Längst haben sich die Rollen der Geschlechter verändert: Frauen besorgen nicht mehr nur den Haushalt und hüten die Kinder, sondern gehen einer beruflichen Tätigkeit nach, während sich die Männer durchaus auch an den häuslichen Aufgaben beteiligen, indem sie einkaufen, kochen oder die Wäsche aufhängen. Puppen sind doch nichts für Jungen!*, heißt es provokativ in dem Kinderbuch von Ludovic Flamant. Doch wie sieht das sein Protagonist? Nico bekommt nämlich von seiner Tante eine Puppe aus Stoffresten und ist über Mimi, wie er sein Geschenk nennt, begeistert. Zunächst wundern sich seine Eltern nur über ihren Sohn, können jedoch nicht akzeptieren, dass dieser sich weigert in die Schule zu gehen, weil er Mimi dorthin nicht mitnehmen darf.
Der Vater sieht keinen anderen Ausweg, als Nico den Kauf eines ‘super echten Jungenspielzeugs‘ in Aussicht zu stellen. Sein älterer Bruder reklamiert dieses Recht natürlich auch für sich und entscheidet sich für eine Ritterfigur.
weiterlesenPuppen sind doch nichts für Jungen! von Ludovic Flamant und Jean-Luc Englebert
Nina und Njål arbeiten als Klimaforscher im norwegischen Bergen an einem Computermodell, bei dem es um den Klimawandel des Gletschers auf Svalbard geht, mit dem Ziel, den Forschungsauftrag zu erhalten. Doch ihr vordergründiges Problem ist, dass sie sich auseinandergelebt haben. Beide kämpfen um das Sorgerecht für ihre Tochter Lotta, die abwechselnd bei der Mutter und beim Vater lebt. Njål, der sich von seiner ersten Ehefrau Sol getrennt hat, weil sie kein Kind austragen konnte, hat jedoch die Beziehung zu ihr nie ganz abreißen lassen. Aus Angst, dass das Jugendamt Lotta keinem Elternteil zuspricht, wollen es Nina und Njål noch einmal miteinander versuchen. Auf der abgelegenen und von hungrigen Eisbären bevölkerten Inselgruppe Svalbard will Njål seine Frau mit einer Hüttentour, zu der das romantisch aufleuchtende Nordlicht gehört, überraschen.
Wladimir Putin dürfte zumindest seit dem 24. Februar 2022, dem Tag, ab dem sein Land einen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt, jedem bekannt sein. Nur, wer ist dieser Mann, der so unnahbar scheint und der selten eine Gemütsregung zeigt oder kaum ein Lächeln auf seine Lippen zaubert? Die Welt zittert vor einer atomaren Bedrohung und viele fragen sich, wie es so weit kommen konnte, dass der für alle Ewigkeit angenommene Frieden in Europa plötzlich nicht mehr existiert. Wie konnten wir alle die erkennbaren Anzeichen ignorieren und so blind sein? Der Journalist Robert Misik kennt die Antwort: Es war für uns eine „attraktive Alternative“, den ‘Kopf in den Sand zu stecken und zu hoffen, dass es schon nicht so schlimm kommt‘.
Bevor der lange Winter einsetzt, beschließt der kleine Bär, ein letztes Mal den Bäumen im Wald einen Besuch abzustatten. Neugierig betrachtet er eine bunte Wollmütze, die an einem Ast hängt. Er fragt sich, was das für ein Teil ist und was man damit machen kann. Während er mit der Mütze spielt, stellt er fest, dass sie weich, warm, schön und witzig ist. Instinktiv setzt er sich das ihm unbekannte Ding auf den Kopf und geht weiter. Dieses Mal allerdings zum ersten Mal bis ans Ende des Waldes. Dort entdeckt er spielende Kinder, die alle genau so ein seltsames Teil auf dem Kopf haben. Als sich der kleine Bär alles aus der Nähe anschauen will, spricht ihn ein kleiner Junge an, der ihn für den neuen Schüler hält. Alle Schüler sind nun neugierig und wollen wissen, wie der Neue heißt, wo er wohnt und vor allem, warum er einen Pelzmantel trägt. Ohne zu zögern nehmen sie den kleinen Bären einfach mit in ihre Klasse.
Benno kommt für ein Wochenende zu seinen Eltern Irma und Paul Storch, die eine Doppelhaushälfte bewohnen, nach Niederkrüchten zu Besuch. In der anderen Haushälfte wohnt Irmas beste Freundin Klärchen mit ihrer neunundneunzigjährigen Tante Erna. Neuerdings, so erfährt Benno, verfügt das Haus über Internet, und sein Vater ist seit zwei Tagen sogar im Besitz eines Laptops. Als Klärchen ihre Brille nicht finden kann, glaubt Paul, die Brille über das Internet, das doch alles weiß, finden zu können. Und tatsächlich ploppt nach seiner Suche eine Liste mit Orten auf, an denen häufig eine Brille verlegt wird!
Für finanziell gut aufgestellte Menschen ist es ein Leichtes, sich in Ermangelung existentieller Sorgen für Biofleisch und -obst, geringeren CO2-Ausstoß oder weniger Plastikmüll einzusetzen. Doch wie leicht verlieren sie ihre Mitmenschen aus den Augen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen?
Jens Lubbadeh geht in seinem Science Fiction Roman
Zwei Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges lässt sich die Jüdin Emilie Reber am Bodensee nieder. Die ehemalige Résistance-Kämpferin will mit Unterstützung des für das französische Besatzungsgebiet obersten Verwalters zunächst eine Leihbibliothek für die vormals verbotenen Bücher eröffnen, wobei sie ihr Ziel, eine Buchhandlung mit Antiquariat zu eröffnen, weiter verfolgt, und das ausgerechnet im alten Parteihaus, womit sie den bei der Stadtverwaltung beschäftigten Fritz Zängler, einem Anhänger des Nationalsozialismus, von Anfang an gegen sich aufbringt. Die resolute Frau droht ihm letztlich für die Durchsetzung ihrer Ziele mit der französischen Militärregierung. 
Die elfjährige Polleke lebt bei ihrer geschiedenen Mutter. In der 5. Klasse einer niederländischen Schule, die das Mädchen besucht, steht ein Berufsprojekt auf dem Plan. Wie abgesprochen antworten alle Schüler auf die Frage des Lehrers, was sie werden wollen, mit General. Nur Polleke verspricht sich und gibt an, Dichterin werden zu wollen. Ihr Mitschüler Mimun, ein Moslem aus Marokko, mit dem sie seit zwei Jahren zusammen ist, kündigt ihr daraufhin die Freundschaft, weil seine Kultur eine solche Berufstätigkeit der Frau nicht erlaubt. Polleke kontert darauf, dass er mit einem Mädchen gehen soll, das „immer mit einem Staubtuch auf dem Kopf rumläuft“, was wiederum den Lehrer schockt, der ein Antirassismusprojekt durchführen möchte. Als Polleke ihrer Mutter davon erzählt, will diese sich nicht gefallen lassen, dass ihre Tochter als Rassistin beschimpft wird und stellt den Lehrer zur Rede. Nachdem sie stampfend die Klasse verlassen hat, muss es passiert sein: Ihr Lehrer verliebt sich in ihre Mutter!