Heutzutage muss ein Buch nicht erst von einem Verlag entdeckt und für vermarktungsfähig gehalten werden, denn dank Self Publishing steigt die Zahl der begabten und weniger begabten Autoren ständig an. Einige dieser Autoren sind davon überzeugt, einen zukünftigen Bestseller auf den Markt zu bringen, doch die Realität sieht anders aus. Das weiß auch die Autorin Daggi Geiselmann, die bereits einige Bücher im Selbstverlag veröffentlicht hat. Sie möchte in ihrem humorvollen Ratgeber Der Traum vom Bestseller und die harte Wirklichkeit anhand von Beispielen erklären, was auf dem Buchmarkt so alles passieren kann und welche Fallen es gibt. Sie berichtet von ihren eigenen Erfahrungen und erzählt von Ereignissen, die ihr zugetragen wurden.

„Eine Autorin packt aus“ – Diesen reißerischen Untertitel hätte Daggi Geiselmann wohl besser nicht gewählt, denn das Buch Der Traum vom Bestseller und die harte Wirklichkeit kann die Erwartungen, die mit einer solchen Aussage geweckt werden, nicht erfüllen. Die Autorin selber gibt ihren Lesern den Rat, „dass Bücher immer das halten sollten, was sie versprechen.“ Doch können die Schilderungen über das lächerliche Geplänkel einiger Autoren in sozialen Netzwerken oder Autorengruppen wohl kaum als Enthüllungen angesehen werden. Weiterlesen »

Kate Gross, die mit nur sechsunddreißig Jahren an Darmkrebs verstarb, hat im Angesicht des bevorstehenden Todes ihre Autobiografie Der Zauber meines viel zu kurzen Lebens geschrieben. Nach eigenen Angaben ist sie in Dubai am Persischen Golf aufgewachsen und viel in der Welt herumgekommen. Während ihrer Schul- und Studienzeit leidet sie zwar unter Verdauungsproblemen, doch misst sie ihnen keine große Bedeutung bei. Im Jahr 2004 lernt sie ihren späteren Ehemann Billy kennen und zieht zu ihm nach Cambridge. Kate Gross ist Mitte dreißig, beruflich als Vertraute von Premierminister Tony Blair auf der Erfolgsleiter oben angekommen und freut sich mit ihrem Mann über die Geburt ihrer Zwillinge. Das Paar verbringt mit den beiden Jungen eine kurze, aber glückliche Zeit.

Als sie plötzlich unter Übelkeit leidet, dem ein lang anhaltendes Erbrechen folgt, geht Kate Gross im Oktober 2012 ins Krankenhaus, direkt im Anschluss nach einem langen Flug. Dort diagnostizieren die Ärzte einen Tumor, der bereits ihr Lymphsystem passiert und Metastasen in der Leber ausgebildet hat, was eine sofortige Operation erforderlich macht. Weiterlesen »

Ulrich Brinkhoff, der in den Jahren von 1963 bis 1971 als Botschafter für das Auswärtige Amt Bonn tätig war, stellt mit seinem Reisebericht Karneval am Titicacasee den letzten Teil seiner Trilogie vor. Mit seiner Frau SooRyun mietet er in Bolivien einen Bungalow, wo sich das Paar Katzen, Hühner und Lamas hält. Sein Auto muss er wegen des geringen Sauerstoffanteils in der Luft mit einem speziellen Vergaser ausstatten lassen, denn auch Flugzeuge können nur mit besonderen Triebwerken die hoch gelegene Stadt La Paz anfliegen. Immer wieder berichtet er von durch Erdrutsche versperrten Straßen, und häufig fährt das Paar mit dem Auto auf den Chacaltaya bis zum Plateau auf 5202 Metern, was sonst nirgendwo auf der Welt möglich wäre. Wie der Autor zu berichten weiß, war der Berg im Gegensatz zu heute damals noch von einem Gletscher überzogen.

Auf abenteuerliche Weise wird sein Fahrzeug während eines Ausflugs in Argentinien von einem LKW abgeschleppt, nachdem es im unwegsamen Gelände durch eine Panne fahruntüchtig wurde. Es überrascht Ulrich Brinkhoff auch nicht, wenn sich auf den Schotterpisten Kabel vom Anlasser lösen, die anstelle einer Verschraubung lediglich durch eine Steckverbindung gehalten werden. Kurzerhand fügt er sich in sein Schicksal und kriecht unter das Auto. Weiterlesen »

„Das geht nicht!“, ist ein Ausspruch, den Wolfgang Kulow noch nie gelten ließ, denn er wollte in seinem Leben stets Das Unvorstellbare wagen. In seiner Autobiografie, die er in Zusammenarbeit mit Iris Hadbawnik geschrieben hat, bekennt der an der Ostsee aufgewachsene Extremsportler freimütig, dass er sich immer nur wirklich frei im Wasser, in der Wüste oder in den Armen einer schönen Frau gefühlt hat. Schon als junger Mann sucht er die Herausforderung und übernimmt nach Feierabend gefährliche Arbeiten am Rumpf der Fischerboote.

Obwohl er seine junge Frau und sein Kind dadurch vernachlässigt, beginnt er mit dem Training für einen Triathlon, dem diverse Ultra-Triathlons folgen. Er nimmt am Race Across America teil, bei dem zunächst 4800 km mit dem Rad und anschließend 420 km laufend zurückgelegt werden müssen. Ob dabei nun fünfzigtausend Höhenmeter, oder wegen dauernd veränderter Streckenverläufe „nur“ vierzigtausend bewältigt werden müssen, dürfte wohl kaum noch eine Rolle spielen, da die Anforderungen ohnehin enorm sind.

Auf der Suche nach einer weiteren Herausforderung entdeckt Wolfgang Kulow die Wüste für sich und nimmt am „Marathon des Sables“ in der Sahara teil. Er berichtet von den logistischen Problemen, da der Rucksack Proviant und Schlafsack fassen muss. Spätestens an dieser Stelle fragt sich der Leser, wie ein Mensch sich freiwillig in diese Hölle begeben kann: An sieben Tagen 220 km bei rund 50° und streng rationiertem Wasser durch die Wüste marschieren. Weiterlesen »

Der Sohn des TerroristenZak Ebrahim wurde 1983 in Pittsburgh im Bundesstaat Pennsylvania geboren und ist der Sohn eines ägyptischen Ingenieurs und einer amerikanischen Lehrerin, die zum Islam konvertierte. Sein Vater El-Sayyid Nosair hat am 5. November 1990 ein Attentat auf den Rabbi Meir Kahane verübt und war aus dem Gefängnis heraus an der Planung des ersten Bombenanschlags auf das World Trade Center beteiligt. Die Autobiografie Der Sohn des Terroristen ist unter Mitwirkung des Journalisten Jeff Giles auf Grundlage eines Vortrags, den Zak Ebrahim auf einer TED-Konferenz 2014 hielt, entstanden.

Als Zak sieben Jahre alt ist, wird er um elf Uhr abends von seiner Mutter geweckt, weil es angeblich einen Unfall gegeben hat. In letzter Zeit bleibt sein Vater oft bis spät in die Nacht in der Moschee in Jersey City. Hatte er einen Unfall? Er traut sich nicht zu fragen, was passiert ist, weil er Angst vor der Antwort hat. Seine Schwester, sein Bruder und er sollen sich so schnell wie möglich anziehen und ihre Sachen zusammenpacken, denn die Mutter weiß nicht, ob sie in die Wohnung zurückkommen werden. Weiterlesen »

Im Alter von sechsundachtzig Jahren schreibt der 1925 in Fredeburg, Hochsauerland, geborene Paul Büchel in nur dreißig Stunden seine Autobiographie Vom Bauernlümmel aus dem tiefsten Hochsauerland zum Millionär und zurück!, wobei er, wie es ihm gerade einfällt, beliebige Zeitsprünge macht. Er stellt das Leben der zur damaligen Zeit zumeist kinderreichen Familien in Punkto Kleidung, Speisen sowie fehlendes Bad und Heizung vor, wobei seine Eltern wegen eines tödlichen Unfalls seines Vaters im Jahr 1936 nur sieben Kinder bekommen. Es ist von seiner Schulzeit, bei der noch Schläge an der Tagesordnung waren, die Rede, von Kinderlandverschickung, einer Lehre zum Industriekaufmann und den ertragenen Schikanen bei der Hitlerjugend und Luftwaffe, zu der er mit achtzehn Jahren eingezogen wird. Paul Büchel ist einer der Kamikazeflieger, leidet in der Kriegsgefangenschaft unter Krätze und schwimmt nach seiner Freilassung wegen der gesprengten Brücken täglich durch den Rhein. In Königswinter lernt er seine spätere, aus Gelsenkirchen-Schalke stammende Frau kennen, die er 1950 heiratet und mit der er drei Kinder bekommt.

Er schreibt weiter von seinem finanziellen Aufstieg durch Schwarzgeschäfte mit Kesselasche und der durch schlechte Kohlenwäsche anfallenden Feinkohle, wozu er mit fünf Zechen Verträge schließt, nachdem er die Direktoren mit großzügigen Geschenken bestochen hat. Paul Büchel trifft sich mit Adenauer und Erhard, raucht Davidoff No.1, unterhält ein Wochenendhaus mit Segelboot in Haltern, fährt zum Winterurlaub nach Garmisch-Partenkirchen und bewohnt 1957 eine Luxusvilla in der Nähe zum Baldeneysee. Er bereist die Welt, ist ein gefeierter Karnevalsprinz und baut 1967 in seiner Heimatstadt im Sauerland ein Luxushotel, das heutigen Ansprüchen eines Wellnesshotels genügen würde. Weiterlesen »

Carlos Santana schreibt in seiner Autobiografie Der Klang der Welt, dass er bereits durch seinen Vater, Groß- und Urgroßvater musikalisch geprägt wurde. Die ersten Jahre verbringt der 1947 in Autlán, Mexiko, geborene Musiker mit sechs weiteren Geschwistern in ärmlichsten Verhältnissen. Er schreibt vom Umzug nach Tijuana, vom Verhältnis zu seiner Mutter und davon, wie er mit neun Jahren vom Vater an die Geige herangeführt wird und in Kirchen das Ave Maria spielt. Mit dreizehn hört er in einem Park Javier Batiz auf einer E-Gitarre Blues spielen, was Santanas Leben verändert. Er bringt sich das Gitarrenspiel selbst bei und jamt in Stripclubs. Mit fünfzehn durchlebt er eine harte Zeit in San Francisco, wo er jahrelang als Tellerwäscher nebenher Geld verdienen muss. Ab der zweiten Hälfte der 1960er Jahre schließt er sich unter dem Einfluss des Vietnam-Krieges und der Ermordung Martin Luther Kings der Hippiebewegung an. Bill Graham, dem Carlos Santana viel zu verdanken und der seine Karriere stark beeinflusst hat, wird auf die Santana Blues Band aufmerksam. Von lateinamerikanischen Einflüssen geprägt, deren Wurzeln Carlos Santana aber in Afrika sieht, wie er betont, erlebt die Band, die sich ab 1968 nur noch Santana nennt, einen rasanten Aufstieg als Vorband namhafter Musiker. Der Durchbruch gelingt ihnen auf dem legendären Woodstock-Festival im Jahr 1969. Weiterlesen »

Unter dem Pseudonym Linda Brent hat die Autorin Harriet Ann Jacobs im Jahr 1861 ihre Autobiografie Erlebnisse aus dem Leben eines Sklavenmädchens veröffentlicht. Zu diesem Zeitpunkt war bereits der Amerikanische Bürgerkrieg ausgebrochen, der zur Abschaffung der Sklaverei führte. So fand das Werk damals keine breite Leserschaft und konnte im Kampf gegen die Sklaverei nicht an den Erfolg von Onkel Toms Hütte der Autorin Harriet Beecher Stowe anknüpfen.

Obwohl Linda Brent in die Sklaverei hineingeboren wird, verbringt sie zunächst eine unbeschwerte Kindheit im Haus ihrer Eltern. Ihr Vater arbeitet als gefragter Zimmermann und darf, gegen eine jährliche Zahlung von zweihundert Dollar an seine Besitzerin, seinem Gewerbe nachgehen. Mehrmals versucht er, mit den gesamten Ersparnissen seine eigenen Kinder aus der Sklaverei freizukaufen, was ihm aber nicht gelingt. Als Linda sechs Jahre alt ist, verstirbt ihre Mutter und aus Gesprächen erfährt sie erstmals, dass sie eine Sklavin ist, eine Handelsware, die nur zur sicheren Aufbewahrung im Haus der Eltern leben durfte. Das Haus der Besitzerin ihrer Mutter ist von nun an ihr neues Zuhause, in dem sie jedoch freundlich und gut behandelt wird. Sie lernt Nähen, Lesen und Schreiben und verbringt eine glückliche Zeit, bis ihre Besitzerin nach einigen Jahren verstirbt. Linda befürchtet, wie die anderen Sklaven auf dem Versteigerungspodest zu landen, doch wird sie nach dem letzten Willen ihrer ehemaligen Besitzerin an eine noch minderjährige Nichte vererbt. Weiterlesen »

Michaela DePrince kommt als Mabinty Bangura 1995 zur Welt. Ihr Vater arbeitet hart und schürft Diamanten, um eines Tages für die Schulgebühren seiner Tochter aufkommen zu können. Doch er wird im Bürgerkrieg von Rebellen umgebracht, als Mabinty vier Jahre alt ist. Mit ihrer Mutter muss sie fortan bei dem ungeliebten Onkel Abdullah wohnen, der die Ersparnisse einbehält und ihnen kaum genug zu Essen gibt. Kurz darauf verstirbt auch die Mutter. Da Mabinty seit ihrer Geburt an der Weißfleckenkrankheit leidet und Abdullah sie deshalb hässlich findet, liefert der herzlose Onkel das Kind in einem Waisenhaus ab, wo die Kinder von der Dorffrau Fatmata gequält werden. Mabinty schließt Freundschaft mit einem Mädchen, das denselben Vornamen hat und sie freut sich, weiter unterrichtet zu werden, wie es zuvor ihr Vater tat.

Durch den Hamattan-Wind weht Mabinty ein Bild mit einer Ballerina aus einer Zeitschrift zu und als das Kinderheim Besuch von Ärzten aus Amerika erhält, hofft auch sie, von einer amerikanischen Familie adoptiert zu werden, um ihren Traum von einer Ballerina verwirklichen zu können. Doch die Rebellen treiben alle Bewohner aus dem Heim in den Urwald. Erzieher und Kinder schlagen sich bis zur Grenze nach Guinea durch. Mabinty fährt zum ersten Mal in einem Auto und mit vier Jahren besteigt sie ein Flugzeug nach Ghana. Weiterlesen »

Dietmar Krone ist eines von unzähligen Heimkindern, für die der in unserem Grundgesetz verankerte Satz „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ offensichtlich keine Geltung hatte. Nachdem er als unerwünschtes Kind 1954 zur Welt kam, hat er schon als Kleinkind eine vernünftige Mahlzeit vermisst, musste Wäsche waschen, putzen und in den Geschäften die Einkäufe anschreiben lassen. Als er mit zehn Jahren nach der Schule auch noch schwere körperliche Arbeit leisten musste, brach er zusammen. Es folgten ein Klinikaufenthalt und weitere Arbeitsstellen im Anschluss an den Schulunterricht. Mit knapp zwölf Jahren wurde er für mehrere Monate in eine Nervenklinik eingewiesen. Er besaß keine Turnschuhe und bekam deshalb in dem Fach Sport eine schlechte Note. Weil er auch keine Schulbücher hatte, konnte er seine Hausaufgaben nicht machen. Sein Vater, der ihn prügelte und von der Treppe stieß, verstarb, als er dreizehn Jahre alt war. Später prügelten ihn die Liebhaber seiner Mutter und sie selbst brach ihrem Sohn einmal das Nasenbein, was eine Bluttransfusion erforderlich machte. Daraufhin verbrachte er zwei schöne Wochen im Krankenhaus, doch selbst ein wissender Arzt hat nichts gegen sein trauriges Schicksal unternommen.

Im Alter von dreizehn Jahren begann für Dietmar Krone schließlich der Albtraum Erziehungsheim. Seine Mutter hatte einen gutmütigen Mann des Kindesmissbrauchs bezichtigt, weil der dem Jungen in seiner Not Unterschlupf bot. Beide wurden in Handschellen zur Polizei abgeführt, wo man Dieter Krone zu einer Unterschrift nötigte. Weiterlesen »

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