Dr. Wilhelm Löhring hat einfach verdrängt, dass er nicht mehr als Finanzvorstand bei Rüssling & Huber tätig ist und erscheint am Tag nach seiner Verabschiedung wie gewohnt in seinem Büro. Er glaubt an einen Komplott des Vorstands und will gegen den Aufhebungsvertrag klagen. So wird er in den Hochreitner-Trakt, einem exklusiven Bereich für wohlsituierte Patienten der psychiatrischen Klinik St. Ägidius, eingewiesen. Doch Löhring glaubt, seine Ehefrau habe die Klinik gekauft und er soll nun das Unternehmen sanieren. Er möchte die Klinik zum Premiumanbieter in der Psychiatrie machen, doch da die Klinikleitung nicht mit ihm kooperieren will, gibt er dem Gesellschafterausschuss schriftlich die Empfehlung, den Geschäftsführer Herrn Fechtner abzusetzen.

In einer Therapiegruppe trifft er auf Keith Winter, einen Finanzmanager von Benderman Ley, dessen seltsames Verhalten autistische Züge aufweist, und Hubert Wienkamp, den ehemaligen Personalchef eines großen Beratungsunternehmens, der an einem amnestischen Syndrom leidet und sich an zwanzig Jahre seines Lebens nicht mehr erinnern kann. Zur Überraschung von Löhring hat Winter ohne Berichte und Analysen bereits einen kompletten Business-Plan erstellt, und Löhring beschließt, die St. Ägidius Klinik an die Börse zu bringen. Dabei unterstützt wird die Projektgruppe „Bad Homburg“ von der ehemaligen Chefsekretärin Karin Schlick, die ebenfalls eine Patientin der Klinik ist. Weiterlesen »

Isolde Schwartz ist Anfang sechzig, lebt in München und ist eine berühmte Philosophin. Eines Tages eröffnet sie in einem Telefonat der erstaunten Sylvie Vaughan, dass sie Nachbarinnen sind. Sie würden sich von einem Symposium in Boston kennen und Sylvie könnte ihr Haus vom Fenster aus sehen. Am nächsten Tag trifft Sylvie die Frau hinter Hecken, die ihr erzählt, dass ihr Mann bereits vor zehn Jahren verstorben ist. Sie hätte einen Geliebten, Florian Waldeck, der sie jedoch nur ausnutzen würde. Aus Dummheit hätte sie ihm ihre Haushälfte überschrieben und will ihn nun loswerden, wobei ihr Sylvie helfen soll.

Sylvie hat mit drei Jahren ihren nicht leiblichen Vater verloren und als sie dreizehn war, hat sich ihre Mutter in einem See ertränkt. Ahmed Abdullah hat ihr ein von Beduinen erbautes Öko-Ressort, die Siwa Oase, vermacht und sich im letzten Jahr zu Weihnachten als ihr leiblicher Vater zu erkennen gegeben. Sylvie will Isolde helfen und vermittelt ihr die Adresse einer Notarin. Doch in einem weiteren Telefonat kündigt Isolde einen Rückzug an. Sylvie weiß nicht, was damit gemeint sein soll und quält sich mit Fragen, die das Schlimmste befürchten lassen. Sie geht zum Haus von Isolde und trifft dort auf Florian Waldeck. Weiterlesen »

Die 38-jährige Anne und ihre Freundin Teresa, von allen Tess genannt, kennen sich seit über zehn Jahren aus einem Yogakurs. Nach sechs Jahren Ehe, in denen sich Anne zwischen Job und Muttersein aufgerieben hat, freut sie sich auf die samstäglichen Treffen mit ihrer Freundin, die immer ein kleines Highlight sind. Doch diesmal ist ihre Laune auf einem Tiefstand, weil sie seit geraumer Zeit keinen Sex mehr mit ihrem Mann Joachim hatte, und er sie am Abend zuvor wieder einmal verschmäht hat. Anne sehnt sich nach Lust und Leidenschaft, doch seit ihr fünfjähriger Sohn Lars auf der Welt ist, haben die sexuellen Aktivitäten zwischen ihr und ihrem Mann nicht nur nachgelassen, sondern tendieren gegen null. Wenn sich ihre Hoffnung auf ein zweites Kind erfüllen soll, ist es für sie höchste Zeit noch einmal schwanger zu werden. Auch bei der kinderlosen Tess, die mit Bernd zusammenlebt, einem Mittdreißiger, der sich als Hausmann betätigt, herrscht Sexflaute im Bett.

Nachdem auch der Versuch der beiden Freundinnen, ihre Männer in einem Wettstreit zu verführen, gescheitert ist, besuchen sie gemeinsam einen Sexshop, um sich mit scharfer Wäsche und angesagtem Sexspielzeug einzudecken. Da sie keine Ahnung haben, wie man die Sachen einsetzt, entschließen sie sich zu einem Besuch in einem SM-Club, um sich vor Ort zu informieren. Weiterlesen »

Iris Schubert ist Dozentin für Lyrik und alleinerziehende, chaoserprobte Mutter der dreijährigen Laura. Sie ist als Talkgast zu einer Radiosendung eingeladen, bei der sie für die Bürgerinitiative „S.O.S. Heidenruh“ Position beziehen soll. Ihr Kontrahent ist die Ferdinand-Mayer-AG und für die Kampagne „Das Erlebnisbad – ein Froschfriedhof“ ist ausgerechnet der Projektleiter Ben Schäfer ihr Gesprächspartner, der als Spezialist für Härtefälle gilt. Erst im Studio trifft sie mit ihm zusammen, was für beide eine Überraschung ist, denn sie kennen sich bereits. Das letzte Mal hat sie ihn vor 25 Jahren auf Jürgens Party nach dem Abitur im Jahr 1989 getroffen und es stand zwischen ihnen Unentschieden.

Schon als Kinder haben die beiden mit Playmobil gespielt, was jedoch in einem Desaster und ihrem Wunsch endete, ihm nie wieder zu begegnen. Als Pubertierende verliebt sich Iris in Christian, mit dem sie eine „Seelenverwandtschaft“ verbindet. Im Gegensatz zu ihr ist er politisch interessiert und sein Lieblingsthema ist der Kapitalismus. Auf Ben trifft sie unerwartet in einer Versammlung der Schule und immer wieder spielt einer dem anderen übel mit. Iris geht mit ihrer Freundin Doro auf Partys und kommt mit Tim zusammen, den sie für die große Liebe hält. Weiterlesen »

Mit der Sage von dem Zwergenkönig Laurin und seinem Rosengarten beginnt Heike Eva Schmidts Roman Die gestohlene Zeit. Der Zwergenkönig soll sich in die schöne Similde verliebt haben, als er sie bei einer Ausfahrt der adeligen Gesellschaft zum ersten Mal sah. Mit einer List war es ihm gelungen, ungesehen in das Schloss ihres Vaters zu kommen und sie in einem unbeobachteten Moment zu entführen. Doch das Heer der Recken spürte ihn auf, um Similde zu befreien. Obwohl ein Zaubergürtel Laurin die Kraft von zwölf Männern verlieh und er mit Hilfe einer Tarnkappe seinen Kontrahenten aus dem Verborgenen attackieren konnte, gelang es Dietrich von Bern den Zwergenkönig zu besiegen und in Ketten zu legen. Viele Jahre war Laurin ein Gefangener im Verlies der Burg hoch über Bern und er verfluchte seinen Rosengarten, der ihn verraten hatte. Niemand sollte die Pracht mehr sehen können, weder bei Tag, noch bei Nacht. Doch hatte Laurin bei seinem Fluch die Dämmerung vergessen und so kommt es, dass auch noch heute die blühenden Rosen bei Sonnenaufgang sowie bei Sonnenuntergang für kurze Zeit erstrahlen.

Im Sommer 1987 studiert Emilia Wiltenberg, Emma genannt, im dritten Semester für das Lehramt. Als sie ein Praktikum am Heinrich-Heine-Gymnasium macht und eine Referendarin erkrankt ist, bittet sie ihr Tutor bei einer Kursfahrt in die Dolomiten als Vertretung einzuspringen. Die erst einundzwanzigjährige Studentin kann sich nur mit Mühe unter den Zwölftklässlern behaupten. Weiterlesen »

Ambrosius Läufer arbeitet in dem Roman Läufers Fall von Lothar Koopmann als Detektiv beim Büro Alternate. Er erhält ausgerechnet einen neuen Auftrag, als sein Chef Achim Alter mit seiner Frau Heidelinde Urlaub auf Sylt macht: Andreas Schmidt sorgt sich um seine Frau Eva, die seit zwei Tagen verschwunden ist. Ambrosius ahnt zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass eine Gruppe von Läufern bei einem Lauftreff ein Paar findet, das durch Pfeile tödlich getroffen wurde. Kai-Uwe und Edeltraud Gaukel, Paul Reimann, Melanie Berg-Wacht, Edgar Kornfeld und Manfred Pechner sind schockiert, als sie einen der beiden Toten als ihren Trainer Günter Stock identifizieren.

Zufälligerweise ist Heidelinde Alter auch ein Mitglied des Lauftreffs und Eva, die tot aufgefundene Frau, war ihre beste Freundin. Ambrosius macht sich zunächst alleine auf die Suche nach dem Mörder, findet aber schon bald in Kai-Uwe Gaukel einen Helfer, der immer schon mal ein Detektiv sein wollte. Zu allem Unglück erreicht Achim Alter auch noch auf Sylt ein Anruf, dass sich ein Kunde unbedingt mit ihm treffen will. Dabei tappt er in eine Falle, wird angeschossen und fällt ins Koma. Für Ambrosius und Kai-Uwe stellt sich die Frage, ob zwischen den beiden Verbrechen ein Zusammenhang bestehen könnte. Bei ihren Recherchen fördern sie Erstaunliches zu Tage: Vor 20 Jahren hat es eine Bogenschieß-Mannschaft in dem Verein gegeben, eine alte Todesanzeige gibt ihnen Rätsel auf und ein geheimnisvoller Brief enthält ein Geständnis, was ihre Ermittlungen in eine völlig neue Richtung lenkt. Weiterlesen »

Verdächtige und andere Katastrophen machen dem ehrgeizigen Hauptkommissar Gregor Brandolf, der wegen seiner Ambitionen meist nur „Eifer“ genannt wird, und seinem Assistenten Paul Maurus das Leben schwer. Die Klavierlehrerin Rosamunde Stichnote wurde erdrosselt neben ihrem Flügel aufgefunden und für den Kommissar kann nur der Fotograf Jürgen Stein vom „Kreisanzeiger“, der auch die Polizei verständigt hat, der Mörder gewesen sein. Wenn auch Maurus nicht versteht, warum der Fotograf der Hauptverdächtige sein soll, wird er vernommen und legt ein mehr als ungewöhnliches Geständnis ab. Als nächstes wird Sofia von Stetten, eine Nachbarin der Ermordeten, verhört. Sie gibt überraschend zu Protokoll, dass die Tote selbst eine Mörderin gewesen wäre, mit dem Resultat, dass Gregor Brandolf nun sie des Mordes an Rosamunde Stichnote verdächtigt.

Gregor Brandolf macht sich mit Paul Maurus auf den Weg zu Brigitte Hunold, die zur Miete bei der Klavierlehrerin gewohnt hat. Als ihnen ihr Gefährte Werner Burgert die Tür öffnet, müssen sie hinnehmen, dass die Direktorin des Grünanlagetheaters keine Zeit für eine Vernehmung hat, weil sie ungerührt ihre Bahnen zu Ende schwimmt. Alleine nimmt Maurus die Ermittlungen auf und erfährt von Harald Benning, dass er Sofia von Stetten bei einem Blind Date kennengelernt hat. Er spricht auch mit Eduard von Amselm und Karlheinz Koelk, einem Lügenbaron, der sich mal als Musikproduzent, Handwerker oder Schauspieler ausgibt. Weiterlesen »

In Deutschland boomt der Markt sogenannter Zeitarbeitsfirmen, die Arbeitnehmer einem Dritten auf Zeit überlassen. Die Beschäftigten werden häufig systematisch ausgebeutet und viele bezeichnen die Vermarktung als eine Form der modernen Sklaverei. Der Personaldienstleister Manpower zählt zu den drei größten Anbietern dieser Branche weltweit und so macht auch der Protagonist Al in dem Roman Sämtliche Niederlagen von Al Burian immer wieder Bekanntschaft mit diesem Unternehmen.

Al, der in Walla Walla, einem Vorort von Washington, aufgewachsen ist, zieht nach dem College nach Oregon und übernachtet zunächst bei Tedra. Seine Freunde Andrew, Bill und Nick sind wie Al schräge Typen, denen nichts so richtig gelingen will. Sie gehen wie er keiner geregelten Arbeit nach, rauchen Gras, konsumieren LSD oder Heroin. Für gut drei Wochen hat Al in einer Videothek gearbeitet. Als er dort gefeuert wird, kommt ihm das gelegen, denn er wollte sowieso mit seiner Band auf Tournee gehen. Bill gibt Al eines Tages den Tipp, dass er sich bei Manpower bewerben soll, doch hält er es nirgendwo längere Zeit aus. Auf einer Halloween-Party bei Tedra trifft er alle seine Freunde und seine Verflossene Ramsey wieder. An seinem Geburtstag besucht Al San Francisco und ist unentschlossen, ob er seinem verkorksten Leben mit einem Sprung von der Golden Gate Bridge ein Ende setzen soll. Weiterlesen »

Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus hat Volker Plauschenat von den Piraten heute Frederikes Partei, den Grünen, die Wähler geraubt, nachdem er bereits vor ein paar Jahren ihre Idee zu dem Kurzkrimi „Der Facebook Mörder“ gestohlen hatte. An zahllosen Samstagvormittagen hatte sie am Infostand der Grünen versucht Passanten zu überzeugen und doppelt so viel Zeit und Energie investiert, wie Volker Plauschenat in seine Kandidatur. Aber nun darf dieser Nerd in Berlin Politik machen! Nach allen Kräften will sie nun diese Freibeuterpartei torpedieren, damit die Piraten den Grünen nicht auch noch die Bundestagswahl versauen. Doch weil es unmöglich ist, es mit einer ganzen Partei aufzunehmen, wird sie sich ganz auf Volker Plauschenat konzentrieren.

Auch einen Monat nach der Wahl stellt sie fest, dass ihre Abneigung gegen die Piratenpartei nicht abgenommen hat. Bei Wikipedia und auf dem pirateneigenen Wiki findet sie ausführliche Informationen über Volker Plauschenat und seine Genossen. Das Gute bei den Piraten ist die Kombination aus Internet und Transparenz, die es ihr leicht machen wird, ihnen „Dreck am Stecken“ nachzuweisen und sie mit ihren eigenen Waffen zu schlagen, denkt Frederike. Weiterlesen »

Isabelle ist unterwegs, um mit der S-Bahn zum Züricher Flughafen zu fahren. Nach einer Operation will sie noch zwei Wochen in Stromboli verbringen und hat einen Flug nach Neapel gebucht. Erst vor den Stufen der Bahnhofstreppe merkt sie, wie schwer ihr Koffer eigentlich ist. Da bietet sich ein älterer Herr an, ihren Koffer die Treppe hochzutragen. Er rollt den Koffer bis zum Bahnsteig an Gleis 4 und bricht dann plötzlich zusammen. Als Isabelle neben ihm kniet, öffnet er noch einmal die Augen, sagt leise „Bitte…“ und stirbt. Eine herbeigerufene Ärztin stellt den Tod des Mannes fest. Die inzwischen eingetroffenen Streifenpolizisten finden keine Papiere bei dem Toten und befragen Isabelle, was vorgefallen ist. In den Verwirrungen vergisst sie völlig die kleine Mappe, die der Mann bei sich trug. Für eine Befragung soll sie sich weiterhin zur Verfügung halten. Doch da sie ihren Flug inzwischen verpasst hat, lässt sie sich von einem Taxi nach Hause bringen.

Erst zuhause wird ihr klar, dass nach ihrer Operation die Strapazen der geplanten Reise für ihre Gesundheit noch zu viel sind. Außerdem stellt sie sich die Frage, ob der Mann auch gestorben wäre, wenn er nicht ihren Koffer getragen hätte. Sie macht sich Vorwürfe, fühlt sich schuldig am Tod des Unbekannten und möchte herausfinden, wer der Verstorbene gewesen ist. Da klingelt plötzlich ein Handy in der Mappe des Toten. Weiterlesen »