Wer seinen Urlaub sowohl am Meer, als auch in den Bergen verbringen will, hat mit der kanarischen Insel Teneriffa die richtige Wahl getroffen. Klaus und Annette Wolfsperger bieten mit dem Wanderführer Teneriffa siebzig Tourenvorschläge, die sie, wie allgemein üblich, in drei Schwierigkeitsgrade eingeteilt haben. So ist bereits an der farblichen Nummerierung der Wanderung auf Anhieb zu erkennen, welche Anforderungen die Tour an den Wanderer stellt. Es folgt ein kurzer Überblick über den Tourenverlauf, gefolgt von Einkehrmöglichkeiten, stichwortartigen Angaben wie zu überwindende Höhenunterschiede und auch mögliche Varianten oder Erweiterungen der Wandertour. Bereits auf einer der ersten Buchseiten findet der Leser eine Übersicht über die wichtigsten Busverbindungen der Insel, was jedoch einen kompletten Busplan, der vor Ort kostenlos erhältlich ist, nicht überflüssig macht. Zu diesem Punkt ist anzumerken, dass bei der Auswahl einer Wanderung von vornherein die Erreichbarkeit des angegebenen Ausgangspunktes berücksichtigt werden sollte. Denn nicht alle Orte können vom jeweiligen Urlaubsort direkt mit einem öffentlichen Verkehrsmittel erreicht werden. Muss erst in eine andere Linie umgestiegen werden, verbleibt unter Umständen zu wenig Zeit für die gewählte Tour. Ansonsten sind die Zeitangaben für einen durchschnittlich trainierten Wanderer vom Autorenpaar durchaus realistisch eingeschätzt.

Jeder Tourenvorschlag ist detailliert beschrieben, wobei der Leser unbedingt auf die Feinheiten achten sollte. Denn auf Teneriffa setzt sich erst allmählich eine Beschilderung durch und teilweise fehlt diese noch gänzlich. So dürfen Markierungen, wie sie in den deutschen Mittelgebirgen oder den österreichischen Alpen üblich sind, nicht vorausgesetzt werden. Aus diesem Grund erleichtert eine zusätzliche Wanderkarte die Wegfindung, denn der abgebildete kleine Ausschnitt in dem Wanderführer kann nur eine grobe Orientierung bieten.

Das Verständnis der Beschreibung wird für den Leser dann schwierig, wenn es heißt, „auf der linken Straße“ weiter zu gehen, da diese Angabe natürlich vom Standpunkt des Betrachters abhängig ist. Das wiederum kann dazu führen, dass der Ausgangspunkt zunächst unklar ist. Ein weiteres Problem könnte entstehen, wenn der Wanderer nicht über die nötigen Spanisch- bzw. Ortskenntnisse verfügt, die das Autorenpaar voraussetzt, wenn es den Leser „zurück zum Rand des Barranco“ schickt. Denn wer nicht weiß, dass ein Barranco eine Schlucht ist, könnte an diesem Punkt vor einem Rätsel stehen. Ein Anstieg zu einem Café soll sich der Beschreibung des Wanderführers nach ein paar Minuten auf einem gerölligen Anstieg „mit dem ehemaligen Hauptweg“ vereinen, der jedoch für den Wanderer schwerlich aufzufinden sein dürfte. Sollte man sich verlaufen, können Wege, die plötzlich nur noch einem privaten Durchgang vorbehalten sind und bellende Hunde, die den Wanderer auch tatsächlich nicht willkommen heißen, für eine unangenehme Überraschung sorgen.

Trotz einiger kleiner Schwächen und wünschenswerter Entfernungsangaben ergänzend zur Wegzeit ist ein deutliches Plus des Wanderführers Teneriffa von Klaus und Annette Wolfsperger seine Aktualität und der Wanderliebhaber wird die vielen nützlichen Tipps zu den einzelnen Touren zu schätzen wissen.

Klaus und Annette Wolfsperger Teneriffa, Bergverlag Rother 12. Auflage 2013, Taschenbuch, 222 Seiten, ISBN 978-3-7633-4016-3, Preis: 14,90 Euro.


Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

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