Ingolf Ludmann-Schneider beginnt in seinem Buch Sterben, Tod und Jenseits mit einem kurzen Abriss seines Lebenslaufes, bevor er sich dem eigentlichen Thema widmet: Er ist in der Lage, sich mit dem Universum, noch lebenden oder toten Tieren sowie bereits verstorbenen Menschen zu „unterhalten“. Zur Erklärung führt er an, dass Tierkommunikation die nonverbale Kontaktaufnahme zum Tier mittels Telepathie bedeutet und dass dabei die physische Ebene zugunsten der geistig-seelischen verlassen wird. Mit dem Universum unterhält er sich beispielsweise über das Sterben von Tieren und wie diese das empfinden. Er erfährt, dass es keine Hölle gibt und das Universum weiß sogar, dass der Autor selbst und sein sofort nach der Geburt verstorbener Zwillingsbruder im früheren Leben die Ordensbrüder Franziskus und Dominikus waren. Außerdem wird er gebeten, das alles in diesem Buch niederzuschreiben.

Ingolf Ludmann-Schneider erfährt in einem Gespräch mit einem verstorbenen Kater, dass dieser jetzt an einer Akademie lehrt und sich selbst als Lichtwesen bezeichnet. Er wird über den Trugschluss von uns Menschen aufgeklärt, dass wir meinen, die Tiere ständen unter uns. Ein anderer Kater hat ihm von seinem Tod erzählt und wie er den wahrgenommen hat. Weiterlesen »

Jonis Hartmann lässt in seinem Buch Romanino den jungen Sebastian von einer Brücke in den Tiber springen. Er ist fest entschlossen, seinem Leben ein Ende zu setzen. Seine letzten Gedanken gelten Laura, der Treulosen, der Gattin des Kaisers. Für sie hätte er in Rom gegen jeden Gladiator gekämpft. Doch nun? Was ist aus ihm geworden, wie sieht er heute aus? Geschunden und zermartert. Sein Vater war Senator, das sollte er auch werden. Laura ist an allem schuld. Nun versucht er verzweifelt, sich unter Wasser zu drücken, was ihm nicht gelingen will. Zu allem Überfluss hat auch noch Crudus den Aufschlag aufs Wasser gehört und eilt ihm mit seinem Boot zur Hilfe. Crudus hofft auf die Aufnahme bei den Tiberschiffern und muss sich deshalb einer Prüfung unterziehen. Es gilt, eine geheime Fracht ungesehen den Tiber hinaus zu transportieren. Ihm soll ein Bündel von der Brücke geworfen werden, das er mit seinem Boot aufzunehmen hat.

Bott, der ausgezeichnet mit dem Degen umgehen kann, ist von krankhafter Geistesschwäche befallen und befindet sich auf der Flucht vor Menigund, seiner streitbaren Gemahlin. Er hofft, bald auf dem Kaiserthron zu sitzen. Weiterlesen »

Frank Goosen macht in seinem Buch Radio Heimat, einer Hommage an das Ruhrgebiet, zunächst einmal klar, dass wir es von nun an nur noch mit Omma und Oppa zu tun haben. Wofür steht nun eine solche Omma? Sie ist beispielsweise in der Lage, komplizierte historische Zusammenhänge allgemeinverständlich zu erklären. Fragt man sie nach dem Krieg, ist mit ihrer Antwort, dass sie nix hatten, alles gesagt. Was das richtige Essen anbelangt, so lernt man das erst bei Omma und Oppa. Die Frikadellen schmecken nirgendwo sonst wie bei Omma. Das Rezept, wie sie die macht? Wie imma! Und wenn dann auch noch die Uromma vom Steckrübenwinter 1916/17 spricht, bleiben einem diese schon allein wegen des verhängnisvollen Namens im Halse stecken.

Goosen ruft uns die Frauen im geblümten Hauskittel in Erinnerung, wie sie sich „Im-Fenster-Liegen“ quer über die Fassade unterhalten. Er hebt die für das Ruhrgebiet typischen Unterschiede hervor, dass nämlich die Frauen und Kinder nur einmal die Woche baden konnten, während die Männer täglich auf dem Pütt duschen gingen. Der Leser wird über den alten Brauch des Maiabendfestes aufgeklärt, dessen Ursprung auf das 14. Jahrhundert zurückgeht. Der Autor erinnert sich an die alten Zeiten, als es noch eine Telefonvermittlung gab, wie früher Ostern gefeiert wurde und wie es zu Hause rund ging, wenn Ali boxte. Weiterlesen »

In seinem Roman Nur Mut, kleiner Liebling lässt der Autor Christian Futscher seinen Protagonisten, den 49-jährigen Christian, seinen Gedanken nachhängen. Der Wiener hält sich wiederholt in Venedig auf, immer in der gleichen Wohnung, um an einem neuen Buch zu schreiben. Wenn er nicht daran schreibt oder in einem der vielen Bücher liest, führt er ein Tagebuch und schreibt seine Erinnerungen darin nieder.

Dies können beispielsweise eine zurückliegende Zugfahrt und das sich entwickelnde Gespräch mit einem Kind sein oder auch, wie er in Rom durch das jüdische Ghetto ging. Er träumt davon, kein Geld verdienen zu müssen und hat Mitleid mit Nichtlesern, obwohl er sie deshalb auch nicht missionieren will. Er spricht den Einwirkungen der Erzieher mit dem christlichen „Körper-ist-pfui-Huscher“ eine Langzeitwirkung nicht ab. Und an anderer Stelle fragt er sich, wie es eine Mutter aushalten kann, wenn sie von der Folter ihres Sohnes hört, der lieber in Würde sterben möchte, als ständig erniedrigt zu werden.

Christian prangert in seinen Tagebuchaufzeichnungen den gefluteten Stausee am Reschenpass als Wahnsinn an, als er sich in diesem Zusammenhang an Marlies erinnert, in die er früher verliebt war und die an Drogen gestorben ist. Er spricht von einer öden Kultur, die durch TV-Konsum schon ganz verdattert ist und versteht nicht, wie man ein Leben ohne Literatur aushält. Weiterlesen »

Brigitte Schulze gibt in dem Reiselesebuch Ukraine viele nützliche Informationen über Einreisebestimmungen, Straßenverhältnisse und Verhalten bei Verkehrskontrollen an den Leser weiter. Sie informiert über Esskultur, Gastfreundschaft und den Standard der Unterkünfte. Der Leser bekommt Ratschläge zum Wohnungskauf und sogar eine Anleitung, wie er Wodka selbst brennen kann. Die Autorin klärt uns über die eigene ukrainische Sprache auf, die den Kindern in den Schulen gelehrt wird, obwohl zu Hause meist russisch gesprochen wird. Sie spricht über Perestroika und reißt auch die dunklen Kapitel der Deportation und Lagerarbeit an.

Den einen oder anderen Leser mag es überraschen, dass Odessa, am schwarzen Meer gelegen, die größte Oper Europas beherbergt oder dass in Donezk 300 Meter unter der Erde Konzerte und Fußballspiele in einem Salzbergwerk abgehalten werden. Auch ist nicht jedem bekannt, dass in den Karpaten, in Bukowel, moderne Lifte und eine beste Infrastruktur ideale Voraussetzungen für das Skilaufen und Aprés-Ski bieten. Es gibt mittlerweile sogar Internetcafés und eine bestens geschulte Bergwacht. Wir erfahren etwas über die heilende Wirkung der Schlammbäder und welche Museen es zu besichtigen sich lohnt. Was die Tierhaltung anbelangt, so dürfen selbst in den großen Schweinezuchtbetrieben die Schweine frei herumlaufen und es dürfte jedem einleuchten, dass das Fleisch eine dementsprechende Qualität aufweist. Weiterlesen »

In dem Roman Ein Strandkorb für Oma von Janne Mommsen geht es recht turbulent zu: Sönke und Maria leben auf Föhr und warten am Hamburger Flughafen auf Jade, eine Cousine von Sönke. Der erst 15-Jährigen Jade ist von ihrem Vater ein iPhone versprochen worden, sollte sie es für 14 Tage auf der Insel aushalten. Sönke und Maria haben für diese Zeit schon Pläne geschmiedet und sind voll freudiger Erwartung. Sie trauen ihren Augen nicht, als sie feststellen, dass Jade eine Punkerin ist, eine Gothic! Sie sprechen kaum ein Wort miteinander und dann verpassen sie auch noch die letzte Fähre nach Föhr und müssen die Zeit bis zum nächsten Morgen totschlagen. Am darauf folgenden Tag werden sie auf der Insel von Oma in Empfang genommen und gemeinsam wandeln alle erst einmal auf den Spuren der Vorfahren und gehen auf den Friedhof. Obwohl Oma schon 76 Jahre ist, hat sie einen gewissen Draht zu Jade, was Sönke und Maria auf bessere Zeiten hoffen lässt.

Doch noch kommt hier niemand zur Ruhe. Sönke muss sich einerseits mit finanziellen Sorgen plagen, denn sein Dispo-Kredit ist völlig ausgereizt. So will er die Insulaner für ein neues Projekt begeistern, für das er sogar bereit ist, in einem Shanty-Chor zu singen. Weiterlesen »

Jayne Williams spricht in So kommen Sie in Schwung aus ihren eigenen Erfahrungen: Ende Juni 1999 fasst die 1,75 m große und 269 Pfund schwere Frau den Entschluss, dass sich an ihrem Aussehen etwas ändern muss und sie beginnt zunächst damit, kurze Strecken zu laufen. Sie steigert sich langsam und beginnt im Juli 2001 mit der Kombination aus Schwimmen, Radfahren und Laufen, mit dem Triathlon. Im Mai 2002 nimmt sie bereits am Wildflower, der zweitgrößten Triathlon-Veranstaltung der Welt teil. Sie fühlt sich als Missionarin, auch andere übergewichtige Menschen zu bekehren und schätzt die tolle Gemeinschaft dieser Sportler. Im September 2003 macht sie schon beim Half-Ironman mit, bei dem im Vergleich zum Ironman, bei dem 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,2 km Laufen auf dem Programm stehen, die Hälfte jeder Disziplin abverlangt wird.

Jayne Williams gibt allen den Ratschlag, es langsam angehen zu lassen und Geduld zu haben. Die Gelenke, Bänder und Muskeln brauchen Zeit, um sich anzupassen. Sie weiß, dass sie nie zu den Topathleten gehören wird. Aber ihr sind der Spaß und die Bewunderung der Landschaft wichtiger. Sie empfiehlt, sich nur realistische Ziele zu setzen und gibt viele nützliche Tipps zum Kauf eines Schwimmanzugs und einer Schwimmbrille, welches Rad und welcher Helm geeignet sind und vieler anderer nützlicher Dinge. Weiterlesen »

Die Handlung von Schwarze Kanäle von Guido Eekhaut spielt in Amsterdam, wo Drogen, Prostitution und die Schwulenszene allgegenwärtig sind. Der linke Aktivist und mit den Kommunisten sympathisierende Pieter van Boer hat sich in die zur äußersten Rechten gehörende Partei der Niederlande eingeschleust. Hendrika von Tillo, die Gründerin der Partei, hat eine Liste mit ca. 300 Personen erstellt, die alle hohe Summen für ihre Partei spenden und allesamt in die dunklen Kanäle der Wirtschaftskriminalität und Geldwäsche verstrickt sind. Van Boer ist es gelungen, diese Liste auf illegalem Weg in seinen Besitz zu bringen.

Der russischen Finanzier Adam Keretsky, der legale Geschäfte als Tarnung für seine Operationen benutzt und bald einer der Hauptaktionäre der großen Fabna-Bank sein wird, will nun mit allen Mitteln verhindern, dass diese Liste an die Öffentlichkeit gelangt. Er beauftragt Andrej Tarkovski und Parnow, sich dieser Sache anzunehmen. Van Boer wird kaltblütig von Parnow erschossen. Als Parnow gerade mit der Liste verschwinden will, kommt die Freundin von van Boer, Eileen Caster, in die Wohnung. Ihr gelingt die Flucht und sie kann auch noch die Liste an sich reißen. Vorerst taucht sie bei ihrem Bruder unter. Weiterlesen »

Stahlstück von Sebastian Guhr ist eine Sammlung von 15 in sich geschlossenen Erzählungen. Ein ehemaliger Ministrant berichtet in „Echnaton der Zweite“ von stumpfsinniger Anwaltsarbeit und dass seine Kollegen ihre Gleichgültigkeit sogar vor sich selbst verbergen können. Nach einem alles vernichtenden Feuer hält sich das Gerücht, ein Junge kann durchs Feuer gehen ohne Schaden zu nehmen. In „Hüben wie drüben“ besucht eine Schwester ihren Bruder und es entwickeln sich Gespräche mit weiteren Gästen. Dabei geht es unter Anderem um die Arbeitsmoral, wobei ein Großteil der Bevölkerung nur zu Leistungen fähig ist, wenn sie sich prostituiert. Die Frage bleibt offen, wer hier auf Kosten anderer lebt.

Die Titelgeschichte „Stahlstück“ spielt an einem Ort, wo Fixerutensilien und Hundekot herumliegen und es nur unbrauchbare Bänke gibt. Eine Musikerin trifft auf einen Menschen mit nicht augenfälligem Geschlecht und unförmigem Körper. Für eine Eröffnungsfeier soll sie ein Stück komponieren und obwohl sie ihr bestes und gleichzeitig schlechtestes Stück fertig stellt, sagt sie doch ihren Auftrag ab. Weiterlesen »

Johannes Witek gibt in Was sie im Norden der Insel als Mond anbeten, kommt bei uns im Süden in die Sachertorte eine sehr ungewöhnliche Lyrik und Prosa zum Besten. Gespickt mit kritischen und zynischen Untertönen sieht sich der Leser so mit neuen Wortschöpfungen konfrontiert und oftmals mit einer Aneinanderreihung von Versen und Zeilen, die zumindest auf den ersten Blick keinen Sinn ergeben und gar nicht zusammen passen wollen. Die gewählten Gedichtformen fügen sich nicht in das klassische Bild, das man sich von einem Gedicht macht. Mit den teils surreal anmutenden Inhalten der Texte muss sich der Leser schon auseinandersetzen und bisweilen muss er Passagen auch ein zweites Mal lesen, um hoffentlich dann verstanden zu haben, was uns diese Zeilen sagen wollen. Teilweise gelingt es aber selbst dann nur schwer oder gar nicht. In jedem Fall muss man ganz schön um die Ecke denken können und diesem Stil aufgeschlossen gegenüber treten.

Witek lässt in seinen Texten abgerissene Daumen einrollen und anschließend rauchen, an anderer Stelle gibt es ejakulierende Feuerwerkskörper. Der Autor klagt die Anonymität unter Nachbarn an, wo sich niemand um keinen kümmert und berichtet aber auch von einem Dorf, in dem jeder von jedem alles weiß. Weiterlesen »

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