Schneesturz von Julia Heinecke

SchneesturzDer historische Roman „Schneesturz“ von Julia Heinecke stützt sich auf ein Unglück, das am 24. Februar 1844 den Königenhof im Wagnerstal nach einem Lawinenabgang unter sich begraben hat. Um eine Vorstellung von den Menschen, die später von den Schneemassen verschüttet wurden zu haben, setzt der Plot elf Jahre vor der Katastrophe an: Martin Tritschler ist der neue Besitzer des von einem Wald umgebenden Königenhofes, der ihm ein gutes Einkommen durch den Verkauf des Holzes sichern soll. Tatsächlich ist er schon nach einem Jahr schuldenfrei, doch nur, weil er mehr Bäume als erlaubt abholzt und den Hang kahlschlägt. Die Warnungen eines Nachbarn, die nicht nur dem neuen Waldgesetz gelten, sondern vor allem der damit verbundenen Gefahr, dass die abgeholzten Tannen keinen Schutz mehr bieten, hat er allesamt in den Wind geschlagen.

Unterdessen bringt Martins Ehefrau Walburga in der elften Schwangerschaft Zwillinge zur Welt und mit vierundvierzig Jahren im Jahr 1838 sogar das dreizehnte Kind, obwohl Martin der Magd Gertrudis nachstellt.

weiterlesenSchneesturz von Julia Heinecke

Felix Blom – Der Häftling aus Moabit von Alex Beer

Felix Blom - Der Häftling aus MoabitKriminalkommissar Ernst Cronenberg und sein Assistent Bruno Harting sind über die Freilassung von „Felix Blom“, der drei Jahre im Zellengefängnis Moabit in Berlin eingesessen hat und zuvor an ein ausschweifendes Leben sowie maßgeschneiderte Kleidung gewöhnt war, wenig begeistert. Obwohl dieser nach wie vor behauptet, zu Unrecht wegen eines nicht begangenen Einbruchs verurteilt worden zu sein, sind sie davon überzeugt, dass er es war und den entwendeten Schwarzen Adlerorden irgendwo versteckt hat. Unterdessen werden sie zu einem Toten in die Charitè gerufen, wo der aus Dresden stammende Julius Jacobi liegt, der sich offensichtlich selbst eine Kugel in den Kopf geschossen hat. Bei ihm werden nicht nur Abschiedsbriefe gefunden, sondern auch eine Karte aus elfenbeinfarbenem Büttenpapier mit der Botschaft: „Binnen dreißig Stunden musst du eine Leiche sein“.

Felix Blom kann sich nicht lange über seine Entlassung freuen, da er innerhalb von nur drei Tagen eine Wohnung und anständige Arbeit nachweisen muss. Er hofft auf Hilfe von Gangsterboss Arthur Lugowski. Obwohl dieser nicht mehr gut auf seinen einstigen Schützling zu sprechen ist, händigt er ihm dennoch einen Wohnungsschlüssel aus.

weiterlesenFelix Blom – Der Häftling aus Moabit von Alex Beer

Svendborg 1937 von Tanja Jeschke

Svendborg 1937Im Fokus des Romans „Svendborg 1937“ steht die Aufarbeitung der Ereignisse um die vor dem Zweiten Weltkrieg nach Dänemark emigrierten Juden. Wie Bertolt Brecht wandert auch die Familie Dinkelspiel nach Svendborg auf die dänische Insel Fünen aus, weil die Bilder in der Kunsthandlung von Oz Dinkelspiel als entartet gelten und sich die Familie in Deutschland nicht mehr sicher fühlt. Lediglich ein Bild ist ihm geblieben, das er gut versteckt im Gepäck verstaut. Im Sommer 1937 setzen sich Oz mit seiner Ehefrau Malka sowie den Kindern Ricarda, Meret und dem mongoloiden Friedrich in Flensburg in den Zug, um bei Gertrud, einer alten Freundin von Oz Mutter, unterzukommen. Doch die Familie wird nicht aus purer Nächstenliebe aufgenommen, sondern weil Oz für den „Unterschlupf bares Geld zahlen“ und sich „nicht lumpen“ lassen will.

Ein Anwalt verkauft unterdessen das Haus der Familie in Flensburg samt Inventar. Da Oz aus seiner Kinderzeit von Ferien in Dänemark noch die Sprache spricht, nehmen nur Malka und Meret Dänisch-Unterricht, Ricarda zieht es vor, weiterhin nur auf ihrem Cello zu spielen.

weiterlesenSvendborg 1937 von Tanja Jeschke

Der Würger von der Cater Street von Anne Perry

Der Würger von der Cater StreetDie Protagonistin des zum Ende des 19. Jahrhunderts angesiedelten Kriminalromans „Der Würger von der Cater Street“ Charlotte Ellison lebt in einem von ihrem Vater Edward patriarchalisch geführten Haus, das zur gehobenen Mittelschicht in London zählt. Als eine junge Frau ermordet wird, verbietet Edward, dass seine Töchter Charlotte, Sarah und Emily sowie Ehefrau Caroline davon erfahren. Doch die dreiundzwanzigjährige Charlotte liest heimlich die Zeitung. Wenig später wird ebenfalls in der Cater Street ein Hausmädchen tot aufgefunden. Dessen ungeachtet geht Emily auf einen Ball, auf dem ihr Lord George Ashworth vorgestellt wird. Fortan zählt für sie nur noch, wie sie den aus höherem Hause und gutaussehenden jungen Mann für sich gewinnen kann.

Eines Abends, Charlotte ist alleine zu Hause, kommt Dienstmädchen Lily nicht mehr zurück. Aus Sorge schickt sie Butler Maddock zur Polizei, was allerdings ihren Vater erzürnt, der es für übertrieben hält, wegen eines sicher nur durchgebrannten Dienstmädchens die Polizei zu informieren.

weiterlesenDer Würger von der Cater Street von Anne Perry

Wo das Licht herkommt von Clementine Skorpil

Wo das Licht herkommtWeil Philippine nicht mit dem Tierquäler Seppl verheiratet werden will, flüchtet sie aus der elterlichen Wohnung und kommt ausgehungert in Wien an. Sie freundet sich mit der erst vierzehnjährigen Grete an, wird vergewaltigt und hasst alle Freier. Ihre beste Freundin Grete überlebt das Kindbett nicht, was für Philippine ein schwerer Verlust ist. Verzweifelt bemüht sie sich um das Wohl des kleinen Jakob, das Einzige, was von Grete geblieben ist. Ihre Möglichkeiten sind begrenzt: Entweder sie geht ins Kloster, Hurenhaus, auf die Straße oder zieht Hosen an.

Philippine entscheidet sich für Rom, nennt sich fortan Philipp Moosleitner und darf, da sie sich den „Lehren des Äskulap verschrieben“ hat, als Mann Medizin studieren. Später verlässt sie Rom und nimmt im portugiesischen Coimbra als Philipp ein Studium der Kartografie auf.

weiterlesenWo das Licht herkommt von Clementine Skorpil

Paracelsus – Auf der Suche nach der unsterblichen Seele von Eva-Isabel Schmid

Paracelsus - Auf der Suche nach der unsterblichen SeeleParacelsus wohnt mit seinem besten Freund Caspar in einer Studentenunterkunft in Basel. Mit der Erlaubnis des noch amtierenden Bischofs sezieren die beiden Leichen, um der unsterblichen Seele auf die Spur zu kommen. Doch dann teilt ihm Jacob Göttisheim, der Dekan der medizinischen Falkultät mit, dass der neue Fürstbischof Philipp von Gundelsheim ihre Studien verbieten wird, in denen er eine „ketzerische Arbeit“ sieht, zumal chirurgische Eingriffe den Badern vorbehalten sind. Der Medizinstudent Martin Clauberg ist ein Befürworter des neuen Bischofs und prophezeit, dass dieser den jüdischen Dekan Jacob Göttisheim vertreiben wird, woraufhin Paracelsus mit seinem Widersacher in Streit gerät und sogar von Steffan von Bärenfels bewusstlos geschlagen wird.

Domherr und Inquisitor Johan von Müllenberg rät seinem Freund Jakob, mit seinem zur Stadtwache gehörenden Sohn Laurencz die Flucht zu ergreifen. Unterdessen versorgt Caspar trotz aller Warnungen das von der Schlägerei herrührende Loch in Paracelsus Kopf mit unerlaubten Methoden, womit er ihm allerdings das Leben retten kann.

weiterlesenParacelsus – Auf der Suche nach der unsterblichen Seele von Eva-Isabel Schmid

Die Stille der Frauen von Pat Barker

Die Stille der FrauenDie Bewohner von Lyrnessos bangen um ihr Leben, als sie von den Griechen angegriffen werden. Königin Briseis, einst mit vierzehn Jahren verheiratet und inzwischen neunzehn Jahre alt, muss mitansehen, wie der mächtige Achill alle Männer tötet, darunter auch ihre Brüder. Die siegreichen Männer plündern den Palast, und während sich die einen mit Wein betrinken, vergewaltigen die anderen reihenweise die Sklavinnen. Später werden die Angehörigen der königlichen und adeligen Familien von den Griechen auf ein Schiff getrieben und bei Ankunft im vor Troja gelegenen Heerlager wird über ihr weiteres Schicksal entschieden.

Als Belohnung für seine Tapferkeit und die vielen getöteten Männer wird Briseis als Ehrengeschenk für Achill auserkoren. Von einer Königin zur Sklavin degradiert, muss sie von nun an ihren neuen Herrn und seine Hauptleute bedienen. Wann immer es ihr möglich ist, verbringt sie die Abende in der Hütte der Frauen mit Iphis, die Achill seinem besten Freund und Stellvertreter Patroklos geschenkt hat.

weiterlesenDie Stille der Frauen von Pat Barker

Blumenspiel von Hajo Steinert

BlumenspielHeinrich Theodor Karthaus arbeitet im elterlichen Betrieb. Sein Vater, ein Kunstschmied, ist ein Patriarch und unterstützt im Gegensatz zur Mutter nicht die Vorliebe Heinrichs zum Malen. Nach dem Tod der Eltern unterbreitet ihm Else Römer, eine Freundin seines Vaters, das Angebot, zu ihr nach Cöln an den Rhein zu ziehen. Nach anfänglichem Zögern entschließt sich Heinrich zum Verkauf der Schmiede und des Fachwerkhauses und begibt sich im Jahr 1908 mit einem Koffer, einem Rucksack und seinem Hammer von Engelskirchen im Bergischen Land nach Cöln, wobei er die Strecke aus Angst vor der Eisenbahn zu Fuß bewältigt. Bei Else Römer, die ihn wie eine Mutter umsorgt, wohnt er in der vierten Etage zur Untermiete und legt sich den Künstlernamen Henri Cartouse zu, da er endlich seiner Leidenschaft frönen kann.

Von seinem Balkon aus fällt Heinrich auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein Schaufenster auf, durch das die Näherin Hedwig Maria Groll zu sehen ist. Fortan kreisen seine Gedanken nur noch um ein Treffen mit ihr, während seine Vermieterin Else auf eine Zukunft mit ihm hofft. Bei Hedwig, die für die Kostümbildnerei an der Oper arbeitet, lässt auch Bariton Rudolf Rosenblatt nähen.

weiterlesenBlumenspiel von Hajo Steinert

Im Schatten des Mangrovenbaums von Liv Winterberg

Im Schatten des MangrovenbaumsAnfang des 19. Jahrhunderts lernt Lillian während eines Aufenthalts in der Sommerfrische den Witwer Joseph Markers kennen und verliebt sich zum ersten Mal in ihrem Leben. Als Handelsagent soll er im Auftrag der East India Company nach Singapur reisen und lehnt den Wunsch seiner frisch Vermählten kategorisch ab, ihn auf der gefährlichen Reise zu begleiten. Lillian ist fassungslos, doch kennt sie nicht den Grund: Joseph hat seine erste Frau Alice in Ostindien verloren, deren Tod er noch nicht verschmerzt hat. Sein Freund Elliot, der ihn als Biologe und Forschungsreisender begleiten soll, kann ihn allerdings umstimmen. Nach einer von schwerem Sturm begleiteten Überfahrt erreichen sie Singapur. Doch Lillian hat sich das Leben dort ganz anders vorgestellt und fühlt sich einsam. Für ihren Mann scheint sie kaum zu existieren, weshalb sie viel Zeit mit Elliot verbringt und ihn bei seiner Arbeit unterstützt.

Auf dem Rückweg nach England bricht auf dem Schiff plötzlich ein Feuer aus. Lillian rutscht bei dem Versuch, das Rettungsboot zu erreichen, ab und kann sich, an ein Stück Treibholz klammernd, auf eine Insel retten, wohin es auch die übrige Besatzung verschlägt.

weiterlesenIm Schatten des Mangrovenbaums von Liv Winterberg

Vergiss kein einziges Wort von Dörthe Binkert

Vergiss kein einziges WortDer Roman „Vergiss kein einziges Wort“ ist eine Familiensaga, die im Jahr 1921 mit der Teilung Schlesiens seinen Anfang nimmt, den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs sowie die 68er Studentenunruhen und die Niederschlagung des Prager Frühlings mit dem Einmarsch der Russen behandelt, um schließlich mit dem Beitritt Polens in die EU im Jahr 2004 zu enden. Dörthe Binkert schildert anhand von Familienschicksalen die Konsequenzen, die sich für die schlesische Bevölkerung in dem Zeitraum ergeben haben, wobei sie sich einerseits ganz eng an geschichtliche Fakten gehalten, andererseits aber auch fiktive Handlungspersonen in den Plot eingebaut hat, mit denen sich der Leser identifizieren kann und ihm ein besseres Verständnis ermöglichen.

Martha und Carl Strebel wohnen im oberschlesischen Gleiwitz und haben bereits die Kinder Konrad, Heinrich, Ida, Hedwig und Klara, als sie im Jahr 1921 mit Luise ein weiteres Kind bekommen. Die immer hilfsbereite Nachbarin Agnes Liedka ist für Martha eine treue Verbündete. Als sich Konrad mit der Polin Paulina verlobt, gerät er mit seinem Bruder Heinrich in Streit.

weiterlesenVergiss kein einziges Wort von Dörthe Binkert