„Das Buch von Isabelle Sand beginnt wie ein erotisches Märchen und endet wie eine große Sinfonie der Gefühle“, heißt es im Klappentext von Schweißperlen.

Die junge Schönheit Marina Vallalta arbeitet in einem Bistro in der Via Nizza in Rom, als der große, breitschultrige Deutsche Axel mit seinen langen blonden Haaren auf die Theke zusteuert. Sein Auftritt in dem Lokal ist eine Sensation, von dem Männer wie Frauen hingerissen sind. Marina versucht beschäftigt zu wirken, doch Axel hat sie bereits im Visier und lächelt sie aufreizend an. Als er wieder auf seinem Motorrad verschwindet, fragt sich Marina, ob sie ihn jemals wiedersehen wird. Doch der gutaussehende Deutsche hat ihr auf einem Zettel eine Nachricht hinterlassen, denn er möchte sich noch am gleichen Tag mit ihr treffen und lädt sie nach Feierabend zu einem Drink ein. Dann verabschiedet er sich plötzlich mit dem Hinweis, dass er nach Sizilien reist und in dreißig Tagen zurück ist.

Genau zu dem Zeitpunkt, als Axel pünktlich einen Monat später zurück ist und im Bistro erscheint, betritt auch Marinas alte Freundin Britt Nyskog das Lokal. Die beiden Frauen hatten sich in Berlin kennengelernt, wo Marina auf der Suche nach ihrer Jugendliebe Kimi war und während dieser Zeit bei Britt wohnte. Die attraktive Britt ist um die vierzig, was man ihr jedoch nicht ansieht und im Gegensatz zu Marina ist sie eine taffe Frau, die weiß, was sie will. Sie nimmt sich die Männer, wie es ihr gefällt und nach einem kurzen Gespräch verlässt sie mit Axel das Bistro.

Auch dem Journalisten Marco Piana geht, nach einem sexuellen Abenteuer, die schöne Britt nicht mehr aus dem Kopf, doch sie ist an der Liebe nicht interessiert. Über ein soziales Netzwerk lernt er die exotische Amina kennen, die ihn sofort in ihren Bann zieht. Nach mehreren Chats kommt es zu einem Treffen und für beide ist es die Liebe auf den ersten Blick, doch dann trifft Amina auf den gutaussehenden Axel, dem keine Frau wiederstehen kann…

Der Titel Schweißperlen von Isabelle Sand lässt einen Roman voller prickelnder Erotik erwarten, denn wie die Autorin behauptet, wollte sie den Verlauf der Handlung nicht vor der Schlafzimmertür enden lassen, sondern dem Leser auch schildern, was in den Romanen einer amerikanischen Bestsellerautorin üblicherweise verschwiegen wird. Obwohl es Isabelle Sand wohl durch ausgiebige Lektüre dieser Bestseller gelungen ist, sich einen wundervollen und fantasiereichen Schreibstil anzueignen, wird dieses Buch wohl kein Bestseller. Denn den Leser erwartet weder ein „erotisches Märchen“, noch „eine große Sinfonie der Gefühle“. Vielmehr handelt es sich um eine ziemlich banale Handlung, gespickt mit pornografischen Einlagen, jedoch in einer Sprache verfasst, die man als Literatursimulation bezeichnen könnte. Handlungsstränge wurden nicht bis zum Ende durchdacht und verlieren sich in dem Buch, ohne dass sie zu einem Abschluss gebracht werden. Und nach über vierhundert Seiten fragt die Autorin den Leser um Rat, wie es denn nun weiter gehen könnte. Denn bei ihrem Werk handelt es sich nicht um einen in sich abgeschlossenen Roman, sondern um eine Erzählung, die sich, wie das Leben der Protagonisten, in einem ständigen Fluss befindet. Dabei wird sich der eine oder andere Leser fragen, wie lange denn die Protagonisten durchhalten ohne an der Syphilis oder an Aids zu erkranken, denn Isabelle Sand macht sich keinerlei Gedanken über Verhütung oder Präventivmaßnahmen zum Schutz vor Geschlechtskrankheiten. Erotischer wird die Handlung in Schweißperlen dadurch aber auch nicht.

Isabelle Sand, Schweißperlen, Sand Verlag 2012, Klappenbroschur, 410 Seiten, ISBN 978-84-615-8006-4, Preis: 14,80 Euro.

Über den Autor: Michael Petrikowski

Ich lese seit über 40 Jahren Sachbücher aus unterschiedlichen Wissensgebieten und über diverse Themen. Meine große Leidenschaft gehört allerdings der zeitgenössischen Literatur, wobei mein Hauptinteresse den deutschsprachigen Autoren gilt. Erich Maria Remarque, Hans Fallada, Heinrich Böll und Günter Grass, um nur einige Autoren zu nennen, haben mich in meiner Jugend geprägt. Seit 2008 schreibe ich kurze und prägnante Buchbesprechungen über Belletristik sowie über Sachbücher zu verschiedenen Themen.

3 Kommentare

  1. Endlich einmal eine „echte“ Rezension zu diesem Buch. Bei Amazon wird das Buch durchweg positiv besprochen, auffällig nur, dass die „angeblichen“ Kundenrezensionen von Lesern geschrieben wurden, die anscheinend alle nur dieses eine Buch gelesen haben.

  2. ich habe das Buch kürzlich auch gelesen, allerdings mit grossem Genuss. Ich bin in die Personen regelrecht eingetaucht, mich hat die Erzählung vollständig „abgeholt“, wie man heute so schön sagt. Da ich sehr gerne erotische Literatur lese, kam mir „Schweißperlen“ wohltuend anders vor, ganzheitlicher, emotionaler, – und dabei sehr prickelnd. Die vielen erotischen Facetten waren jedes Mal anderer Natur und sind mir sehr oft unter die Haut gegangen. Ich habe das Buch auch an Freundinnen verschenkt und höre von ihnen, dass es ihnen genauso ergangen ist. Vielleicht wirkt es auf Frauen anders, als auf Männer? Also ich kann es nur empfehlen …

  3. Der Roman wurde in einem einfachen Schreibstil verfasst und weckt keine Fantasien.

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