen. Ein Studienfreund, der sich als Kabelträger beim Südfunk ein paar Mark dazu verdiente, hatte das Team der Abendschau zu einer Grillparty eingeladen. Nach einem feuchtfröhlichen Abend wurde Naegele von Ulrich Kienzle, dem Leiter der Abendschau, zu einem Besuch in der Redaktion eingeladen, wenn er mal nach Stuttgart käme. Daran erinnerte er sich, als er einen Termin in der Landeshauptstadt hatte und fuhr zum Fernsehstudio des Südfunks, wo er eine der täglichen Programmsitzungen verfolgen konnte. Als ihn der Redaktionsleiter fragte, ob er nicht Lust hätte, auch mal einen Film für die Abendschau zu machen, drehte er als blutiger Anfänger mit einem Kamerateam seinen ersten kleinen Fernsehbeitrag.

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