Frank Fischer informiert uns in Der Japaner im Kofferraum über alles rund ums Taxifahren. Aus der Sicht des Taxifahrers erfahren wir, welche Probleme es mit dem Wechselgeld geben kann, dass wieder der beste Zeitpunkt zum Tanken verpasst wurde, genau die gesuchte Seite im Straßenatlas fehlt und der Bahnübergang mit Sicherheit gesperrt ist, wenn man diesen Weg eingeschlagen hat. Der Autor listet die unterschiedlichen Typen von Fahrgästen und der eigenen Kollegen auf und beschreibt die Vorzüge von Stammfahrgästen und Geschäftsreisenden. Er berichtet von den ersten Sänften in Berlin und der Einführung des Taxameters, dass es festgesetzte Preise im „Pflichtfahrgebiet“, nicht aber auf Fernfahrten gibt und die Fahrer nach gültiger Rechtsprechung sogar eine Beförderungspflicht haben.

Hunde muss ein Taxifahrer nicht befördern, wohl aber einen Blindenhund. Wer weiß das schon? Oder dass der Taxifahrer von der Anschnallpflicht befreit ist und alleine der Gast bestimmen kann, ob ein Fenster geöffnet werden oder wie laut das Radio gestellt werden soll. Auch dürfte vielen nicht bekannt sein, dass einem Taxifahrer eine Strafe droht, wenn er den Stadtplan oder Quittungsblock nicht mitführt oder nicht ordnungsgemäß gekleidet ist. Wobei sich hier die Frage stellt, was darunter zu verstehen ist. Der schwarze Anzug? Weiterlesen »

In Tagsüber dieses strahlende Blau von Stefan Mühldorfer sind der Ich-Erzähler und die Hauptfigur identisch. Der 37-jährige Versicherungsmakler Robert Ames ist seit 11 Jahren mit Kala verheiratet. Er wacht morgens in seinem Haus in Kanada auf und denkt an seinen bevorstehenden Arbeitstag im Büro und an seinen Chef. Obwohl er nicht zum Mitwisser werden wollte, hat ihm sein Chef anvertraut, dass er seine Frau betrügt. Mit diesen Gedanken macht sich Robert auf den Weg zur Arbeit und denkt auch an die ersten Treffen mit seiner Frau Kala. Im Büro wird er von seiner Kollegin Glandis in ein Gespräch über ihre gescheiterte Beziehung verwickelt und er weiß auch im Hinblick auf seine eigene nicht, was richtig und was falsch ist. Zunächst tröstet er sich mit dem Gedanken, dass nichts ewig dauert, auch das Unglück nicht.

Als er einen Termin bei den Rutherfords wahrnehmen muss, lässt er sich noch zu einem kurzen Fußballmatch hinreißen. Dabei verletzt er ausgerechnet den Sohn der Rutherfords und bringt ihn gleich mit zu seinem geschäftlichen Treffen bei den Eltern. Zu seiner Verwirrung sieht er in Janet Rutherford eine Frau, die er aus High-School-Zeiten kennt. Weiterlesen »

Peter M. Roese schildert in Allgäu Sixties, was man als Rekrut im Fliegerhorst Kaufbeuren so alles erleben kann. Rossner hat sich als Freiwilliger gemeldet und erlebt mit den anderen Wehrpflichtigen in den 60er Jahren die verrücktesten Sachen. Es ist die Zeit des Mini-Rocks, der Pille und Twiggy, von TV-Serien wie „Bonanza“ und „Mit Schirm, Charme und Melone“, des legendären Beat-Clubs und der Apollo-Missionen, aber auch von Benno Ohnesorg, Alexander Dubcek und Rudi Dutschke, dem Mord an John F. Kennedy, des Vietnamkrieges und des legendären Woodstock-Festivals.

Rossner erlebt den Alltag in der Kaserne und nimmt an einem Manöver, auch Kriegsspiel genannt, teil. Mit anderen Vaterlandsverteidigern verbringt er die Freizeit im Freibad, wobei das Anbandeln mit dem schönen Geschlecht oberste Priorität hat. In ihrer Sturm- und Drangzeit symbolisiert zartrosa Spitzenwäsche mit Strumpfhalter die Sünde persönlich. Und es ist jeglicher Widerstand zwecklos, wenn ein Mädchen fragt, ob sie noch mit in ihre Wohnung kommen. Oftmals ist aber nur Knutschen und Fummeln drin, wird ihnen doch nahegelegt, dass man jungfräulich in die Ehe gehen soll.

Rossner diskutiert mit seinen Freunden über die sich häufenden Starfighter-Abstürze und erlebt eine abenteuerliche Fahrt in einem Munga, der mit einem Kraftstoffgemisch Benzin/Öl von 15:1 fährt. Er wird zum Wachdienst herangezogen, kann beim Bund seinen Führerschein machen, man wählt ihn zum Vertrauensmann und er spielt in einer Band beim Schulabschlussball. Weiterlesen »

Der Roman Meine Berliner Kindheit von Barbara Schilling beginnt mit der Geburt von Helene im Mai 1939 in Berlin. Ihre Mutter ist erst 16 Jahre, den Vater lernt sie nie kennen. Dann bricht der Krieg aus und Helene verbringt ängstliche Stunden während der Bombenalarme in den Luftschutzbunkern. Das kleine Kind kennt nur Hunger, Flüchtlinge und Ausgebombte und stellt sich unter Frieden ruhigere Nächte vor. Sie hört von Schreckensmeldungen über gefallene oder in Gefangenschaft geratene Soldaten und weiß, dass einzig und allein das Überleben zählt. Notfalls auch auf Kosten der anderen. Tagsüber spielt sie in den Ruinen und kommt eines Tages mit von Leichengift verseuchtem Wasser in Berührung, woraufhin sie schwer erkrankt. Da der Hunger ihr täglicher Begleiter ist, wünscht sie sich zu Weihnachten 1944 nichts sehnlicher als ein ganzes Brot für sich.

Als das Ende des Krieges naht und die Soldaten der Roten Armee vorrücken, sieht sie, wie sich die Frauen von dunkler Ahnung getrieben ihre Kleider und Gesichter mit Dreck beschmieren, um unattraktiver zu sein. Sie rasieren ihre Köpfe kahl und viele nehmen sich sogar das Leben. Ihre Mutter bekommt jeden Tag Besuch von dem Offizier Andrej, um sich mit ihm, wie es heißt, in Ruhe unterhalten zu können. Weiterlesen »

Andrew G. Marshall beginnt seinen Ratgeber Kann ich dir jemals wieder vertrauen? mit einer kurzen Einführung und statistischen Daten. Vorweg schickt er, dass jede Krise zur Bewältigung nicht nur Wochen, sondern Monate braucht und man in ihr nicht nur eine Gefahr, sondern immer auch eine Chance sehen sollte. Anschuldigungen jeglicher Art sollten unterbleiben und besser wäre es, Fragen zu stellen, um zu einem Gespräch zu kommen. Er geht auf die Körpersprache ein, mit der Lügen entlarvt werden können und klärt den Begriff einer Affäre überhaupt und wo die Grenzen echter Freundschaft liegen.

Marshall propagiert Ehrlichkeit, weil man nicht über die Verfehlung, sondern über die Vertuschung stolpert. Und er geht darauf ein, welche Rolle Sex bei der Untreue spielt. Dann wendet er sich den Gründen zu, die zur Untreue führen können, wobei meist erst ein Problem besteht, dazu eine schlechte Kommunikation untereinander kommt und letzten Endes die Versuchung. Er unterscheidet zwischen verschiedenen Arten von Affären und rät den jeweiligen Betrogenen, nicht auf Zeichen des Anderen zu warten oder zu glauben, er könne Gedanken lesen, sondern direkt sagen, was ihm helfen könnte. Weiterlesen »

In Toter als tot von Christine Tapking erzählt Friedrich Webeken, wie er bei einem Spaziergang mit seinem Hund einen toten Jogger im Gebüsch findet. Er sucht schnell den Polizisten Hanne Harms, seinen besten Freund aus Schultagen auf, um mit ihm an den Leichenfundort zurück zu kehren. Doch zu seinem Erstaunen ist die Leiche verschwunden! Er vermutet, dass der Mörder die Leiche während seiner kurzen Abwesenheit weggeschafft hat und glaubt wiederum seinen Augen nicht zu trauen, als er die „Leiche“ kurz darauf vor einem Edeka-Markt spazieren sieht! Er ist sich sicher, dass es sich um den gleichen Mann handelt, trägt er doch noch den Trainingsanzug, der ihm gleich so auffiel.

Ein paar Tage später wird dann aber eben dieser Mann tatsächlich tot aufgefunden. In einer Schubkarre in Lütjens Schuppen. Ausgerechnet da, wo Friedrich es als 14-jähriger im Hormonrausch mit Peter getrieben hat und dabei auch noch von seinem Vater erwischt wurde. Der Tote wurde dummerweise mit der Leine von Friedrichs Hund erdrosselt. Für den ermittelnden Kommissar Malvoisier und seinen Assistenten Christoph Brettschneider ist Friedrich damit ein Hauptverdächtiger geworden. Um ihn herum geschehen unerklärliche Dinge: Türen stehen in seinem Haus offen, die er geschlossen haben will und seine Uhr ist plötzlich verschwunden. Friedrich beginnt ein Verhältnis mit der Witwe des Toten und glaubt, die Uhr bei ihr gesehen zu haben, die dann letztendlich ebenfalls auf Lütjens Hof gefunden wird. Weiterlesen »

In dem Kriminalroman Das fremde Kind von Olle Lönnaeus haben die Kriminalinspektorin Eva Ström und Kommissar Björn Bernhardsson die Morde an dem alten Ehepaar Signe und Herman Jönsson aufzuklären. Beide sind durch einen Genickschuss getötet worden. Für die ermittelnden Beamten könnten der leibliche Sohn Klas oder auch der Adoptivsohn Konrad ein Motiv gehabt haben, denn es geht immerhin um ein Erbe von 12 Millionen. Der 45-jährige Konrad hat seine Pflegeeltern vor 13 Jahren das letzte Mal gesehen und ist mit 17 Jahren von zu Hause ausgezogen. An seine leibliche Mutter kann er sich nur vage erinnern, man hat sie Polackenhure gerufen und er erinnert sich an eine eintätowierte Nummer auf ihrem Arm. Ihn plagen Schuldgefühle um einen Berufskollegen, der in Bagdad als Geisel erschossen wurde, sowie wegen seiner mittlerweile 20-jährigen Tochter, die er vernachlässigt zu haben glaubt und auch wegen seines früheren Freundes Sven, der wie er ein Außenseiter war. Konrad verliebt sich in Gertrud, die Schwester von Sven, die ihm ebenfalls wie der ortsansässige Journalist, Örjan Palander, zur Seite steht.

In dem kleinen südschwedischen Ort Tomelilla treten die ermittelnden Beamten noch immer auf der Stelle, was die ersten beiden Morde anbelangt, da wird schon ein weiteres Verbrechen verübt. Zwei junge Einbrecher werden von dem Neonazi Tore Torstensson erschossen. Weiterlesen »

Das als Comic herausgegebene Buch Pilz inne Buxe von Ludger Stratmann kann gar nicht so gut sein, wie Doktor Stratmann, wenn man ihn in seinem Theater in Essen live erlebt! Aber es ist auf jeden Fall so gut gemacht, dass es sich lohnt, einen Blick in die Comics hinein zu werfen, die von Christina Groth-Lindenberg gezeichnet wurden.

Der Ruhrgebietsmensch, hier liebevoll Ruhri genannt, erfährt, dass er den Genitiv und Dativ nach dem Zufallsprinzip einsetzt, was zwar ein Fehler ist, aber man muss auch richtig falsch sprechen! Über Inge erfährt man, dass sie die geheimen erotischen Wünsche ihres Gatten Jupp platzen lassen kann. Und man wird darüber aufgeklärt, dass die glücksbringenden Hormone, die Endorphine, nicht nur beim Joggen vom Körper gebildet werden, nein, sondern auch schon, wenn man der Ehefrau bei der Arbeit zusieht. Wegen eines Verkehrsdeliktes wird Jupp gebeten, ob er Geld „für Leihen hat“ und gibt dann den Rat weiter, innerörtlich nur so schnell zu fahren, wie „mich dat finanziell erlauben kann“. Und als die Omma eine Gehhilfe bekommt, erklärt er ihr, dat se mit dat Alu-Geh-Gestell auch Schritt halten muss, sonst „liegsse auffe Schnauze“. Da die Omma fünfzig mal am Tag zu ihm „Jupp, du bis mich einen…“ sagt, bringt ihn das auf die Idee, den Satz für den Urlaub wegen befürchteter Entzugserscheinungen auf CD aufzunehmen, denn die CD passt auch besser als die Omma in den Koffer. Weiterlesen »

In seinem Roman Die Orangen des Präsidenten schreibt Abbas Khider von den Erfahrungen, die der 8-jährige Mahdi Muhsin während des Irak-Iran-Krieges macht. Seinen Vater verliert er im Krieg, als er 9 Jahre alt ist. Mit 18 Jahren bricht der letzte Tag seiner Abiturprüfung an und er macht mit seinem Freund Ali einen Ausflug. Unterwegs werden sie ganz überraschend festgenommen und kommen in Untersuchungshaft. Mahdi soll aussagen, welcher Organisation er angehört, doch er weiß nicht, wovon die Rede ist. Er wird mit Stromschlägen gefoltert, mit Stockschlägen grausam misshandelt und muss die „Erziehungsmethoden“, wie sie es nennen, über sich ergehen lassen. In den dunklen Verliesen, in denen niemals die Sonne scheint, quälen ihn die Wanzen und Krätzmilben. Hinzu kommt sein durch Hunger ausgezehrter Körper.

Einzige Lichtblicke sind die immer wiederkehrenden Erinnerungen an glückliche Tage mit seinem Freund Sami, der wie er selbst Taubenzüchter war. Er hofft auf eine Amnestie zu Ehren Saddams Geburtstag, doch die Hoffnung wird enttäuscht. Stattdessen bekommt jeder Häftling eine Blutorange. Neue Hoffnung auf Befreiung keimt erst in den Häftlingen auf, als sie die Kampfflugzeuge der Alliierten hören. Als Mahdi endlich befreit wird, sieht er im Spiegel nur noch einen Fremden, bestehend aus Haut und Knochen. Doch noch ist er nicht in Sicherheit und muss das Flüchtlingslager an der irakisch-kuwaitischen Grenze erreichen. Weiterlesen »

In Nacktbadestrand berichtet Elfriede Vavrik, wie sie erst mit 79 Jahren zu einem erfüllten Sexualleben findet. Nachdem sie 40 Jahre mit keinem Mann mehr zusammen war und sie sich mit einem Schaufelgriff sexuelle Befriedigung verschafft hat, gibt sie ein erstes Inserat auf. Mit den wesentlich jüngeren Männern, einer soll erst 20 Jahre gewesen sein, erlebt sie ihren ersten Orgasmus. Sie schreibt freimütig, wie sie zum ersten mal in ihrem Leben verschiedene Stellungen ausprobiert hat. Wie, wo, wie lange sie geleckt wird und wie sie zum ersten mal selbst ein Glied in ihren Mund nimmt. Sie hat Analsex ausprobiert und hält Männer über 50 für schwierig, weil sie immer mehr wollen, aber immer weniger können. Auch glaubt sie, dass 10% der Männer eine Vorliebe für alte Damen haben.

Selbst war sie zweimal verheiratet und hat in dieser Zeit einmal mit einem anderen Mann Sex gehabt. Ihr zweiter Mann hätte gesoffen und sie schlecht behandelt, teilweise sogar gequält. Obwohl sie eine gute Schülerin gewesen wäre, hätte sie keine Ausbildung machen dürfen.

Eigentlich ist es bewundernswert, wenn eine Frau in so offener Weise über ihre intimsten Gefühle und Sehnsüchte sprechen kann. Zumal, wenn es sich um eine mittlerweile 80-jährige handelt, die in einer unaufgeklärten Zeit groß wurde. Weiterlesen »

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