Hannah, die vor zweiundzwanzig Jahren im Alter von neun Jahren ihre Eltern verlor, wird von Roberta Rossi telefonisch über den Tod ihrer Tante Elisabeth, kurz Eli genannt, benachrichtigt. Drei Wochen später macht sie sich auf nach Umbrien, wo sie den Verkauf des Sommersitzes ihrer Tante in Castelnuovo in die Wege leiten muss. Der Tod von Eli hat sie sehr getroffen, zumal sie zeitgleich ihre Beziehung zu einem verheirateten Mann beendete. In dem Sommerhaus findet Hannah an sie gerichtete Zeilen ihrer Tante, die sie verwundern und offensichtlich mit ihrer eigenen Vergangenheit verknüpft sind. Da Hannah Journalistin ist, will sie die Zeit in Castelnuovo für einen Artikel nutzen. Im Ort trifft sie auf Matteo Di Lauro, der von den Leuten nur Der Apfelsammler genannt wird, weil er vor dem Aussterben bedrohte Obstsorten retten will. Um mehr über diesen eigensinnigen Mann zu erfahren, will sie ihm, wie es zuvor Eli tat, bei der Ernte behilflich sein. Doch sie ahnt nicht, dass ihr zukünftiges Leben dadurch in eine völlig andere Richtung gelenkt wird.

Immer tiefer taucht Hannah in die Vergangenheit ihrer Tante ein, die in einem Einödhof in Mosisgreuth, einem kleinen Dorf im Allgäu, aufgewachsen ist und schwer unter ihrem tyrannischen Vater leiden musste. Von ihrer Neugier getrieben erfährt Hannah, dass Eli eine unglückliche Liebe mit dem italienischen Gastarbeiter Georgio verband und sogar ein Kind geboren hat, was so gar nicht zu der Tante passt, die sie kannte. Weiterlesen »

Der 48-jährige Programmierer Alfred Ostlicht wurde von dem Züricher Softwareunternehmen AGP, bei dem er beschäftigt ist, zu einer Schulung in das IBM Forschungszentrum nach Rüschlikon geschickt. Sein Chef, der ihn überraschend in sein Büro beordert, bittet ihn zusätzlich am Wochenende das Softwareproblem eines Kunden zu beheben. So fährt er am Samstag mit dem Zug nach Mürren, wo der Reeder Paul Bärlocher seinen Geschäften in einer auf den ersten Blick unscheinbaren Alphütte nachgeht. Der Reeder besitzt elf Schiffe, die zusammen mit ihrer Fracht einen Gesamtwert von einer Milliarde und sechshundertfünfzig Millionen darstellen und irgendwo auf der Welt unterwegs sind. Mit der Software von AGP ist es ihm möglich, die aktuelle Position jedes Schiffes auf mehreren Bildschirmen zu verfolgen: Das Programm berechnet für jede mögliche Route die Reisedauer und den Ölverbrauch und ist, durch den Anschluss an die internationale Cargo-Börse, ein rentables Tool für den Unternehmer.

Bereits bei seinem zweiten Besuch in Mürren findet Alfred schnell heraus, dass ein Hacker eine Subroutine in dem System des Reeders installiert hat, die nicht nur die Schiffskoordinaten, sondern auch alle verschlüsselten Daten an eine völlig fremde Adresse weitergibt. Er vermutet einen Zusammenhang mit den vermehrten Piratenüberfällen in der letzten Zeit, bei denen die Piraten erstaunlich gut über die Schiffe informiert waren. Weiterlesen »

Auf einem Waldspaziergang entdeckt Bernhardt voller Erstaunen ein ungewöhnlich dickes Seil, das kaum einem Bewohner seines Dorfes gehören kann. Am nächsten Morgen sieht er, dass acht Bauern am Waldrand auf Das Seil starren und weitere gesellen sich dazu. Da das Seil bei einer ersten Inspizierung kein Ende hat, was allen unmöglich erscheint, beschließen Bernhardt, Michael und Ulrich dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Die Dorfbewohner warten über zwei Stunden ungeduldig auf ihre Rückkehr, als die Männer mit einem schwer verletzten und ohnmächtigen Ulrich auftauchen, der von einem Eber angegriffen wurde. Bernhardts Frau soll sich des Verletzten annehmen, während die Dorfbewohner endlich Klarheit verlangen. Mit Pfeil und Bogen bewaffnet brechen die Männer auf. Lediglich Bauer Johannes lassen sie zum Schutz der Frauen und Kinder zurück.

Die Männer, die eigentlich am selben Abend zurückkehren wollten, um die Ernte einzubringen, können sich jedoch an keiner Stelle zum Aufgeben entschließen und folgen weiter dem Seil. Bernhardt plagen die Sorgen um seine Frau und sein Baby und nach einer Abstimmung machen nur er und Alfred sich auf den Rückweg. Allerdings kalkulieren die beiden nicht einen Zwischenfall ein, der ihre Heimkehr aussichtslos werden lässt. Die Bauern, die sich zur weiteren Suche entschlossen haben, sprechen sich gegenseitig Mut zu und reden sich ein, dass Bernhardt und Alfred sicher schon im Dorf sind und die Frauen beruhigen. Weiterlesen »

Maximilian Kramer kann nicht verstehen, warum sein Vater die Familie verlassen hat und noch weniger, warum sich seine Mutter Conrad zuwendet. Mit acht Jahren erwischt er die beiden beim Liebesspiel, wodurch er den Unmut seines Stiefvaters heraufbeschwört. Mit dem Titel „Meine schöne Welt“ soll er das Thema eines Schulaufsatzes verfehlt haben und wegen der schlechten Note wird die Mutter zur Schule beordert. Das macht Conrad noch wütender und in der Folge schlägt er den mittlerweile Neunjährigen immer häufiger und brutaler.

Mit seinem Freund Leon findet Maximilian beim Spiel eine Kinderleiche. Wie er herausfindet, handelt es sich dabei um Hannes Kliem, der sich wiederholt in seine Träume mischt. Als Maximilian bewusst wird, warum er die Gedanken an Hannes nicht verdrängen kann, vertraut er sich einem Kommissar an. Die Auseinandersetzung mit seinem Stiefvater, der ihn brutal schlägt und ihm droht, eskaliert.

Maximilian findet sich in einer Welt wieder, die von Stille beherrscht wird und in der kein Licht ist. Verzweifelt ruft er nach seiner Mutter, die ihm nicht antwortet. Er verlässt die Wohnung und begegnet einem Studenten, der sich Iwa nennt und behauptet, zusammengeschlagen worden zu sein. Von ihm erfährt Maximilian, dass er sich überall alles nehmen kann, denn es bleibt ohne Konsequenzen, da nach einem Schlaf alles so ist wie zuvor. Weiterlesen »

An einem hellen Morgen im August in den 1950er Jahren beginnt die Geschichte der beiden Familien Trösch und Tippner, als sich der achtundfünfzigjährige Paul Endler versonnen am Hinterkopf kratzt und ins Tal blickt, in dem sich der von einer Dampflokomotive gezogene Personenzug in das Gebirge quält. Eine Feuerschlange, denkt Paul, denn wenn es dunkel ist, wirbeln Dampf und Funken aus dem Schornstein des Stahlkolosses und die Fenster der Abteile sind erleuchtet. Zusammen mit seiner Frau Elsa und seiner Tochter Margot, dessen erster Mann kurz vor Kriegsende im Februar 1945 gefallen war, lebt er in einem kleinen Häuschen am Rande einer Siedlung auf einer Anhöhe. Entgegen seiner Befürchtungen, hatte Margot, die inzwischen Anfang dreißig ist, in ihrem Freund, dem Hochschullehrer Heiner Trösch, doch noch einen Mann gefunden, der zu ihr passt. Paul und Heiner sind sich auf Anhieb sympathisch und mit der Haltung von eigenen Hühnern für ein tägliches Frühstücksei sowie der Anschaffung eines der ersten Fernsehgeräte in der Siedlung bringt Heiner Veränderungen in das kleine Häuschen, die Paul durchaus zu schätzen weiß. Als sich im Sommer 1957 Nachwuchs ankündigt beschließen Margot und Heiner zu heiraten. Nach der Geburt ihres Sohnes Sven hat Margot, die eigentlich gelernte Verwaltungsangestellte ist und nach dem Krieg Neulehrerin wurde, eine Arbeit als Lehrerin an der gleichen Hochschule aufgenommen, an der auch Heiner beschäftigt ist. Weiterlesen »

Mit ihrer Mutter und zwei Schwestern flüchtet Hattie im Jahr 1925 nach dem Tod des Vaters aus Georgia nach Germantown, einem Arbeiterviertel in Philadelphia. Im Zug gibt es keine Toiletten für Farbige, so dass sie ihre Notdurft unter entwürdigenden Umständen im Freien verrichten müssen. Bei ihrer Ankunft staunt die erst fünfzehnjährige Hattie über das Selbstbewusstsein der Schwarzen im Norden, die nicht in den Rinnstein ausweichen, wenn ihnen ein Weißer entgegenkommt. In der neuen Heimat lernt sie August, der noch in der Ausbildung ist, kennen und wird sofort von ihm schwanger. Noch bevor sie mit siebzehn Jahren Zwillinge zur Welt bringt, verstirbt ihre Mutter. Mit nur sieben Monaten sterben auch ihre Zwillinge und Hattie ist später der Meinung, dass sie sich besser nach dem Tod der Zwillinge ertränkt hätte. Zeit ihres Lebens reicht das Geld kaum dazu, den Strom oder die Kohlen zu bezahlen und oft stehen nur Bohnen auf dem dürftigen Speiseplan. Mit zweiundsiebzig Jahren blickt Hattie auf ein Leben voller Enttäuschungen zurück und hat elf Kinder geboren. Die vielen Träume, die sie als junger Mensch hatte, wichen alle einer harten Wirklichkeit und sie blieb verbittert zurück.

Ayana Mathis, die wie die Protagonistin in Germantown aufgewachsen ist, zeichnet in ihrem Roman Zwölf Leben die Lebenswege von Hattie und ihren Kindern auf, die alle völlig unterschiedlich sind und in separaten Kapiteln vorgestellt werden. Über jedes Kind erfährt der Leser nur einen Auszug aus dessen Leben. Weiterlesen »

Nele Schäfer wird eines Morgens beim Frühstück von ihrem Mann Björn mit der Meldung überrascht, dass er mit erst achtundvierzig Jahren als Chef einer Bank von seiner Arbeit freigestellt wird. Während er darüber Freude empfindet und einer stressfreien Zukunft entgegensieht, schockt seine nur drei Jahre jüngere Frau der Gedanke, nun mit einem Rentner verheiratet zu sein. In den dreiundzwanzig Ehejahren hat sich das gut situierte Paar zunehmend entfremdet und bis auf gemeinsame Urlaubswochen kaum Zeit miteinander verbracht. Björn will, dass sich das ändert und bucht kurzerhand einen Flug nach Florida, wo ein Ford Mustang bereit steht. Zuvor hat er sich aber unbedingt noch in einem Kfz-Kurs Mechanikerkenntnisse aneignen wollen, wobei er die attraktive Dana kennenlernt, die seine Tochter sein könnte. Zufällig sitzt sie mit ihren Motorrad-Freunden im selben Flugzeug wie Nele und Björn. Die beiden staunen nicht schlecht, als sie nach ihrer Rückkehr Besuch von einer zehnköpfigen Harleygang bekommen und Nele wird das Gefühl nicht los, dass ein Alptraum den nächsten jagt. Björn geht die sexy aussehende Dana in ihrem knallengen Lederoutfit nicht mehr aus dem Kopf, während Nele nur noch an einen ihrer Schüler denkt. Der gut aussehende und junge Enrique aus Puerto Rico raubt ihr beim Tango die Sinne und sie weiß nicht, ob sie den Verlockungen überhaupt widerstehen will. Weiterlesen »

Finanziell läuft es nicht schlecht für Torsten Brettschneider, denn er hat einen sicheren Job bei einem Frankfurter IT Security Unternehmen. Aber irgendwie befriedigt ihn die Arbeit nicht mehr und er würde viel lieber einen Bildungsroman für Männer in der Midlife-Crisis schreiben. Seine Freundin Tanja ist allerdings der Meinung, es wäre besser für ihn ein solches Buch zu lesen, statt es zu schreiben, denn in ihrer Beziehung kriselt es gewaltig. Um mit Stresssituationen in der Beziehung besser umgehen zu können macht er deshalb seit drei Monaten heimlich eine Ur-Mann-Therapie bei Dr. Ferdinand von Spickaert, dem Lebensgefährten von Tanjas bester Freundin Renate. Doch mittlerweile kommen ihm Zweifel, ob der Gesprächstherapeut und promovierte Psychologe die beste Option gewesen ist, denn die Situation zwischen Tanja und ihm hat sich nicht wirklich verbessert.

Nachdem er von einer schwedischen Anwaltskanzlei erfahren hat, dass er von einer Großtante mütterlicherseits ein Gehöft mit vierzig Hektar Wald in Gödseltorp geerbt hat, kündigt er kurzerhand seinen Job, um in Schweden als Schriftsteller ein neues Leben zu beginnen. Seine Freundin Tanja ist von dieser Idee allerdings nicht begeistert und die beiden bekommen einen Riesenkrach, in dessen Verlauf Tanja die Wohnung verlässt. Auch sein Vater kann es kaum glauben, dass er seinen Job aufgegeben hat, um in diesem Drecksnest, wie er Gödseltorp bezeichnet, zu leben. Weiterlesen »

Seine Mutter hat der 24-jährige Pax Tate schon als Kind verloren und lebt nun auf großem Fuß von ihrem Treuhandfond, dessen Alleinerbe er ist. Seinen Vater Paul, der als Anwalt in Chicago arbeitet, sieht er nur sehr selten. Von seinem Haus mit Privatstrand und eigenem Boot genießt Pax die beste Aussicht auf eine Bucht am Michigansee. Sein Leben hat er bisher nur mit Drogen und Barschlampen, wie er sie nennt, verbracht. Nach dem Liebesdienst einer Nutte, deren Drogenabhängigkeit Pax für seine Befriedigung ausnutzt, wird er von der 23-jährigen Mila Hill bewusstlos, in seinem Erbrochenen liegend, auf einem Parkplatz aufgefunden. Nach Wiederbelebungsversuchen landet er im Krankenhaus, wo er nach vier Tagen wieder zu sich kommt. Mila besucht ihn dort und stellt sich als seine Retterin vor. So sehr sich Pax auch bemüht, aber diese Frau geht ihm nicht mehr aus dem Kopf.

Mila hat vor zwei Jahren ihre Eltern verloren und führt mit ihrer Schwester Madison deren italienisches Restaurant weiter. Sie selbst betreibt außerdem als Malerin einen kleinen Laden und auch sie denkt immer wieder an den sexy aussehenden jungen Mann. Anfangs wundert sich Pax über seine eigenen, an Mila gerichteten Worte und darüber, dass es ihn erregt, wenn er nur an Mila denkt. Weiterlesen »

Mit achtzehn Jahren meldet sich Ulf Lahner im Januar 1944 freiwillig zur Waffen-SS. Er glaubt fest an das Versprechen des Führers, dass es den Juden gut geht und es wäre ihm eine Ehre, für den Führer zu sterben. Nach der Ausbildung zum Panzergrenadier gehört er zu einem Stoßtrupp in der Normandie, wo er sich zwar als Held erweist, doch auch schwer verwundet wird. In einem Lazarett im Elsass schließt er Freundschaft mit Hans. Wegen der vorrückenden Alliierten wird Ulf in ein Lazarett seiner Heimatstadt Pforzheim verlegt, wo er noch einmal auf seine Mutter trifft. Nachdem die Stadt in ein Flammenmeer verwandelt wurde, in der Ulf nur noch verkohlte Leichen zu sehen bekommt, erbittet er den Marschbefehl. Er hat nur noch den einen Wunsch, wenigstens anständig zu sterben. Ulf gerät in englische Kriegsgefangenschaft, trifft seinen Freund Hans wieder und erfährt erst hier von den an Juden begangenen Verbrechen. Nach Kriegsende soll er wegen einer Beteiligung an einem Massaker in französische Gefangenschaft. Bevor es dazu kommt, begibt er sich zusammen mit Hans, Günther und Fritz auf eine abenteuerliche Flucht vom Ruhrgebiet bis nach Meran, Genua und Buenos Aires, um schließlich in Santiago de Chile einen Spezialauftrag zu erhalten. Dort lernt er auch Pilar kennen, mit der er über seine Schuldgefühle reden muss. Weiterlesen »

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